Elan GT5

Die slowenische Werft präsentierte im Jänner auf der boot in Düsseldorf das erste Modell einer neuen Linie

Elan GT5

Die Werft aus dem slowenischen Begunje hat mit ihren Neuentwicklungen immer wieder starke Akzente gesetzt; so genießen die in den Achtzigern und Neunzigern von J&J-Design gezeichneten Elan 31 und 43 bis heute den Status einer Legende. Als man 1995 von den Jakopin-Brüdern zum englischen Konstrukteur Rob Humphreys wechselte, wurde die Palette mit zwei konträren Linien völlig neu ausgerichtet, wobei die Impression-Reihe den Charter- und Eignermarkt ins Visier nahm. Hervorzuheben ist die Impression 344, die 2003 zur Yacht des Jahres gewählt wurde, sowie die Impression 431, die rasch zu den erfolgreichsten Charteryachten aufstieg.

2010 sorgte Humphreys mit der Elan 350 für Aufsehen. Das erste Modell einer neuen Performance-Cruiser-Linie war eine radikale Konstruktion, die sich an den damals aktuellen Volvo-Ocean-Racern orientierte und ein klares Bekenntnis zur Sportlichkeit darstellte. Sie wurde ob ihres innovativen Designs sowie der famosen Starkwind- und Raumschot-Eigenschaften ebenfalls zur Yacht des Jahres gewählt. Wermutstropfen in diesem Zusammenhang: Humphreys konstruierte die Yacht weitgehend formelfrei, wodurch die Trauben bei ORC-Regatten sehr, sehr hoch hängen.
Aktuell kann die Werft folgende Linien anbieten: Die Impression-Reihe, bestehend aus vier Decksalon-Yachten, sowie eine Performance-Cruiser-Palette, die in einer Fahrten- und Regatta-Linie (E bzw. S) geführt wird.

Startschuss

Die Elan GT5 ist das erste Modell einer neuen Linie. GT steht für den italienischen Begriff Gran Turismo, was frei übersetzt soviel bedeutet wie große Fahrt. Damit hat man im Automobilbereich ursprünglich stark motorisierte, aber sehr komfortable Sportwägen bezeichnet. Das Kürzel wurde mit Bedacht gewählt, denn die neue GT-Linie soll einen leistungsfähigen Rumpf mit maximalem Wohnkomfort in gehobener Qualität bieten. Zielgruppe der GT-Yachten sind Eigner, die gerne schnell segeln, aber häufig mit kleiner Crew unterwegs sind.

Mit der Entwicklung der GT5 wurde wenig überraschend Rob Humphreys beauftragt. Seine Idee war es, die Rümpfe der Performance-Linie als Basis für die GT-Yachten zu verwenden. Im Fall der GT5 griff man auf den Rumpf der 40 Fuß langen S5 beziehungsweise E5 zurück, der aufgrund des höheren Gewichts aber um exakt einen halben Meter verlängert werden musste. Das beweist, dass man es sich nicht einfach machen und die Leistungsfähigkeit des Rumpfes keinesfalls beeinträchtigen wollte. Denn wenn das Gewicht bei gleicher Länge des Rumpfes erhöht wird, stimmt das Verhältnis nicht mehr und die Yacht segelt deutlich schlechter. Die zweite Änderung betraf den Freibord: Er wurde um 15 Zentimeter erhöht, ist im Vergleich zu anderen Yachten dieses Genres aber immer noch sehr niedrig.

Neu berechnet wurden auch Kielgewicht, Ruder sowie Position des Mastes, Letzterer steht nun nicht mehr am Kiel, sondern an Deck und eine Spur weiter achtern. Kiel und die beiden Ruder blieben wie gehabt. Der Rumpf wird im Infusionsverfahren mit Vinylester hergestellt, wobei die komplette Kielbasis inklusive Rumpffenster-Verstärkungen in die Form integriert und daher besonders solide ist. Massive Träger (nicht sichtbar) rund um die Luken im Rumpf nehmen die via Püttings eingeleiteten Kräfte auf.

Ihren eigenständigen Charakter erhält die Yacht durch das Deck und die hohe, rundum verglaste Kajüte, die im krassen Gegensatz zum sportlichen Rumpf steht; eine Optik, die zweifellos polarisieren wird. Das inhaltliche Konzept ist aber in mehrfacher Hinsicht überzeugend.

Kreativ und innovativ

Deckgestaltung und Anordnung der Beschläge sind wohl durchdacht. Elan übernahm nicht blindlings aktuelle Trends, sondern ließ Umsicht walten. Sämtliche Leinen werden, wie heutzutage bei Fahrtenyachten üblich, beidseits nach achtern zu einer unmittelbar neben dem jeweiligen Rad positionierten Winsch umgelenkt und in einem dahinter untergebrachten Leinenstauraum gelagert.

Den gesamten Fahrbericht lesen Sie in der Yachtrevue 4/2017, am Kiosk ab 31. März!

Der komplette Bericht als PDF-Download:

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