Frühe Bindung

Mayer Yachten feiert heuer 40-jähriges Jubiläum. Die Geschichte des Unternehmens ist eng verknüpft mit dem Lebensweg von Geschäftsführerin Eva Mayrhofer

Frühe Bindung

Schwanger mit 18. Nicht gerade der ideale Ausgangspunkt für eine erfolgreiche Berufskarriere. Doch Eva Mayer hatte Glück. Ihre Eltern schlugen nicht die Hände über dem Kopf zusammen, sondern eine vernünftige Lösung vor: Das zu erwartende Kind solle daheim in Feldbach im Familienverband aufwachsen, die junge Mutter die Schule abschließen und dann in den väterlichen Betrieb einsteigen.
Es war ein Betrieb, in dem sich alles um das Segeln drehte. Gegründet im Jahr 1978 vom gelernten Elektriker Werner Mayer, hatte dieser zunächst in Zadar eine Contest 36 sowie eine Dufour 31 zum Verchartern angeboten. Später waren weitere Yachten und Stützpunkte im damaligen Jugoslawien, Ausbildungskurse sowie die Vertretung für die dänische Werft Impala dazugekommen. Als der Balkankonflikt die Branche kräftig beutelte, wandte sich Werner Mayer auch dem Agentur-Geschäft zu. Schließlich waren ja scharenweise Kunden vorhanden, man musste ihnen nur neue Reviere abseits von Kroatien anbieten und schmackhaft machen.

Doch zurück zu Eva Mayer, die die Leidenschaft des Vaters von Kindheit an geteilt hatte. Kein Urlaub, der nicht auf einem Boot verbracht wurde, kein Gespräch über das Segeln, dem sie nicht mit gespitzten Ohren gelauscht hätte. 1994, als der Schulabschluss in der Tasche und der kleine Gottfried Franz aus dem Gröbsten draußen war, sprang sie mit Anlauf ins kalte Wasser. Sie begleitete Werner Mayer zu allen Terminen, übernahm unter seinen wohlwollenden, aber prüfenden Blicken immer mehr Aufgaben, besuchte Werften, begutachtete Charterdestinationen und fing bei diversen Fahrtensegler-Events Feuer für das Regatta-Segeln. Anders gesagt: Sie lernte, was es zu lernen gab. 1997 übernahm sie die Firma offiziell; mit nur 23 Jahren ein großer, ein mutiger Schritt. Bis 1998 schupfte das Zwei-Generationen-Duo den Laden in Feldbach im Alleingang, dann holte man sich mit Anita Saurug Unterstützung ins Haus; das allseits bekannte quirlige Organisationstalent zählt bis heute zum Mitarbeiterstab und führt eigenständig den Charter-Agenturbereich.
Zeitgleich wurden zwei wichtige Weichen gestellt. Zum einen übernahm Mayer Yachten die Händlervertretung von Grand Soleil in Österreich. Die Marke war deutlich bekannter als Impala, stärkte den Stützpunkt in Rogoznica und eröffnete dem Unternehmen eine neue Dimension. Zum anderen richtete man mit dem Business Cup erstmals selbst eine Regatta für Fahrtensegler aus. Und was für eine: Mit Hilfe potenter Sponsoren wie BMW oder Die Presse entwickelte man eine der erfolgreichsten und größten Veranstaltungen dieser Art in der Adria, an der bis zu 800 Seglerinnen und Segler teilnahmen.

Ein logistischer und energetischer Kraftakt, dem sich die dafür hauptverantwortliche Eva Mayer irgendwann nicht mehr stellen wollte. Sie hatte inzwischen in dem Wiener Hotelbesitzer Roman Mayrhofer, der bei ihr eine Grand Soleil 46 gekauft und sich vom Fleck weg in sie verschaut hatte, ihren Lebensmenschen gefunden und wollte mit ihm eine Familie gründen. So fügte es sich gut, dass Die Presse 2006 die Veranstaltung der Regatta übernahm. Solcherart freigespielt, setzte Eva Mayer ihre privaten Pläne in die Tat um: Sie übersiedelte samt Gottfried Franz von Feldbach in die Hauptstadt und brachte 2007 eine Tochter zur Welt. Die nächsten Jahre gestalteten sich turbulent.

Das gesamte Firmenporträt lesen Sie in der Yachtrevue 8/2018, am Kiosk ab 3. August!

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