Round Palagruza 2015

Bericht über die härteste Mittelstrecken-Regatta der Adria aus der Innenschau eines Teilnehmers

Round Palagruza 2015 Round Palagruza 2015

Da steht er, der Ronnie Zeiller, den Bügel seines Kopfhörers vor dem Kinn und ein entspanntes, zufriedenes Lächeln in den Mundwinkeln. Die von ihm mitgebrachte Tonanlage funktioniert wie immer besser als jene der Marina Biograd. Die Sonne scheint, die eiskalte, aus dem tief verschneiten Velebit-Gebirge kommende Bora holt erstmals seit acht Tagen Luft. Die Schäfchen beziehen für die Preisverteilung ihre Plätze auf der Terrasse. Schäfchen? Nein, Seewölfe im Schafspelz. Big Smile im Gesicht, stolz gestraffte Schultern, da und dort ein übersteuert lauter Schmäh und ein wenig Seemannsgarn. Doch die Erlebnisberichte brauchen diesmal gar nicht übertrieben zu werden. „We have survived“, sagt einer. Poseidon oder wem auch immer sei Dank.
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Ronnie ist der Border Collie dieser Herde von Grenzgängern. Er hat die „härteste Regatta der Adria“ erfunden. Zur härtesten Mittelstrecken-Regatta ist das Round Palagruža Cannonball allemal gereift. Und die achte Auflage war zweifellos die härteste von allen. Der leichte Grünstich in Ronnies Gesicht ist einer gesunden, noblen Blässe gewichen. Wie alle großen Admiräle ist auch er nicht immun gegen die Plage der Seekrankheit. Ingwer-Wurzel hin, Vitamin-C-Bombe her. Doch es müsste viel Schlimmeres passieren, ehe er Contenance und Schriftsprache den Wellenberg runtergehen ließe. Der 56-jährige ehemalige Fotograf, jetzt selbstständiger Web-Grafiker und Programmierer, ist Erfinder und Organisator des Rennens, aber auch ein verträglicher Skipper voll Verantwortungsbewusstsein. Die Organisation des RPC überlässt er kurz vor dem Start der Rennleitung. Nein, teilweise erst nach dem Start, denn während wir an Zadar vorbei rauschen, liefert das knallgelbe Schlauchboot von „Seahelp“ mit der Fotografin Amelie Chapalain und dem Profi-Filmer Günter Pachschwöll zwei weitere Crewmitglieder an unsere Leeseite.
Vor acht Jahren waren Ronnie Zeiller und Mitbegründer Miša Strobl so etwas wie die Outlaws der österreichischen Segelszene. Darum musste das Rennen auch „Cannonball“ genannt werden, in Anlehnung an die illegalen Autorennen auf amerikanischen Highways. Im Segelverband ist aber seit damals kein Stein auf dem anderen geblieben und die Hochseeszene hat im Zuge des Präsidiumswechsels den ihr zustehenden Stellenwert erhalten. „Unsere Beharrlichkeit und deren Vernunft“, nennt Zeiller die Gründe, warum jetzt endlich alle Freunde seien. Das Outlaw-Dasein ist also Geschichte – doch der Pioniergeist ist geblieben.

Fastnet der Adria

Wie beim 32-jährigen Stahlbau-Unternehmer Martin Hartl, der das Cannonball sieben Mal bestritten hat. Nach drei Siegen in Folge ging die Trophäe für die schnellste gesegelte Zeit – also das Blaue Band – in seinen Besitz über. Daraufhin stiftete der ehemalige Schüler von Sylvia Vogl einen neuen Pokal: Die Felseninsel Palagruža, gegossen aus massivem Stahl, 78 Kilo schwer. Seither bestreitet Hartl das RPC zusammen mit dem gleichaltrigen Harald Wolf als Zwei-Mann-Regatta und holte 2014 sogar Rang zwei in der Bavaria-40-cs-Klasse. Dass es heuer nur für Platz 14 reichte, ist den Bedingungen geschuldet: Grundwind um die 30 Knoten, Böen bis 50 plus, ein Brecher auf der Höhe von Korcula, der die „Juditha“ komplett quer legte.

Den gesamten Bericht lesen Sie in der Yachtrevue 5/2015, am Kiosk ab 4. Mai!

Der komplette Bericht als PDF-Download:

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