Kühne Kämpfer

Hans Spitzauer will seiner Lago26 Flügel verleihen und damit auf europäischen Binnengewässern reüssieren, Dieter Schneider ein dazu passendes, schlagkräftiges Team auf die Beine stellen

Kühne Kämpfer

Der Erste sein. Der Schnellste. Der, der ganz oben am Stockerl steht. Menschen, die das ernsthaft von sich erwarten, bringen es üblicherweise weit. Hans Spitzauer zum Beispiel. Olympionike, Weltmeister, Jurist, Unternehmer. Das jüngste Kapitel seiner persönlichen Erfolgsgeschichte schrieb er mit der Lago26, einer modernen, schicken Version des Jollenkreuzers, die vor allem am Neusiedler See neue Machtverhältnisse schuf.

Zehn Lagos segelten 2017 am Steppensee, eine davon gehört Dieter Schneider. Auch so einer. Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Hubschrauber-Pilot. Gründer der Mediashop-Gruppe, zu der ein gutes Dutzend äußerst gewinnträchtiger Firmen zählen. Wer Gewinn macht, gewinnt üblicherweise auch gerne; Schneider ist da keine Ausnahme. Gewinnen heißt für ihn, vor allen anderen im Ziel zu sein. Zahlen und Zeiten in eine Formel eingeben um einen Sieg zu errechnen, das schmeckt in seiner Welt schal.

Schnitt. Eine kleine Bar in Porto Cervo, Spitzauer und Schneider philosophierend an der Theke. Was, wenn man die Lago zum Abheben bringen würde? Und damit in eine andere Geschwindigkeitsdimension vorstieße? Ein letzter Drink, ein neuer Auftrag. Bau mir ein Schiff, mit dem ich der Schnellste auf Europas Binnenseen sein kann.

Spitzauer schlug ein und verbrachte die folgenden Monate damit zu tüfteln. Foils, eh klar, wobei die Idee zunächst in Richtung DSS (dynamic stability system) ging. Das Weltpatent für diese Konstruktion, die die benetzte Fläche verringert, den Rumpf aber nicht aus dem Wasser hebt, hält der neuseeländische Designer Hugh Welbourne. Spitzauer nahm Kontakt mit dem Experten auf, diskutierte ausführlich alle Für und Wider. Wenn du auch auf der Kreuz richtig schnell sein willst, brauchst du echte Flügel, gab ihm Welbourne als Rat mit auf den Weg.

Bereit zum Abheben

Spitzauer nahm den Rat an. Und verpasste der Lago zwei geschwungene Foils, die sich in der Höhe verstellen lassen. Je nach Wind und Kurs kann man zwischen DSS- und Vollflug-Modus wechseln, das enorme aufrichtende Moment, das damit generiert wird, erlaubt ein deutlich größeres Rigg. Der Mast wanderte um einen halben Meter weiter nach hinten und wurde um ein Drittel länger, der Rumpf unter Einsatz neuer Materialien verstärkt. „Die größte Herausforderung stellt die Statik dar“, erklärt Spitzauer, „schließlich müssen im Flugmodus die rund tausend Kilo, die das Boot samt Crew wiegt, von den beiden Foils und dem Ruder getragen werden. Das macht den Bau wesentlich aufwendiger.“

Die gesamte Story über dieses hochinteressante österreichische Projekt finden Sie in der Yachtrevue 2/2018, am Kiosk ab 2. Februar!

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