Bihan 6.50

Das französische Konstruktionsbüro Finot/Conq belebt einen an Neuheiten armen Teilbereich des Marktes mit einem Daysailer, den es in dieser Form noch nicht gegeben hat

Bihan 6.50

Der Innovationsgeist kleiner, französischer Werften inspiriert derzeit die nautische Szene, erfahrungsgemäß setzt sich aber nur ein Bruchteil der Ideen durch. Dennoch sind kreative Produkte interessanter als „neue“ Yachten, die de facto auf alten, verlängerten, gekürzten oder im Bug- und Heckbereich modifizierten Rümpfen beruhen und ein einziges Ziel verfolgen, nämlich auf möglichst kostengünstige Weise möglichst viel Publikum anzulocken.

Innovativ, das bedeutet nicht , dass man alles neu erfinden muss. Wunderbares Beispiel dafür ist die Bihan 6.50, die im renommierten Konstruktionsbüro Finot/Conq entworfen wurde. Federführend war Pascal Conq, dem es beim Test ein echtes Anliegen war, die Beweggründe für die Entwicklung dieses familientauglichen Daysailers schlüssig darzulegen.
Die Yacht wird in Arzon am Golf du Morbihan von der kleinen Werft Marine Composites in Sandwichbauweise mit Schaumkern gebaut. Das Revier in Westfrankreich ist für seine seichten Tidengewässer bekannt. Trockenfallen steht an der Tagesordnung, somit war klar: Das Boot muss Schwenkkiel und Klappruder besitzen. Ein Doppelruder mit Stützfunktion braucht es nicht, die Breite (trailerbare 2,50 m) ist so bemessen, dass man mit einem Singleruder zurecht kommt.

Der Golf du Morbihan gilt als Segelhochburg, in der dieser Sport in allen Facetten gelebt wird. Hier begegnet man traditionellen, gaffelgetakelten Sinagots ebenso wie modernen Regattabooten. Diese Vielfalt inspirierte Conq dazu, Moderne und Tradition in der Bihan 6.50 zusammenlaufen zu lassen.

Einst und jetzt

Das Rumpfdesign orientiert sich an den in Frankreich populären Einheitsklasse-Racern Open 5.70 und 6.50. Die Konzeption des Rumpfes mit Hard Chines erledigte Pascal Conq quasi im Schlaf: flaches Unterwasser im Vorschiffsbereich für schnelles Angleiten, hohe Formstabilität als Resultat eines flachen U-Spants mit vom Bug bis zum Heck verlaufenden Chines. Der U-Spant ist so konzipiert, dass man bei Leichtwind mit leichter Lage und entsprechend gering benetzter Fläche segeln kann.

Das Steilgaffelrigg ist eine Hommage an die traditionellen Sinagots. Conq hat das Rigg allerdings so modifiziert, dass es hinsichtlich Segelleistung einem 7/8-Rigg um nichts nachsteht. Es bietet beim Trailern sogar Vorteile, weil die Karbon-Spieren kürzer und leichter transportabel sind als ein langer Mast. Das Gaffelrigg kommt übrigens ohne Achterstag und Salinge aus. Beim Trimmen sind Menschen mit Opti-Vergangenheit im Vorteil. Sie erinnern sich vermutlich an die Regel: Je mehr Wind, desto stärker die Spriet durchsetzen. Faszinierend ist die Kombination aus Gaffelrigg, moderner Selbstwendefock und Gennaker.

Den gesamten Fahrbericht lesen Sie in der Yachtrevue 12/2016, am Kiosk ab 2. Dezember!

Der komplette Bericht als PDF-Download:

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