Bavaria C57

Mit der ersten Yacht aus der C-Modellreihe läutet Bavaria ein anderes Zeitalter ein: Neue Designer, neue Produktionstechnologien und eine neue Großzügigkeit weisen den Weg in die Zukunft

Bavaria C57

Groß, größer, am größten. Die Großserienwerften lieferten sich in den letzten Jahren ein regelrechtes Wettrüsten und brachten immer größere Flaggschiffe jenseits der 60 Fuß auf den Markt. Bavaria entzog sich dieser Gigantomanie bisher, kommt nun aber mit der völlig neu entwickelten C57 auf den Markt zu. 57 Fuß klingen nicht monumental, aber das täuscht. Die C57 bietet um 30 Prozent mehr Platz als die alte Bavaria Cruiser 56 und wirkt auch in ihrer Aufmachung wertiger und großzügiger als bisherige Modelle.

Bei der Entwicklung wurden bewusst neue Wege eingeschlagen. Statt des bisherigen Hausdesigners Farr Yacht Design wurde der Italiener Maurizio Cossuti engagiert, der sich als Konstrukteur von ORC-Rennyachten einen Namen gemacht hat. Er zeichnete einen Rumpf mit hohem Freibord und Deckstrak sowie ein beim Mast ansetzendes, abgestuftes Deckshaus mit umlaufenden Glasscheiben; so hat man auch vom Inneren aus stets seine Umgebung im Blick. Die drei großen, rechteckigen Rumpffenster waren am blauen Rumpf der Testyacht nur schwer auszumachen, sollen aber zu den größten in ihrer Klasse zählen. Das Heck ist mit mehr als fünf Metern Breite sehr ausladend und wirkt ohne Chines etwas massig. Dafür beherbergt es eine Dingi-Garage, die einen Tender bis 3,6 Meter Länge, Tauchausrüstung sowie SUP-Boards aufnehmen kann, und bietet eine riesige Badeplattform.

Als Zugeständnis an die Performance hat die C57 einen höheren Mast und mehr Segelfläche als die nahezu gleich lange Cruiser 56. Sie wird serienmäßig mit einer Selbstwendefock von Elvström und einem Epex-Rollgroß mit Vertikallatten ausgestattet. Damit kommen kleine Crews auch bei mehr Wind gut zurecht. Mangels Wind am Testtag konnte die C57 ihre Segeleigenschaften nicht wirklich unter Beweis stellen. Das kleine Vorsegeldreieck erzeugt bei gerade mal fünf Knoten schlichtweg zu wenig Vortrieb und ein Code Zero war leider nicht verfügbar. Unter Gennaker lief die 17 Tonnen schwere Yacht bei 4,2 Knoten Wind jedoch immerhin 3,6 Knoten. Als uns eine Wolke kurzzeitig Böen bis zu acht Knoten schickte, segelten wir mit fünf Knoten Geschwindigkeit 40 Grad am Wind.

Die Yacht ist auf eine kleine Crew ausgelegt und ließe sich auch von einer Person gut bedienen. Großschot, Großfall, Unterliekstrecker und Niederholer verlaufen unter Deck und enden bei der hydraulischen Winsch direkt vor den Steuersäulen.

Den gesamten Fahrbericht lesen Sie in der Yachtrevue 9/2017, am Kiosk ab 1. September!

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