Dehler 38

Fahrbericht der ersten Dehler, die in Greifswald produziert wurde

Die einstige deutsche Vorzeigewerft Dehler durchlebte im vergangenen Jahrzehnt ein Wechselbad der Gefühle. 2008 wurde der insolvente Betrieb von Hanse-Chef Michael Schmidt übernommen, die Produktion aber in Freienohl belassen. 2012 gab man den Standort im Sauerland aus wirtschaftlichen Überlegungen endgültig auf und verlegte die Produktion nach Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Die Dehler 38 ist die erste Yacht, die Seite an Seite mit den Hanses produziert wurde, dennoch gibt es, abgesehen von Synergieeffekten, so gut wie keine Gemeinsamkeiten zwischen dem Performance-Cruiser und den Fahrtenyachten aus dem Hause Hanse.
Konstante in diesem Gefüge ist Karl „Kalle“ Dehler. Der erfahrene Segler verließ die Werft seines Vaters und checkte 2004 bei Hanse Yachts ein, wo er für die Entwicklung neuer Yachten zuständig ist. Als „Namensgeber“ liegen ihm die Dehler-Yachten naturgemäß ganz besonders am Herzen, als privater Regattasegler entschied er sich für die Performance-Version einer 38er um sich damit der Konkurrenz bei diversen Wettkämpfen zu stellen. Gut zu wissen, irgendwie …

Austrainiert
Bezüglich Design vertraute die Werft wie gewohnt auf die Dienste von Judel/Vrolijk & Co.. Die Designer zeichneten einen Rumpf mit niedrigem Freibord, maximal langer Wasserlinie und vergleichsweise schlankem Unterwasser. Das fällt besonders im Heckbereich auf: Über der Wasserlinie ist der Rumpf, wie heutzutage üblich, extrem breit, das Unterwasserschiff hingegen ist schmal, die benetzte Fläche gering. Die Frage, warum man auf seitliche Abrisskanten, sogenannte Chines gänzlich verzichtet hat, pflegt Kalle Dehler mit einer Gegenfrage zu beantworten: „Wenn Kanten strömungstechnisch tatsächlich so gut wären, warum sind Fische dann nicht eckig?“
Tatsache ist, viele neue Performance Cruiser wie Xp 38 oder Grand Soleil 39 kommen ohne Chines aus, andere wie Dufour 36, Solaris 37 oder Elan 400 setzen auf mehr oder weniger stark ausgeprägte Kanten. Die Diskussion über deren Sinnhaftigkeit ist in vollem Gang, denn oft dienen sie zwar der Optik und schaffen in den Achterkajüten etwas mehr Platz, verbessern aber die Segeleigenschaften nicht.
Das Decksdesign unterstreicht den sportlichen Anspruch, mit zierlicher Kajüte, leicht nach innen geneigter Fensterlinie und ins Cockpit auslaufenden Sülls, auf denen auf jeder Seite zwei Winschen in ergonomisch günstiger Position montiert sind.

Den kompletten Artikel finden Sie in der Ausgabe 06/13

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