Marian M 800

Das auf E-Motorboote spezialisierte Familienunternehmen hat energieeffiziente Lebensführung zur Maxime erklärt. Das zeigt sich auch am neuen Flaggschiff

Marian M 800

Ion Marian ist keiner, der eine große Lippe riskiert. Selbst die Weltpremiere des bislang größten Modells Marian M 800 ging heuer auf der Austrian Boat Show in Tulln ohne großes Brimborium über die Bühne. Markenzeichen der aus sechs Modellen zwischen 5,80 und 7,90 Meter bestehenden Marian-Palette ist, dass jedes einzelne für die speziellen Bedürfnisse eines mit Elektromotor betriebenen Bootes maßgeschneidert ist – ein entscheidender Punkt, der auch bei der Entwicklung des neuen Flaggschiffes bewusst berücksichtigt wurde.

Koproduktion

Gleichzeitig hat man beim M 800 aber auch neue Wege beschritten. Gemeinsam mit Sohn Alex, der seit drei Jahren in allen Bereichen des Unternehmens mitarbeitet, entschied Ion Marian, das neue Boot von einem Duett zeichnen zu lassen. Das Unterwasserschiff wurde vom slowenischen Konstruktionsbüro Marine Design, der Bereich über der Wasserlinie vom Salzburger Produktdesigner Gerald Kiska konzipiert. Kein Neuland für Kiska übrigens, stammen doch zahlreiche exklusive Boote aus seiner Feder. Diese aufwendige und kostspielige Vorgangsweise hat einen guten Grund: Man wollte zu den bereits vorhandenen eleganten Klassikern einen modernen, stylischen Luxus-Daycruiser für hohe Geschwindigkeiten und große Reichweiten in das Programm holen. Und dafür, so Marian, benötige es eben Spezialisten.
In Sachen Motorisierung arbeitet Ion Marian seit langem mit Piktronik-Gründer Ewald Kopriva zusammen und so war es naheliegend, im neuen Boot als Maximalvariante den neuen und mit 150 kW stärksten Piktronik-Motor zu verbauen. Die Voraussetzung dafür mussten die Konstrukteure von Marine Design schaffen. Deren Kunst bestand darin, einen Rumpf zu entwickeln, der mit Motoren zwischen zehn und 150 kW optimal zurechtkommt. „Letztendlich haben wir zwei Rümpfe in einem bekommen“, erläutert Alex Marian am Beispiel eines Renderings des M 800. Um sich für starke Motoren fit zu erweisen, musste der Rumpf aus Gründen der Stabilität vergleichsweise breit sein und über entsprechend viel Volumen, sprich Auftrieb verfügen. Andererseits sollte die benetzte Fläche möglichst gering gehalten werden, was den Verbrauch reduziert und höhere Geschwindigkeiten erlaubt. Zweifellos eine komplexe Ausgangssituation, die der slowenische Konstrukteur bemerkenswert kreativ löste: Er baute entlang der gesamten Bootslänge beidseits des Rumpfes eine im Durchschnitt 15 Zentimeter breite und drei Zentimeter hohe Stufe ein. Im Stehen und bei langsamer Fahrt liegt das Unterwasserschiff inklusive Stufe vollflächig auf, beschleunigt das Boot, kommt die Stufe frei. Dann verringert sich die benetzte Fläche, es stellt sich ein spürbar leichtfüßigeres Verhalten ein und der Stromverbrauch wird reduziert.

Handarbeit

Marian-Boote sind für hohe Verarbeitungsqualität und Detailverliebtheit bekannt. Die Rümpfe werden in der eigenen Werft in Rumänien gefertigt, der Zusammenbau erfolgt in der Werft in St. Wolfgang am Wolfgangsee. Unterwasser und Vorschiffsbereich des M 800 bestehen aus Volllaminat, die Seitenwände von der Windschutzscheibe bis zum Heck aus Sandwich. Das Boot ist um rund 300 kg schwerer, als vom Konstrukteur berechnet – laut Marian eine bewusste Entscheidung, damit der Rumpf auf jeden Fall stabil und steif genug ist.
Die Badeleiter ist eine Eigenentwicklung, ebenso die formschöne, rahmenlose Windschutzscheibe aus Acrylglas.

Den gesamten Fahrbericht lesen Sie in der Yachtrevue 9/2019, am Kiosk ab 6. September!

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