Drum prüfe, wer sich bindet

Auch wenn es nur für die Dauer eines Urlaubstörns ist – Begleiter an Bord wollen gut gewählt sein

Drum prüfe, wer sich bindet

Segeltörn mit Freunden. Das klingt nach einem guten Plan, denn geteilte Freude ist bekanntlich doppelte Freude und gute Gesellschaft einem gelungenen Urlaub üblicherweise zuträglich. Also fragt man herum, wer Zeit und Lust hat, bekommt Ab- und Zusagen und hat schließlich eine nette Truppe beisammen. Die Vorfreude ist groß, das vorab einberufene Crew-Treffen läuft prächtig, die Anreise funktioniert klaglos. Alles scheint eitel Wonne zu sein – bis es am dritten Tag auf See gewaltig kracht. A streitet mit B, C bezieht nicht eindeutig Stellung, D ist daraufhin tödlich beleidigt, was E in die innere Emigration und F in den Wahnsinn treibt. Au weia.

Ein Schiff wirkt wie eine Lupe, positive und negative Eigenheiten werden überdeutlich sichtbar, Gefühle intensivieren sich. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit für Zoff und Zoff an Bord ist ein Alptraum. Man kann sich weder aus dem Weg gehen noch eine Auszeit nehmen, sitzt bis zum bitteren Ende buchstäblich in einem Boot. Darum sollte man bei der Wahl der Törn-Partner besondere Umsicht walten lassen. Aber auf welche Kriterien gilt es zu achten? Wir haben sechs Fragen aufgelistet, die man potenziellen Mitseglerinnen oder Mitseglern stellen sollte – und zwar bevor sie fix zusagen, nicht nachdem Schiff und Flüge gebucht wurden.

1. Weißt du, was der Alltag an Bord konkret bedeutet?

Törn-Neulinge haben häufig romantisierte Vorstellungen vom Leben auf einer Yacht und sind dann geschockt von den tatsächlichen räumlichen Dimensionen und dem Mangel an Intimsphäre. Was der Salzbuckel als großzügige Kabine beschreibt, kann das Greenhorn als unzumutbares Verlies empfinden, die Konfrontation mit der beengten Nasszelle sowie den Besonderheiten der Pump-Toilette einen unbezwingbaren Fluchtreflex auslösen. Weitere Aspekte, über die unerfahrene Crewmitglieder womöglich nicht Bescheid wissen, betreffen die Regeln zum Wasserverbrauch an Bord, die eventuell beschränkte Möglichkeit elektronische Geräte aufzuladen bzw. zu benutzen oder den vergleichsweise geringen Stauraum. Ganz wichtig daher: Ausführliche, ungeschönte Info geben, das Bordleben in allen Details besprechen und im Zweifel lieber drastisch schildern. Besser vorher ein „Ich glaube, das ist nichts für mich“ ernten als nachher ein „Wenn ich das gewusst hätte“.

2. Welche Erwartungen hast du an die gemeinsam verbrachte Zeit am Wasser?

Einen Törn kann man sehr unterschiedlich anlegen. Baden und Buchtenbummeln, Meilen fressen und das Letzte aus der Yacht holen, ausgedehnte Inselwanderungen machen und die Natur genießen, kulinarische Hotspots besuchen und lokale Sehenswürdigkeiten abklappern – was der eine gar nicht braucht, ist für den anderen unbedingte Voraussetzung für eine gelungenen Woche. Divergieren die Erwartungshaltungen der Crewmitglieder stark, ist zwangsläufig irgendjemand frustriert. Was steht im Vordergrund bei unserem Törn: Erholung, sportliche Herausforderung, Abwechslung, Genuss?

Die gesamte Story finden Sie in der Yachtrevue 8/2017, am Kiosk ab 4. August!

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