Elan E6

Die slowenische Wert engagierte für den Look des neuen Performance-Cruisers das Studio Pininfarina und für den gewichtsoptimierten Bau Gurit-Design – klingt vielversprechend

Elan E6

Erstaunlich: Elan Yachts hat ausgerechnet in den Pandemie-Jahren zwei der interessantesten Yachten der Werftgeschichte auf den Markt gebracht. Das erste Modell, die Elan GT6 (Fahrbericht: YR 10/2020), lief 2020 vom Stapel, wurde vom österreichischen Designstudio F. A. Porsche entworfen und sollte die GT-Linie auf das nächste Level heben. Der erhoffte große Auftritt auf der boot in Düsseldorf blieb der Yacht allerdings wegen Corona verwehrt. „Wir haben trotzdem 18 Einheiten verkauft und sind zufrieden,“ bilanziert Marko Skribin, Direktor der nautischen Division von Elan. Auch der jüngste Wurf, die getestete Elan E6, die zum Aushängeschild der bestehenden Performance-Cruiser-Linie aufsteigen soll, konnte die Weltpremiere nicht wie geplant in Düsseldorf feiern und wird ihren ersten Auftritt vor internationalem Publikum im Herbst beim Yachting Festival in Cannes absolvieren.

Viele Köche

An ihrer Entwicklung war ein hochkarätiges Quartett beteiligt. Für das Design zeichnet das Turiner Studio Pininfarina verantwortlich, das untrennbar mit Ferrari, Maserati & Co. verbunden ist und auch für Wally tätig war. Das englische Konstruktionsbüro Humphreys Yacht Design, mit dem Elan seit Jahrzehnten zusammenarbeitet, entwarf einen schnellen, exzellent segelnden Rumpf. Wichtig zu wissen: Im Lastenheft stand ausdrücklich, dass eine ORC/IRC-Optimierung keine Rolle spielen sollte, man konnte daher formelfrei agieren und das Geschwindigkeitspotenzial maximal ausreizen. Zum allerersten Mal dabei waren die slowenischen Laminat-Spezialisten von Gurit-Design, die bei der Erstellung der Laminatpläne möglichst viel Gewicht einsparen sollten. Vierter Mitspieler war das hauseigene Designteam, das überdies beste Kontakte zu slowenischen Olympia-Seglern hat. Die Regatta-Profis brachten ihre Expertise bei der Konzeption des Deckslayouts und der Beschlagsanordnung ein. Viele kluge Köpfe, viele Ideen und Denkansätze. Diese zu koordinieren und kanalisieren, wäre keine leichte, aber eine interessante Aufgabe gewesen, ließ Marco Skribin im Rahmen des Tests wissen.

Klare Ausrichtung

Die Kompromisslosigkeit, die bei der Konzeption des Rumpfes an den Tag gelegt wurde, ist augenscheinlich: Es gibt 15 bis 25 Zentimeter mehr Maximalbreite als bei Performance-Cruisern vergleichbarer Größe und ein achtern nahezu unverjüngtes Heck, das erst oberhalb der Wasserlinie so richtig ausladend wird. Diese Parameter sorgen für extrem hohe Formstabilität und im Vergleich zur enormen Breite gering benetzte Fläche. Die Entscheidung zugunsten zweier Ruderblätter ist angesichts dieser Eckdaten logisch.

Serienmäßig ist das Heck offen, hinter den Rädern gibt es weder Badeplattform noch Sitzbänke – Thema Gewicht, wir erinnern uns. Gegen Aufpreis kann man den Komfort an Bord aber heben: Mit wahlweise einer kleinen oder großen Badeplattform sowie zwei schwebend montierten Sitzbänken hinter den Rädern, in denen sich sogar Kühlschrank und Griller unterbringen lassen.

Optisch wirkt die Yacht niedriger als sie ist. Verantwortlich dafür ist ein Rezess, in dem die großen, trapezförmigen Rumpfluken untergebracht sind, und eine rund zehn Zentimeter unter der Rumpf-Decksverbindung gelegene Kante, über der sich der Freibord nach innen neigt. Designtricks wie Kanten, partielle Rundungen und L-förmiger Verlauf der Seitenfenster im Kajütaufbau betonen die sportliche Note.

Den gesamten Fahrbericht lesen Sie in der Yachtrevue 6/2022, am Kiosk ab 3. Juni!

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