Ressort Kreuzpeilung
Ende April in Portsmouth. Während in Österreich der Sommer Urständ feiert, hat es im Herzen der Royal Navy standesgemäß unter 10 Grad. Besuch des Historic Dockyard. Ganz oben auf der britischen Bedeutungsskala vermutlich die HMS Victory, die unter Vize-Admiral Lord Nelson in der Schlacht von Trafalgar gegen die Spanier und Franzosen ikonenhafte Bedeutung erlangte. Ebenfalls beeindruckend: Die HMS Warrior 1860, das erste hochseetaugliche Panzerschiff der Navy mit eisernem Rumpf, die HMS M33, ein küstennah operierendes Kanonenboot aus dem Ersten Weltkrieg mit nur knapp 2 m Tiefgang, das einen Ruf als „lucky ship“ hatte, da sie kein einziges Besatzungsmitglied im Laufe ihres Dienstes verlor, oder die Ausstellung über die 36 Stunden dauernde Seeschlacht vor Jütland 1916 (Skagerrakschlacht) zwischen den von Vize-Admiral Scheer auf deutscher und Admiral Jellicoe auf britischer Seite befehligten Flottenverbänden.









 

Boathouse 4

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Wann hatten Sie das letzte Mal eine Neue? Nichts hält ewig und mit der Zeit wird es mühsam, jedes Mal wie auf Eierschalen zu gehen, wenn man ordentlich aktiv werden will, und sie es nicht zulässt, da eigentlich anders gebaut. Auch energetisieren die deutlich sichtbaren Spuren des Alters wenig im Vergleich zu den rundherum sich anbietenden Schönheiten.









 

Die Neue

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Österreich ist ein Land der Vereine – und das zunehmend. Das entsprechende Register zeigt für 2006 76.436 aktive Vereine und für 2017, ein Plus von fast 15%, 87.330. Wenig überraschend angesichts der dominanten Wanderungsbewegungen: Die absolute Zahl der Vereine nimmt in der Stadt zu und in ländlichen Gebieten – dort allerdings auf Basis einer hohen Vereinsdichte – ab. Bei der Bezeichnung ihrer obersten Leitung wählten die unter dem Dach des OeSV versammelten Vereine biedere bzw. naheliegende Bezeichnungen, i.d.R. Präsident oder Obmann/-frau. Auch die meisten anderen Vereine stellen da keine Ausnahme dar.









 

Biedere Vereinsmeier?

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Die Dämmerung neblig-kalt, aber im wohlig-warmen Wohnzimmer steht eine dampfende Tasse Tee ebenso bereit wie duftender Lebkuchen. Auf einmal ein lautes, dumpf-kratzendes Geräusch. Ich schaue durch die Terrassentüre – und erblicke einen riesigen Container, der unseren zugegebenermaßen sehr klein geratenen Garten fast gänzlich ausfüllt. Rasch eile ich hinaus und sehe eine leicht verschmutzt wirkende Gestalt hinter dem Container hervorkommen.









 

Auf hoher See

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Zweifellos sind die österreichischen Leuchttürme unseres Sports zu bewundern. Eine kleine (!) Auswahl umfasst Hubert Raudaschl als Rekordteilnehmer bei Olympischen Spielen, Roman Hagara, Hans-Peter Steinacher und Christoph Sieber als mehrfache Olympioniken, Hans Spitzauer als wohl vielseitigster aktiver österreichischer Segler der Weltspitze oder Andreas Hanakamp als Ikone des Hochseesegelns. Mehr noch fesseln aber langjährige Helden des seglerischen Alltags meine Aufmerksamkeit. Damit meine ich Menschen, die es lokal oder regional unter Seglern zur Bekanntheit gebracht haben, weil an ihnen etwas Besonderes ist.









 

Alltagsgeschichten

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Die Stimmung im Bus bei der Fahrt nach Kroatien ist prächtig, Team Wein4tel macht seinem Namen alle Ehre. Nach der Bootsübernahme das obligate Begrüßungsdinner, alle Tische dicht besetzt. Alle? Einer fällt mit zwei einsamen Gestalten ein wenig aus dem Rahmen. Was, nur zwei Leute für den Hofbauer Business Sprint von Umag nach Biograd? Ist denen die halbe Crew abhanden gekommen? Die können froh sein, wenn sie vor dem Zeitlimit ankommen, auch wenn es nur 130 Seemeilen sind … So oder ähnlich mag der eine oder andere sorgenvoll-mitleidig gedacht haben.









