Schwimmender Garten

Frische Kräuter bringen Abwechslung in die Bordküche und sind gar nicht so schwierig zu ziehen. Worauf es dabei zu achten gilt, wissen die österreichischen Blauwassersegler Birgit Hackl und Christian Feldbauer

Schwimmender Garten

Das dunkle Indigo des Ozeans, das helle Kobalt des Himmels, Schattierungen von Türkis in der Ankerbucht – die Welt der Segler schillert in den schönsten Blautönen. Ein bisschen Grün schafft dazu einen willkommenen Kontrast. Auf unserer Pitufa haben wir seit Jahren unter der Sprayhood eine kleine Oase installiert, die von Besuchern üblicherweise skeptisch beäugt wird. Die meisten glauben, das Ziehen von Pflanzen auf einem Boot sei kompliziert, aufwendig und umständlich und würde zwangsläufig in einer erdigen Sauerei enden. Unsere ersten Versuche einen Garten an Bord anzulegen, endeten in der Tat mit verwelkten Pflanzen und trotz bester Absichten ermordeten wir unabsichtlich so manchen grünen Passagier. Aber wir lernten aus unseren Fehlern und bald lief die Kräuterproduktion reibungslos. Für Fahrtensegler stellt ein Bootsgarten eine wertvolle Ergänzung des Speiseplans dar, aber selbst für einen längeren Urlaubstörn zahlt sich der kleine Mehraufwand aus, denn eine Handvoll frischer Kräuter verwandelt ein selbst gekochtes Abendessen in ein Gourmetgericht.


Platzwahl
Die Pflanzen sollten sonnig stehen, aber vor Regen und vor allem Gischt sicher sein. Wichtig ist, dass die Töpfe beim Segeln an Ort und Stelle verbleiben können. Wir platzierten die Pflanzen zunächst vor Anker im Cockpit und verfrachteten sie beim Segeln unter Deck, doch so verstarben viele an Lichtmangel. Auch der gute Vorsatz, die Pflanzen an ruhigen Segeltagen im Cockpit zu lassen und sie erst bei rauer werdenden Bedingungen in Sicherheit zu bringen, funktionierte nicht. Wenn das Wetter umschlägt, hat man anderes zu tun, als sich um die grünen Passagiere zu kümmern … Zu guter Letzt fanden unsere Pflanzen unter der Sprayhood ein dauerhaftes Heim, was auf der Pitufa gut klappt, weil es keine Winschen oder Leinendurchführungen in diesem Bereich gibt.

Pflanzgefäß
Blumentöpfe haben üblicherweise ein Loch im Boden, über das überschüssiges Wasser abfließen kann. Auf einem schaukelnden Boot ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis sich aus dem Untertopf erdiges Wasser über das gesamte Cockpit verteilt. Deshalb verwenden wir lieber geschlossene Töpfe. Jede stabile Plastikbox mit niedrigem Schwerpunkt ist gut geeignet, sofern sie in die ausgewählte Pflanzenecke passt.
Fixierung
Damit die Töpfe auf dem krängenden Boot keinen Abflug machen, stellen wir sie auf Anti-Rutsch-Matten und spannen einen Expander rundherum. Auch bei 25 Knoten hart am Wind bleibt der Garten so an Ort und Stelle.

Fixierung
Damit die Töpfe auf dem krängenden Boot keinen Abflug machen, stellen wir sie auf Anti-Rutsch-Matten und spannen einen Expander rundherum. Auch bei 25 Knoten hart am Wind bleibt der Garten so an Ort und Stelle.

Die gesamte Story lesen Sie in der Yachtrevue 6/2022, am Kiosk ab 3. Juni!

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