Nah am Wasser

Vor 30 Jahren wagte Franz Mittendorfer am Attersee mit einem nautischen Servicebetrieb den Schritt in die Selbständigkeit. Bereut hat er ihn nie

Nah am Wasser

Der See ist alles für ihn. Kraftquelle, Wellness-Oase, Heimat, Arbeitsplatz. Und er ist ein starkes Band, das die Familie seit Jahrhunderten umschlingt. Der Urgroßvater war Flößer, transportierte Holz vom Attersee bis zur Donau. Hartes Brot, hartes Leben; Großvater und Vater traten dennoch in seine Fußstapfen. Die Mutter führte das Strandbad in Seewalchen, der Onkel betrieb eine Motorbootfahrschule in Schörfling und war in der Wirtschaftskammer für die Schifffahrt zuständig. Alle liebten es, Zeit auf dem Wasser zu verbringen.

Franz Mittendorfer setzte die Tradition auf seine Weise fort. Er absolvierte eine Lehre als Bootsbauer, arbeite als Segellehrer in Kammer – und gründete vor dreißig Jahren ein Unternehmen, das aus der Region nicht mehr wegzudenken ist. Was mit Yachtservice und Winterlager in kleinem Stil begann, entwickelte sich zum Allround-Anbieter für nautische Themen. Bei Franz Mittendorfer kann man sein Boot reinigen, sanieren, ausbauen, pflegen, wassern, transportieren und versichern lassen. Er organisiert das Service von Batterien und Motoren durch qualifizierte Spezialisten, vermittelt Liegeplätze und Bojen, hat die Motorbootschule des Onkels übernommen und nennt einen Zubehör- und Ausrüstungsshop in Schörfling sein eigen. Das Winterlager ist nach wie vor sein wichtigstes Standbein. 21.000 Quadratmeter Fläche stehen ihm dafür zur Verfügung und weil die Kunden es immer öfter bevorzugen, ihr liebstes Spielzeug unter Dach unterzubringen, baute der 56-Jährige heuer in Aurach eine 1.500 m2 große Halle auf die grüne Wiese, in der rund 80 Boote Platz finden.

Franz Mittendorfer handelt auch mit Booten. Begonnen hat er mit Segelyachten von Jeanneau, heute ist er Werft- und Kooperationspartner für zahlreiche Marken, darunter so bekannte wie Elan oder Frauscher. Er setzte früh auf Elektromobilität am Wasser und bewies mit den Booten der slowenischen Werft Alfastreet einen besonders guten Riecher. Er brachte die unter „Energy“ laufenden Modelle, die er vor zehn Jahren in Düsseldorf erstmals gesehen hatte, an den Attersee und machte die Marke groß. 90 Stück hat er inzwischen verkauft, sie sind zwischen 18 und 28 Fuß groß und verfügen allesamt über ein elektrisches Hubdach, das Bimini, Regenplane und Persenning ersetzt. Ein Feature, das Mittendorfer von Anfang an als kaufentscheidend einschätzte und damit goldrichtig lag. „Die Kunden lieben den Komfort und das simple Handling“, erzählt er, „anstatt rumzuklettern und mit einer sperrigen Plane zu kämpfen, drücken sie ganz entspannt auf die Fernbedienung und sind in kürzester Zeit bereit auszulaufen. Manche kommen am Abend nach der Arbeit vorbei und fahren für eine halbe Stunde raus. Das machst du nicht, wenn du das Boot erst mühsam abdecken und dann wieder zudecken musst.“

Das gesamte Firmenporträt lesen Sie in der Yachtrevue 12/2021, am Kiosk ab 3. Dezember!

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