Kaiser Bootsmanufaktur

In Niederbayern baut Jürgen Kaiser in Handarbeit brachiale Renngeschoße. Dabei setzt der Adrenalinjunkie auf nachhaltige Rohstoffe

Kaiser Bootsmanufaktur

Dass Garagen nicht nur als Autoparkplatz oder Abstellkammer dienen, sondern Grundlage ganzer Imperien sein können, weiß man seit den Gründungsmythen rund um IT-Giganten wie IBM, Apple und Hewlett-Packard. In einer Garage begann auch die Geschichte der Kaiser Bootsmanufaktur. Im zarten Alter von 18 Jahren kaufte Jürgen Kaiser sein erstes gebrauchtes GfK-Motorboot und motzte dieses solange auf, bis vom Original wenig übrig war und er mit 130 km/h übers Wasser schoss. In einem logischen nächsten Schritt schuf der gelernte Bau- und Zimmerermeister 2001 mit eigenen Händen ein sieben Meter langes Boot, das, ausgestattet mit einem 225 PS starken Mercury-Außenborder, 115 km/h erreichte. Statt auf GfK setzte der Sprössling einer Tischlerdynastie dabei ganz auf den vertrauten Werkstoff Holz. In Folge entstand ein Dutzend weiterer Holzboote im Eigenbau, bis Kaiser schließlich vor neun Jahren sein Hobby zum Beruf machte und die Kaiser Bootsmanufaktur gründete.

Dem Holz blieb Kaiser konsequent treu. Seine Boote werden in Leichtbauweise aus Kiefer- und Fichtensperrholz gebaut, mit Zeder beplankt und dann mit fünf Schichten Epoxy gestrichen. So vereint Kaiser die Vorteile beider Rohstoffe – das geringe Gewicht von Holz und die Haltbarkeit von Kunststoff. Die Versiegelung erfolgt mit Klarlack, auf Wunsch auch in Farbe. Das Unterwasserschiff kommt ohne Antifouling aus, es wird mit Graphit beschichtet und verfügt über einen Kielschutz aus Edelstahl.

Das verwendete Holz kommt aus der Region, auf Tropenholz wird komplett verzichtet. Selbst der Cockpitboden besteht nicht aus Teak, sondern aus geölter Thermo-Esche.

Sechs Boote pro Jahr entstehen so in Handarbeit in Kaisers Garage. Wobei die Bezeichnung „Garage“ eindeutig zu kurz greift: Unter dem Wohnhaus – ebenfalls ein Selbstbau – befindet sich eine kleine, aber mit computergesteuerter Holzsäge und ferngesteuertem Lagerbock komplett ausgestattete Werft.

Das gesamte Firmenporträt sowie einen Kurztest der Kaiser K-650 finden Sie in Yachtrevue 2/2018, am Kiosk ab 2. Februar

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