Die Welt ist nicht genug

Eine Werft unter österreichischer Führung macht mit einem futuristischen Präsentationskonzept auf internationalen Bootsmessen zwischen Dubai und Düsseldorf Furore

Die Welt ist nicht genug

James Bond verdanken wir seit jeher die wichtigsten Einsichten zu überhaupt allem.
Raumpflegerinnen zum Beispiel: Tragen sie Schuhwerk russischer Fabrikation, verbergen sich vergiftete Messerklingen in ihren Absätzen. Seit wir das wissen, nennen wir sie nicht mehr Putzfrauen, sondern Facility-Managerinnen und bemühen uns auch sonst bewusst um wertschätzende Kommunikation.
Oder Computer: Das sind zirka wandschrankgroße Weltvernichtungsmaschinen mit vielen Druckköpfen und Blinklichtern, an denen Komparsen in bunten Overalls die Ausrottung der Menschheit vorbereiten. Die Komparsen tragen häufig Baustellenhelme, was angesichts der unmittelbar bevorstehenden Apokalypse unangebrachten Optimismus verrät.
Superyachten hingegen sind atemberaubend phallische Designobjekte, auf denen geheimnisvolle Drahtzieher mit weißen Perserkatzen auf dem Schoß von Privatinsel zu Privatinsel reisen. Dies meist in Begleitung von Ausdruckstänzerinnen, die Künstlernamen wie Pussy Galore tragen, wie Ursula Andress aussehen und deshalb noch im kollektiven Gedächtnis weiterleben, wenn sich niemand mehr an die Filmhandlung erinnert.
Und bevor wir es vergessen: Besprechungszimmersessel stehen stets auf Falltüren, unter denen hungrige Haie träge Kreise ziehen. Eingedenk dessen sollten Business-Präsentationen stets sympathisch-unterhaltsam, nie länger als sieben Minuten und jedenfalls vollkommen frei von kontroversiellen Aussagen sein. Hat da jemand eingeworfen, so sei die Welt doch in Wahrheit gar nicht beschaffen?
Zugegeben, Computer sind heutzutage handlicher und die Zuständigkeit für Weltuntergänge ist mittlerweile an das internationale Investmentbanking übergegangen.
Aber sonst? Alles da. Unsere Story zum Beispiel beginnt mit einer sympathisch-unterhaltsamen Business-Präsentation, dreht sich um weltverändernde Computertechnik und endet auf und vor einer atemberaubenden Superyacht. Die Raumpflegerin fehlt noch, aber wir arbeiten daran. Selbst die Schauplätze sind würdig gewählt. Die erste Szene spielt in einer jahrelang verlassenen Industrieruine nahe am Linzer Donauufer, erst unlängst revitalisiert und von einer geheimnisvollen HiTech-Firma besiedelt.
Willkommen in einer neuen Welt
„Was wissen wir darüber, Bond?“
„Die Firma heißt Netural, ist 1998 aus dem digitalen Humus der Ars-Electronica-Szene entstanden, sitzt seit Ende 2013 in der Tabakfabrik Linz und holt bei internationalen Kreativwettbewerben im Bereich Digitalisierung, Virtualisierung und Augmented Reality eine Auszeichnung nach der anderen.“
„Weiter. Nächstes Bild.“ „Das ist Christoph Pernsteiner, Miteigentümer der Yachtwerft Dominator, im Gespräch mit Netural-CEO Albert Ortig.“ „Bemerkenswert. Wo haben Sie dieses Foto geschossen, Bond?“ „Als Philodendron getarnt im Büroloft von Netural, Sir.“
Dass Dominator-Juniorchef Christoph Pernsteiner den Weg in die Tabakfabrik fand, verdankt sich nicht nur geografischer, sondern auch ideologischer Nähe: Der Sohn einer erfolgreichen Mühlviertler Industriellenfamilie ist selbst fasziniert von digitaler Innovation. Eigentlich suchte er nach wegweisenden Web-Lösungen. Aber rasch erkannte er, dass er die richtigen Partner für seine lang gehegte Idee der virtuellen Yachtpräsentation vor sich hatte.
“Ich bin Virtual-Reality-Enthusiast der ersten Stunde“, bekennt Pernsteiner. „Die Vision hat einen enormen Reiz, speziell in unserem designgetriebenen, um CAD-Programme rotierenden Business. Trotzdem mussten wir uns gedulden, bis die Technik wirklich ausgereift war.“ Als es endlich soweit und mit dem Netural Lab ein fähiges F&E-Team zur Hand war, fehlte eines: Zeit. Bis man sich über die einzusetzenden technischen Plattformen, Aufgabenverteilung und Budget einig war, tickte die Uhr enervierend laut – der logische Premierentermin auf der boot Düsseldorf war gerade mal drei Monate entfernt.

Die gesamte Story lesen Sie in der Yachtrevue 10/2015, am Kiosk ab 2. Oktober!

Der komplette Bericht als PDF-Download:

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