 

Twinni

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Heutzutage können Menschen wie Sie und ich ganz schnell „Ambassador“ werden, also Botschafterin oder Botschafter. Eine kleine Auswahl dessen, was Normalos offensteht: Whiskey (z.B. Makers Mark), Geldtransaktionsfirmen (z.B. Neteller), Hotels (z.B. Sava Hotels & Resorts), Bekleidung (z.B. Lanierie) oder Zigarren (z.B. CigarCities). Abgesehen vom zweifelhaften Vergnügen der Eindeutschung eines englischen Begriffs, verbunden mit der netten Variante Ambassadorin und der Verflachung dessen, was er eigentlich umfasst – die Grundidee ist attraktiv: Menschen entscheiden sich, etwas, das ihnen wichtig ist, zu ihrem zentralen Anliegen zu machen, es aktiv zu vertreten, für ein positives Image zu sorgen, dessen Interesse zu wahren und dabei stets höflich zu bleiben.









 

Ambassador

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Der Neusiedler See zugefroren, das Eis solide, wenngleich nicht spiegelnd, über’s Wasser gehen das Gebot der Stunde. Egal ob mit Schlittschuhen oder Schneestiefeln, es ist interessant, den aus vielen Sommern wohlbekannten Clubhafen aus neuer Perspektive zu erkunden. Diese Art der Fortbewegung offeriert Möglichkeiten, die das Boot im Sommer nicht hat: Auf der Stelle kehrt oder einen Schritt nach vorne, zwei zurück machen, mich im Kreis drehen, innehalten – das eröffnet neue Perspektiven.









 

Meditatio glaciei*

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Sitze bei einer Tasse Earl Grey Orange Pekoe, Schoko-Lebkuchen, „You want it darker“ von Leonard Cohen und dem beeindruckenden Buch „Die Welt im Rücken“, in dem Thomas Melle über seine bipolare Erkrankung schreibt, im wohlig-warmen Wohnzimmer. Kurzum: Adventliche Besinnung. Plötzlich ein unangenehmes Kratzgeräusch auf der Terrasse. Ich werfe einen Blick hinaus –das Weihnachtsengerl. Allerdings in äußerst ungewöhnlichem Outfit: Es ist von Kopf bis Fuß in bronzene Alufolie gehüllt, zwei seltsam anmutende, etwa zwei Meter lange, dünne Stangen stehen im rechten Winkel von beiden Flügeln ab und zeigen beinahe direkt auf mich. Wortlos runzle ich die Stirn und bitte meinen gefiederten Freund mit einer einladenden Geste ins Haus.









 

Mit der Zeit gehen

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Anlaufen von Vrulje auf der Insel Molat. Heftiger Wolkenbruch, 50 Meter Sicht, das Fischen der Boje gelingt zum Glück auf Anhieb. Erst einmal alles unter Kontrolle. Später kommt die Sonne heraus und wir hängen auf unserer 50er die Klamotten zum Trocknen auf. Entspannter Blick in die Bucht. Das übliche, Segler wie wir, die Schutz vor der angesagten Bora suchen. Doch halt: Etwas weiter draußen liegt eine mittelgroße Motoryacht – mit helicopter landing pad. „No, a scho was, der konn si net amoi a Boot mit zwa Helipads leisten“, murmeln die an der spanischen und französischen Mittelmeerküste Gestählten unter uns. Doch insgesamt ist eine gewisse Aufmerksamkeit zu spüren. Immer wieder kehren die Blicke zur Motoryacht zurück, wo Weißgewandete zwischendurch Snacks servieren und nachschenken. Dann drängt sich ein kleines Motorboot aus dem Bauch des Mutterschiffs. Hydrofoiling – sozusagen Mono-Wasserski mit Foiling-Stange – ist angesagt. Die Wettervorhersage wird nicht besser und kurz vor Einbruch der Dunkelheit hebt der Heli Richtung Festland ab. „El Jefe will mit Freundin wohl in Ruhe in Zadar dinieren“, bemerkt einer. Kurz danach lichtet auch die Motoryacht den Anker und verlässt Molat.









 

Simplify your life