Sommertörn im Ionischen Meer

Griechenland pur: Entspanntes Segeln zwischen Korfu und Paxos

Tage mit herrlichem Wind, ruhige Nächte ohne böse Überraschungen. Sauberes, klares Wasser. Sonnenscheingarantie. Liegeplätze in stimmungsvollen Fischerhäfen, die keinen Cent kosten. Landestypische Kost, wohlschmeckend und von freundlichen Menschen serviert. Abwechslungsreiche Ziele, in kurzen Etappen erreichbar.
So soll Segeln sein.
So war Segeln in der guten, alten Zeit.
So ist Segeln im Ionischen Meer. Dass es vergleichsweise wenig Infrastruktur für Yachties gibt, geht damit Hand in Hand, kann als Mangel und damit Kehrseite der Medaille betrachtet werden, oder als großer Vorteil. Kein maritimer Massentourismus, man reist individuell, fühlt sich als Segler nicht wie eine Melkkuh sondern ist willkommener Gast. Wer hier nicht entspannen kann, entspannt nirgendwo.
*
Gouvia, wo sonst. Die große, moderne Marina, eine der wenigen im Revier, liegt im Norden von Korfu und eine Viertelstunde vom Flughafen entfernt, hat ordentliche Sanitäranlagen, einen Swimmingpool, freies WiFi und diverse Service-Einrichtungen. Zahlreiche Charterfirmen sind mit ihren Yachten hier stationiert, so auch WPS Yachting, ein kleines, aber feines Unternehmen, das vom Deutschen Werner Kose geführt wird (siehe auch Kasten auf Seite ??). Er holt uns vom vereinbarten Treffpunkt ab und zeigt uns unser Schiff, eine betagte, aber sehr gut gewartete und ausgestattete Bavaria 49. Seit zehn Jahren lebt er auf Korfu, er kennt das Revier wie seine Westentasche und versorgt uns mit vielen guten Tipps für den kommenden Törn. Seine Schilderungen machen Lust aufs Auslaufen, aber erst heißt es noch Lebensmittel für eine zehnköpfige Crew bunkern, zu der sechs stets hungrige Leichtmatrosen zählen. Um den teuren Laden in der Marina machen wir auf Werners Anraten einen Bogen, statt dessen füllen wir im nahen örtlichen Supermarkt zwei große Einkaufswagen randvoll; praktischerweise dürfen wir damit bis zu unserem Liegeplatz rattern. Als wir endlich alles verstaut haben, ist es früher Abend und am Horizont türmen sich verdächtige dunkle Wolken. Leinen los? Der Skipper will kein Risiko eingehen und schüttelt trotz manch enttäuschter Miene den Kopf. Richtige Entscheidung: Etwa eine Stunde später fegt ein heftiger Gewittersturm über das Meer, der Donner kracht gleichzeitig mit dem Blitz, zuerst schüttet, dann hagelt es. So hätten wir den Urlaub nicht beginnen wollen.
Für den nächsten Tag sind 25 Knoten prognostiziert. Noch ist davon nicht viel zu spüren, gemütlich bummeln wir zwischen Korfu und Festland Richtung Süden, genießen beim Badestopp das kristallklare, aber überraschend kühle Wasser. Auch in Griechenland hat das Wetter im Frühjahr 2013 verrückt gespielt, es brachte ungewöhnlich viel Regen und niedrige Temperaturen. Mit auffrischendem Wind rauschen wir in die große Bucht von Plataria, die gegenüber von Korfus Südzipfel weit ins Festland schneidet. Der geschützte Hafen ist voll, zwei Flottillen haben sich breit gemacht, ein wenig ratlos ziehen wir unsere Runden. Ein Einheimischer winkt uns an die Stirnseite der Mole: „Hier, der letzte Platz, werft den Buganker und macht mit dem Heck fest!“ Echt jetzt? Anderswo würde man von so einem Platz mit nassen Fetzen vertrieben, aber hier ist es anscheinend in Ordnung, dass eine Yacht in die Hafeneinfahrt ragt. Das Leben kann so einfach sein …
Werner hat uns ausdrücklich die Taverne von Olga ans Herz gelegt, also reservieren wir dort einen Tisch.

Den kompletten Artikel finden Sie in YR 11/2013

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