Entdeckungsreise am Wasser

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 © Manfred Ruthner

Genuss für alle Sinne. Stimmungsvoller Abend an einer Anlegestelle am Ufer. Nach dem Sundowner wird oben an Deck gegrillt, dazu gibt es typisches belgisches Bier

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Belgien. In Flandern kann man mit dem Hausboot von einer sehenswerten Stadt zur nächsten wandern. Besichtigungstouren lassen sich per Fahrrad oder zu Fuß erledigen, auch Badefreuden und idyllische Liegeplätze inmitten der Natur sind wahlweise Teil des Programms. Text und Fotos: Manfred Ruthner

Flandern ist ein Revier, das selbst für den erfahrenen Hausboot-Piloten etwas ganz Spezielles hat. Die Basis von Le Boat liegt in der Westhoek Marina in Nieuwpoort, nahe dem Atlantik. Wir haben bei der Anreise einen Zwischenstopp in Brüssel eingelegt, erreichen unseren Ausgangshafen am Vormittag und werden freundlich empfangen. Während der Skipper ein ausführliches Revierbriefing mit vielen Insidertipps zu Anlegestellen und anderen Besonderheiten durchläuft, pilgert die Crew zu einem nahen Supermarkt, um den ersten Großeinkauf zu erledigen. Gerade als das Grüppchen zurückkommt, dürfen wir – ausnahmsweise schon zu Mittag – das gereinigte Boot übernehmen. Beim Betreten des Bootes seufzen alle wohlig auf: Obwohl es draußen deutlich über 30 Grad hat, sind Salon und Kabinen angenehm kühl, denn unsere zehn Meter lange Liberty ist mit einer Klimaanlage ausgestattet. „Sie funktioniert in der Marina mit Landstrom, zudem gibt es einen Generator, um sie auch während der Fahrt betreiben zu können”, erklärt der Techniker von Le Boat, der inzwischen an Bord gekommen ist und uns unter anderem in die Bedienung von Herd, Backofen sowie Grill auf der Flybridge einweiht. Die Küche verfügt über einen eingebauten Geschirrspüler sowie eine Nespresso-Kaffeemaschine, für Unterhaltung und Informationsaustausch sorgen Smart TV, WLAN und Bluetooth, der Skipper freut sich über Bug- und Heckstrahlruder. Die bereits am Heck verstauten Fahrräder samt Fahrradschloss sind im Charterpreis erfreulicherweise inbegriffen. Um 13:00 Uhr legen wir zur Testfahrt ab. Der Techniker überzeugt sich, dass wir die Steuerung beherrschen und auch auf einem engen Kanal fast am Stand wenden können, dann werden wir losgelassen. Das Abenteuer kann beginnen!

Unsere erste Etappe führt Richtung Norden, über eine im Routenplan vermerkte Telefonnummer melden wir uns bei der Aufsicht dieses Kanalabschnitts an. Das Leben an Bord gestaltet sich ausgesprochen entspannt. Meist halten wir uns auf der Flybridge auf und genießen den herrlichen Rundumblick, das schattenspendende Bimini lässt sich im Falle einer niedrigen Brücke rasch und einfach umklappen. Als einziges Hausboot gleiten wir zwischen zwei Dämmen über einen Kanal, der in gerader Linie die umgebende Landschaft durchschneidet. Sein Wasserspiegel liegt deutlich höher als die grünen Weidewiesen und einzelnen Gehöfte ringsum. Bald erreichen wir die erste Brücke; sie liegt so tief, dass eine Durchfahrt für ein Hausboot unmöglich ist. Das Ampelsignal davor zeigt Rot, wir fahren langsam näher. Dann ertönt ein Signal für den Straßenverkehr. Kurz darauf werden an den Ufern die Schranken geschlossen und die Brücke beginnt sich wie von Geisterhand zu heben. Die Ampel schaltet auf Grün, wir können passieren und winken beim Vorbeifahren den wartenden Fußgängern zu – eine Routine, die uns durch die nächsten Tage begleiten wird. Wenig später ist am Horizont die Skyline von Ostende zu erkennen. Der Hafen am Atlantik ist über einen breiten Kanal erreichbar, in den wir auch einfahren. Wir richten unseren Bug aber nach Westen und machen nach wenigen Kilometern am späten Nachmittag an einem markierten Liegeplatz fest. Beglückt über den äußerst unkomplizierten Reise-Modus genießen wir einen Sundowner und starten den ersten Grillabend an Deck.

Am nächsten Morgen legen wir Richtung Brügge ab. Es gilt nur einige wenige Brücken zu passieren, aber als wir uns für die Passage der Kanäle rund um Brügge anmelden, erfahren wir, dass wegen der Rushhour mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist. Gleich zu Beginn wird eine mehrspurige Straßenbrücke für uns angehoben – was für eine gewaltige, faszinierende Konstruktion.

Endlich haben wir über den Ringkanal eine große Rundschleuse erreicht. Dort müssen wir am Ufer festmachen und die Ankunft eines größeren Frachtschiffs abwarten. Aber im Gefolge des Frachters zu fahren, bringt den Vorteil einer Grünen Welle und so erreichen wir nach der letzten Drehbrücke am frühen Nachmittag den angepeilten, im Briefing empfohlenen Liegeplatz am Zentrumsrand von Brügge.

Den kompletten Reisebericht lesen Sie in der Yachtrevue 5/2026 – am Kiosk ab 4. September.

Entdeckungsreise am Wasser | Yachtrevue