Alle Jahre wieder

Seit gestern läuft die berühmt-berüchtigte Langstreckenregatta Round Palagruza Cannonball

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28 Teams auf baugleichen Segelyachten jagen derzeit einen schwer zu knackenden Streckenrekord. Werden die 54:05:59 für den 380 Seemeilen langen Parcours in der Zentraladria fallen?
„Die Fabel-Siegerzeit des vorjährigen Rennens verdanken wir einer Nacht, in der es Windstärke 7 geblasen hat. Eine Neuauflage solcher Bedingungen wünscht sich eigentlich niemand,“ kommentiert Veranstalter Ronnie
Zeiller, dessen Nautikverein Sail Attack die Regatta zum heuer bereits vierten Mal organisiert, die schmalen
Chancen auf einen neuen Streckenrekord.
Starkwind, Sturmwelle und eisige Kälte in stockfinsterer Nacht hatten beim 2010er-Rennen acht Teilnehmerteams zur Aufgabe gezwungen und wieder einmal den Ruf des Round Palagruza Cannonball als selektivste Mutprobe im österreichischen Regattakalender belegt.
2008 erstmals als radikale Alternative zum ansonsten eher benutzerfreundlich-gemütlichen Regattabetrieb österreichischen Zuschnitts gestartet, fand das Cannonball rasch eine eingeschworene Fangemeinde. Sie schlüpft alle Jahre wieder zur Osterzeit in den Faserpelz, um es mit der frühlingskühlen Adria und den jahreszeitbedingten Wetterkapriolen aufzunehmen: „Spätestens um Neujahr sind alle Boote ausreserviert,“ freut sich Ronnie Zeiller über den Zuspruch zu seiner Veranstaltungsidee.
Zwar wird das Rennen nicht auf radikalen Sportgeräten, sondern auf serienmäßig ausgerüsteten Charteryachten ausgetragen, aber die Vergleichbarkeit der Boote sorgt zusammen mit der umgerechnet über 700 Kilometer langen Nonstop-Strecke für überzeugenden sportlichen Wert. In den Teilnehmerlisten finden sich deshalb immer wieder prominente Namen der Segelprofi-Szene, wie etwa 2009 und 2010 die Olympionikin Sylvia Vogl. Wobei Prominenz beim Cannonball keine zwingende Garantie für einen Platz auf dem Siegerstockerl ist: „Neben fundiertem Wissen über Wind und Wetter und exzellenter Seemannschaft brauchen Cannonball-TeilnehmerInnen auch noch den langen Atem, über bis zu 4 Tage hinweg als Team eine Spitzenleistung zu erbringen,“ verrät und Zeiller, warum noch jedes Cannonball spannend bis zum Schluss war und nicht selten einen Überraschungssieger hatte.
Neben einem dichten Sicherheitsnetz für die Teilnehmer, Notarzt, Sanitäter und Rettungstaucher inklusive, bieten die Veranstalter auch spannende Unterhaltung für die Daheimgebliebenen: Jedes Teilnehmerboot ist mit einem Sender versehen, der automatisch Trackingsignale aussendet. Unter der Webadresse www.followmyroute.com/rpc2011 kann das Rennen aus dem Lehnstuhl in Echtzeit verfolgt werden: „Fast so spannend wie dabei zu sein - und ganz sicher viel bequemer,“ seufzt Zeiller, der auch heuer wieder eine Stunde vor dem Start aus Funktionärsblazer in die Ölzeugjacke geschlüpft ist um selbst eine Yacht um den Parcours zu prügeln.
www.roundpalagruza.org

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