Markus Hirsch

Der Unternehmer aus Kärnten hat sich als Amateur ganz dem Motten-Segeln verschrieben. Porträt eines beeindruckend Besessenen

Markus Hirsch

Er sieht sie und will sie haben; die Faszination erfasst ihn wie ein Fieberschub, heftig und unkontrollierbar. Scheinbar schwerelos schweben die Motten über dem Gardasee, fremdartige Abgesandte aus einem anderen Universum. Markus Hirsch, der sie vom Ufer aus beobachtet, beginnt sofort zu recherchieren. Wir schreiben das Jahr 2007, eine Motte kann man nur in Australien bestellen, die Lieferzeit beträgt etwa ein Jahr. So lange will, nein kann er nicht warten. Also kauft er ein gebrauchtes Boot. Nicht irgendeines, sondern jenes, mit dem Rohan Veal vor Torbole gerade Weltmeister geworden ist. „Bist du schon mal mit einer Motte gesegelt?“, fragt Veal bei der Übergabe. „Nein“, antwortet Hirsch wahrheitsgemäß. „Ich bin überhaupt noch nie gesegelt.“

*

Segeln lernen auf einer Motte ist so wie Reiten lernen auf einem Przewalski-Pferd. Es kann nicht funktionieren. Hirsch schleppt seine Beute an den heimatlichen Wörthersee und verbringt mehrere Wochen damit das Ding aufzubauen und nach einschlägiger Literatur zu suchen. Er liest, was es zu lesen gibt, da ihm jegliche Grundlagen fehlen, versteht er aber von der Theorie nicht viel. Also verlegt er sich auf die Praxis und geht aufs Wasser. Jeden Tag, bei jedem Wind; gottlob ist er ein guter Schwimmer. Irgendwann legt er seine ersten Meter auf Foils zurück und ist der glücklichste Mensch auf Erden.

Dann erleidet er bei einer Kenterung einen Unfall. Ein messerscharfer Tragflügel bohrt sich tief in seinen Unterschenkel, die Verletzung fällt böse aus. Hirsch ist so geschockt, dass er die Motte verkauft. Er sitzt auf der Terrasse seines Hauses am Südufer, blickt über den sich kräuselnden See und ist der traurigste Mensch auf Erden. Relativiert nach einiger Zeit. Sind die paar Nähte wirklich so schlimm? Sind sie nicht. Also: Neues Boot, neues Glück. Intensivere Beschäftigung mit der Materie denn je. Hirsch lernt Niko Resch kennen, der 49er-Profi und ambitionierte Moth-Segler erbarmt sich seiner und nimmt ihn ein wenig unter seine Fittiche. Das ist das schwierigste Solo-Boot der Welt, bläut er ihm ein, und du machst das gar nicht so schlecht. Hirsch investiert.

Das gesamte Porträt lesen Sie in der Yachtrevue 9/2016, am Kiosk ab 2. September!

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