Sicherheit auf See

Ein Praxistraining vermittelt nicht nur theoretische Inhalte und Erfahrungen, sondern sensibilisiert für Gefahrenquellen auf See

Sicherheit auf See

Es ist nass, kalt und vor allem stockdunkel. So also fühlt es sich an, wenn man über Bord gegangen ist. Ich treibe mit dem Gesicht nach unten im eisigen Wasser und warte auf das erlösende „Pffff“ aus der CO2-Patrone meiner Rettungsweste. Vergeblich. Wie gut, dass ich nicht bewusstlos bin und meine Weste mit dem Mundstück aufblasen kann. Auftrieb habe ich ja zum Glück genug. Unter den zahlreichen Schichten meiner Segel-Bekleidung haben sich jede Menge Luftblasen gebildet. Ich treibe wie ein Michelin-Männchen an der Wasseroberfläche, an Schwimmen ist nicht zu denken. „Hätte ich mir irgendwie einfacher vorgestellt“, schießt es durch meinen Kopf. Hektisch paddelnd versuche ich meine Crew zu erreichen, die sich bereits zu einer schwimmenden Raupe formiert hat.
Die Teilnahme an einem Sicherheitstraining ist ein echter Augenöffner. Du kletterst in eine wild hin- und herschaukelnde Rettungsinsel, versuchst einen Fettbrand zu löschen, feuerst eine Seenotfackel ab, gewinnst Erfahrungen, die eine noch so eindrückliche Lehrstunde nicht bieten kann.
Und Erkenntnisse aller Art:
In die Rettungsinsel zu klettern ist strapaziös, die Gummiwurst bietet null Halt, die Einstiegsleiter ist äußerst kippelig und die Rettungsweste ständig im Weg. Ohne fremde Hilfe ist es kaum zu schaffen.
Wenn die Pfanne in Flammen steht, wird es heiß. Sehr heiß. Wasser ins Öl zu gießen ist keine gute Idee und führt zu einer Verpuffungsreaktion mit meterhoher Stichflamme. Neben der Pantry sollte daher immer leicht erreichbar eine Löschdecke aufbewahrt werden.
Die Seenotfackel ist grell, sticht in den Augen und kratzt im Hals. Daher davon abwenden und eine Sonnenbrille aufsetzen, sonst bist du derart geblendet, dass du die Küstenwache nicht erkennst, wenn sie schon dabei ist längsseits zu gehen.

Beim Sicherheitstraining lernt man auch den richtigen Umgang mit dem Wurfsack. Das Video zeigt, wie es geht

Den gesamten Artikel plus eine Vorstellung von in der Praxis getesteten MOB-Rettungsmittel finden Sie in der Yachtrevue 1/2016, am Kiosk ab 4. Jänner!

Der komplette Bericht als PDF-Download:

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