Gesucht und gefunden

Für welche Insel lohnt es sich über das Wasser zu wandern? Österreichische Blauwassersegler verraten ihre Favoriten

Gesucht und gefunden

Ungezählt sind die Inseln, die sich aus Ozeanen, Seen oder Flüssen erheben. Was sie eint, ist ihre Aura. Sie strahlen einen geheimnisvollen Zauber aus, sind begehrte Reiseziele, aber auch Orte, an denen sich Fantasien und Träume entzünden. Archipel, Atoll, blaues Paradies oder sturmumtoste Festung – eine Insel kann viele Formen haben; sie spiegeln das Spektrum an Wünschen und Gefahren wider, die der Mensch mit ihnen verbindet.
Für die Blauwasserseglerinnen und -segler, die auf den folgenden Seiten zu Wort kommen, war die Sehnsucht nach von Wasser umschlossenem Land ein Leitmotiv um sich auf den Weg zu machen. Sehen Sie selbst, wo sie gestillt wurde.

Die Insel, die Feuer speit

Tanna. Sandy Klima bestieg in Melanesien den Mount Yasur und sah dem aktivsten Vulkan der Welt in seinen spuckenden Schlund

Noch hat der Tourismus Vanna, eine kleine Insel im Südpazifik, die zum Archipel Vanuatu zählt, nicht wirklich erreicht, denn die Anreise ist kompliziert und anstrengend. Außer, du kommst mit der Yacht. Dann klarierst du in Lenakel ein, deckst dich dort am einzigen Bankomaten weit und breit mit Bargeld ein, kauftst am Markt frisches Obst und Gemüse und verholst dich dann vorsichtig in die von Korallenbänken gesäumte Bucht von Port Resolution. Obst und Gemüse brauchst du für die Vitaminversorgung, das Bargeld für eine geführte Tour auf den 361 Meter hohen Vulkan Mount Yasur. Er ist seit 800 Jahren ständig aktiv und inspirierte James Cook zu dem Begriff „Leuchtturm der Südsee“. Mit diesem Namen bezeichnete der britische Seefahrer die Insel Tanna, als er sie während seiner zweiten Südseereise 1774 entdeckte. Leuchtturm ist nicht übertrieben, denn im Hauptkrater ereignet sich im Durchschnitt alle drei Minuten eine Explosion.
Der Aufstieg auf den Yasur ist für jeden zu schaffen. Ein Jeep bringt dich über eine rumpelige Piste bis etwa 200 Meter unter den Gipfel, nach einem kurzen Fußmarsch steht man unmittelbar am Kraterrand. Und schaut hautnah in die Hölle: In kurzen Abständen stößt der Berg glühende Lava aus, dumpfes Donnergrollen und Aschewolken begleiten das Spektakel. Ein Spektakel, das nicht ungefährlich ist. Immer wieder werden Besucher oder Guides von den Brocken getroffen, auch Todesfälle gab es zu beklagen. In früheren Zeiten glaubten die Bewohner von Tanna, dass sich hier die Seelen der Verstorbenen versammeln würden. Du weißt warum, wenn du mit Gänsehaut am Nacken den Yasur siehst, spürst und riechst …
Apropos Glaube: Auf Tanna herrscht seit den 1940er Jahren ein sehr spezieller, regional beschränkter religiöser Kult, der John-Frum-Bewegung genannt wird. Im Zentrum steht die Vorstellung, dass der Yasur der Ursprung der Welt ist und einen Messias namens John Frum beherbergt. Dieser wird eines Tages, davon sind die Gläubigen überzeugt, aus dem Krater steigen und seine Anhänger in eine glückliche Zukunft führen.
Im März 2015 hielt John Frum seine schützende Hand jedenfalls nicht über seine Schäfchen. Der Zyklon Pam zog mit über 300 km/h über die Insel, richtete enorme Schäden an und kostete elf Menschenleben. Die Wunden, die er geschlagen hat, sind bis heute zu sehen.

Die Insel, die zum Bleiben einlädt

Yansaladup. Gerlinde Sailer und Gunther Redondo fanden vor der karibischen Küste von Panama ihr persönliches Takatuka-Land

Die gesamte Story, in der insgesamt fünf Inseln in Wort und Bild vorgestellt werden, finden Sie in der Yachtrevue 10/2015, ab 2. Oktober am Kiosk!

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