Napoleons Rache

Tarzan und Jane erkunden Napoleons endgültiges Exil St. Helena

„Was soll ich auf diesem kleinen Felsen am Ende der Welt anfangen?“ Napoleon protestierte 1815 vergeblich. Nach der Schlacht von Waterloo wollten die Sieger für immer viel Ozean zwischen sich und dem kleinen dicken Korsen wissen und verbannten ihn nach St. Helena, das wie eine Festung aus dem Südatlantik ragt. Mit sechs mal zehn Kilometern ist das Eiland ungefähr so klein wie die Adriainsel Lastovo, Buchten oder Häfen gibt es nicht, ebenso wenig einen Flugplatz. Wer nach St. Helena will, muss Tage auf dem Ozean verbringen. 1815 konnte man sich also ziemlich sicher sein, dass Napoleon hier nicht wegkommt.
Der Besuch von St. Helena ist auch für Fahrtensegler eine Herausforderung. Mit unserer Nomad ankerten wir auf 18 Metern Wassertiefe einen halben Kilometer vor der Küste in der so genannten James Bay. Bucht? Lachhaft, denn wenn es irgendwo eine offene Reede gibt, dann hier. Abschrecken lassen sich die Yachties aber nicht, neun andere Fahrtenyachten rollten damals mit uns um die Wette, manche sahen aus wie kurz vor dem Durchkentern. Ein guter Grund, viel Zeit an Land zu verbringen. Apropos Landgang: Um diese halsbrecherische Aktion zu vereinfachen, haben die Locals einen Fährdienst ins Leben gerufen. Den „Ferry Service“ ruft man auf Kanal 16, dann donnert eine Alubarkasse heran, von der man meist längsseits gerammt wird – knirsch. Bei hohem Schwell gleicht das Anlanden dann einer Zirkusnummer. Von einer Trapezstange hängen über dem Kai dicke Taue mit Knoten, an denen wir uns wie Tarzan und Jane an Land schwangen.

Den kompletten Artikel finden Sie in Ausgabe 2/2011.

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