„Eine Zahl kann nicht alles abbilden, was sich am Wasser abspielt.“

Interview mit Christian Bayer-Paltauf, dem neuen Leiter des Fachausschusses Yardstick, über Transparenz, die Kunst der Optimierung und sein Selbstverständnis als Dienstleister

„Eine Zahl kann nicht alles abbilden, was sich am Wasser abspielt.“

Yachtrevue: Sie leiten seit Anfang des Jahres den Fachausschuss Yardstick und haben bereits einige Änderungen auf Schiene gebracht. Transparenz ist dabei ein zentrales Thema – warum?
Christian Bayer-Paltauf: Ziel ist es, das Yardstick-System laufend zu modernisieren, die Zahlen so fair wie möglich zu gestalten und Änderungen offenzulegen. Deshalb wird ab sofort jede Anpassung einer Yardstick-Zahl auf der OeSV-Webseite dokumentiert und nachvollziehbar gemacht: Wer hat den Antrag mit welcher Begründung gestellt und warum wurde ihm stattgegeben. Das soll der Szene Diskussionen ersparen und Unmut verhindern.

YR: Wer darf sich eigentlich an den Fachausschuss wenden? Auch ein einzelner Segler, der mit der Einstufung seiner Yacht unzufrieden ist?
Bayer-Paltauf: Im Regulativ steht, dass die Änderung einer Zahl von der Klassenvereinigung, einem Club, einem Mitglied des Fachausschusses oder einem Eigner beantragt werden kann. In der Praxis sind wir auf das Feedback der Seglerinnen und Segler angewiesen. Ich fordere daher alle Aktiven auf, unsere Arbeit mit konkretem Input zu unterstützen – jede Beobachtung, jeder Hinweis kann eine wichtige Information sein, egal, ob das von Wettfahrtleitung, Protestkomitee, Teilnehmern oder kundigen Zusehern kommt. Das Regulativ ist ständig im Fluss, wird jährlich adapiert, optimiert und dadurch fairer gemacht.

YR: Allen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann – das gilt für den Hüter der Yardstickzahlen wohl ganz besonders. Wie gehen Sie damit um?
Bayer-Paltauf: Eine einzelne Zahl kann nicht alles abbilden, was sich am Wasser abspielt, das muss allen klar sein. Für die Vergabe einer Yardstick-Zahl gibt es (noch) keine Berechnung, daher erfolgt sie in einem gewissen Maße willkürlich. Damit müssen wir leben. Das heißt aber nicht, dass dieses System schlecht ist. Man muss nur gewissenhaft und konsequent an seiner Optimierung arbeiten. Perfekt wird es nie sein, das können wir uns abschminken.


YR: Wie kommt der Fachausschuss zu den jeweiligen Zahlen?

Das gesamte Interview lesen sie in der Yachtrevue 6/21, am Kiosk ab 4. Juni!

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