Sunbeam 22.1

Vor 48 Jahren hat die Mattseer Werft mit der Sunbeam 22 den Grundstein für ihren Erfolg gelegt. Gelingt Schöchl mit der Nachfolgerin wieder ein derartiger Wurf?

Sunbeam 22.1

Nie zuvor ist die Latte für die Schöchl-Werft so hoch gelegen wie bei der neuen Sunbeam 22.1. Schließlich ist die Vorgängerin Sunbeam 22 eine Legende, die auf den heimischen Seen vor allem wegen ihrer Leichtwindeigenschaften auch nach fast einem halben Jahrhundert auf dem Markt geschätzt wird. Entsprechend hoch war die Erwartungshaltung.
Schöchl-Mastermind Manfred Schöchl und die slowenischen Konstrukteure von J&J-Design taten gut daran, sich einerseits an die ranken, zeitlosen Linien der Sunbeam 22 zu halten, andererseits aber einen modernen Rumpf mit pfiffigen Details zu schaffen. So beginnen die Chines der
Sunbeam 22.1 achtern, verschwinden mittschiffs und kommen in der Bugsektion
wieder zum Vorschein. Durch diesen Kunstgriff verfügt die Sunbeam 22.1 über das gleiche schmale Unterwasserschiff wie die alte 22er, gleichzeitig aber über mehr Volumen oberhalb der Wasserlinie.
Die Rumpflänge von 6,70 m ist beibehalten worden, auch wenn die Wasserlinie der neuen 22er dank steilem Steven einen Meter länger ausfällt. Ident sind Freibordhöhe und die Breite an der Wasserlinie. Sieht man beide Boote nebeneinander liegen, hält man das kaum für möglich, denn die Sunbeam 22.1 wirkt deutlich größer und fülliger.

Einfach segeln

Wie schon bei der Sunbeam 22 steht bei der Neuauflage das unkomplizierte Segelvergnügen an erster Stelle. Das gesamte Konzept – Deckbeschläge, Stabilität und Rigg – ist darauf abgestimmt. Das Boot ist trailer- und slipbar. Mit einem Basispreis von rund € 26.000,– liegt die Sunbeam 22.1 in einem Segment, das die Anschaffungskosten eines Mittelklasseautos nicht übersteigt.
Damit die Sunbeam 22.1 in Tief- wie Flachwasserrevieren gleichermaßen genutzt und einfach transportiert werden kann, ist sie als Integralschwerter ausgeführt. Ballastschwert und Innenballast bringen zusammen 506 kg auf die Waage, was einem Ballastanteil von 38 Prozent entspricht. Für das schlanke Schwert wurde ein massives Stahlgerüst entwickelt, das im Falle des Auflaufens einen Schaden am Rumpf verhindern soll. Der Bleiballast wurde unter der Bugkoje in die Innenschale einlaminiert, sowie seitlich des Schwerts herausnehmbar verbaut.
Innovativ ist auch das über Druckfedern aufholbare Ruderblatt im Bionik-Design. Die drei Rundungen im unteren Teil sind den Brustflossen eines Buckelwals nachempfunden und sollen für eine optimale Anströmung sorgen. Für Flachwasser-Reviere wird es eine kürzere Version mit mehr Vorbalance geben.
Ein besonderer Coup ist Schöchl mit der Nominierung der Sunbeam 22.1 zum offiziellen Regattaboot der Segel-Bundesliga gelungen – gesteigerte Aufmerksamkeit ist damit garantiert. Der Rumpf der Regatta-Version ist ident mit jenem der Cruising-Version. Es fehlen nur Polsterungen, Ablagen, Packtaschen und Bugkorb, was zu einer Gewichtsersparnis von rund 100 kg führen dürfte. Außerdem wurden im Cockpit achtern tiefere Bänke verbaut; dadurch fallen die Backskisten kleiner aus. Relingsgurte fehlen in der Bundesliga-Variante, stattdessen wird es ein Gurtsystem zum Ausreiten geben. Es befand sich beim Test allerdings noch im Entwicklungsstadium.

Anpassungsfähigkeit

Der Mast steht in einem Edelstahl-Mastschuh mit zwei Bolzen an Deck und kann einfach gelegt werden. Das modifizierte Bergström-Rigg kennt man bereits von der Sunbeam 24.2. Der Mast ist wie bei einem Katamaran in sich mit Diamonds verstagt, die durch ein weit ausladendes, stark gepfeiltes Salingspaar laufen.

Den gesamten Fahrbericht samt Vergleich zwischen Bundesliga-Modell, Fahrtensegler-Version und Vorgängerin Sunbeam 22 lesen Sie in der Yachtrevue 6/2016, am Kiosk ab 3. Juni!

Der komplette Bericht als PDF-Download:

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