Schalk im Nacken

Yachtrevue-Kolumnist Jürgen Preusser hat Karriere im Journalismus gemacht, ein nautisches Satire-Buch veröffentlicht und das Segel-Kabarett erfunden. Zeit ihn vor den Vorhang zu holen

Schalk im Nacken

Als pubertären Sohn hätte man ihn sich nicht gewünscht. Jüngster von drei Buben, die Brüder strebsam, einer wird Arzt, einer Bauingenieur, der Nachzügler ein aufsässiger Rebell. Aus Tanzschule, Fahrschule und Gymnasium geflogen, immer die Klappe offen, immer die Obrigkeit in Frage stellend. Irgendwann doch Matura gemacht; Stein vom Herzen der gutbürgerlichen Eltern. Und dann will er Schauspieler werden. Da legt die Frau Mama mit aller Vehemenz ihr Veto ein. Sicher! Nicht! Brotlose Kunst!

Also bewirbt sich der 19-jährige Jürgen Preusser beim Rundfunk als freier Mitarbeiter für das Sportressort, denn das entspricht der zweiten Leidenschaft des 1,93 Meter großen Basketballers. Dass er im Landestudio Wien genommen wird, stellt eine entscheidende Weiche für seine Zukunft. Er gibt zwischendurch ein Gastspiel in den USA, arbeitet in Folge für Radio Niederösterreich, wechselt dann in den Printbereich. Nach zwei Jahren als Redakteur bei der Tageszeitung Die Presse wird Preusser vom Konkurrenten Kurier abgeworben und schuftet sich dort nach oben. Sportjournalist des Jahres, Ressortleiter Sport, Chef vom Dienst. Über zehn Olympische Spiele berichtet er vor Ort, immer am Drücker, immer unter Druck. Irgendwann ist es genug; sein Körper sendet eindeutige Signale. Jürgen Preusser ist 56 Jahre alt, der Umstände und des Trotts müde, sucht eine andere Herausforderung, vielleicht auch das Abenteuer. Er zieht entschlossen Konsequenzen, kündigt und ordnet sein Leben neu. Nicht privat, da ist der wilde Hund rührend zahm und seit 1977 mit derselben Frau liiert; zwei wohlgeratene Kinder komplettieren das skandalfreie Familienglück.

Kostbare Freiheit

Aber beruflich kehrt er dem System den Rücken. Gründet mit zwei Kollegen eine Agentur für PR und Consulting, die primär im Sportbereich tätig ist, unterrichtet als Lektor für Medientraining und Kommunikationsmanagement an der Fachhochschule in Kufstein, schreibt als freier Autor für diverse Publikationen.

Und segelt, was das Zeug hält.

Das gesamte Porträt lesen Sie in der Yachtrevue 11/2018, am Kiosk ab 2. November!

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