Cranchi E26 classic

Die kleinste Cranchi ist trailerbar und bestens geeignet für Ausflüge an die europäischen Binnenseen.

Cranchi E26 classic

Im Motorrad-Jargon versteht man unter einem Café Racer einen schlanken, aufs Wesentliche reduzierte, aber stylischen und vor allem schnellen Flitzer, mit dem sich die europäische Jugend der 1960er Jahre Wettrennen von einem Café zum nächsten lieferte. Überträgt man dieses Konzept aufs Wasser, dann landet man wohl oder übel bei der jüngsten Neuentwicklung der italienischen Traditionswerft Cranchi.
Gemeinsam mit dem bekannten Yacht-Designer Christian Grande konzipierte Aldo Cranchi ein modernes Runabout, das speziell für Binnenreviere entwickelt wurde. Damit besinnt sich die italienische Werft auf ihre fast 150 Jahre zurückliegende Geschichte, die eng mit dem Comer See verknüpft ist.

Die Handschrift von Christian Grande, der auch für Design von Invictus und Sacs verantwortlich zeichnet, ist unverkennbar. Die Formensprache ist nicht verspielt, sondern auf klare Linien reduziert. Dennoch wurde Wert auf Details gelegt. So geht etwa die weit nach hinten gezogene Windschutzscheibe nahtlos in die Handreling der Heck-Sonnenliege über. Rumpffenster und Lüftungshutzen wurden in einen langgezogenen Zierstreifen integriert – ein Designelement, das man schon von Invictus kennt.
Die Cranchi E 26 gibt es in zwei Versionen. Als Rider verfügt die kleinste Cranchi über ein Bugcockpit und eine Außenborder-Motorisierung, wodurch sich das Boot in erster Linie als schicker Tender qualifiziert. Die Classic-Version bietet ein klassisches Runabout-Layout: Badeplattform, große Sonnenliege im Heck, kompaktes Cockpit mit L-förmiger Sitzbank, Teak-Klapptisch und zwei Schalensitzen am Steuerstand sowie Liegewiese am Vorschiff. Ein optionales Bimini, das im zusammengeklappten Zustand unter der Motorraumklappe verschwindet, beschattet das Cockpit.

Die Kajüte verfügt über Marine-WC, U-förmige Sitzbank und Kühlschrank mit 42 Liter Volumen. Sie kann allerdings nur als Stauraum oder Nasszelle verwendet werden und ist nicht zum Übernachten geeignet, da werftseitig kein Einlagepolster vorgesehen ist, um eine Liegefläche zu generieren – schade. Zumindest eine Abdeckungsmöglichkeit für das Marine-WC wäre wünschenswert, da dieses im starken Kontrast zum sonst sehr gediegenen Innendesign mit edler Lederverkleidung steht.

Keine Kaffeefahrt

Bei der Motorisierung kann man zwischen Benzin- und Dieselinnenbordern von Volvo Penta wählen. Wir haben die E26 mit der Maximalmotorisierung getestet. Der 350 PS starke Benziner schiebt über den ganzen Drehzahlbereich so druckvoll wie eine gute Espressomaschine an. Das Überwinden der Gleitschwelle erfolgt jenseits der Wahrnehmungsgrenze. Bei etwas mehr als 40 Knoten ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Den gesamten Fahrbericht finden Sie in der Yachtrevue 7/2019, am Kiosk ab 5. Juli!

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