Sealine F430

Die neuste Flybridge-Yacht der Hanse Gruppe ist ein solider Allrounder mit viel Wohnraum und sportlicher Performance. Dafür wurde sie für den European Powerboat of the Year Award nominiert

Sealine F430

Flybridge-Modelle verkörpern wie kaum ein anderer Yacht-Typ mediterranes Flair und sonniges Urlaubsfeeling. Als wir Ende Oktober die neue Sealine F430 am Greifswalder Bodden testen, ist davon nichts zu spüren. Ein kalter Nordostwind peitscht mit 25 Knoten über die Ostsee, der Himmel ist wolkenverhangen. Mit seiner Metallic-Folierung in stylischem Blitzblau sorgt das Testboot für den einzigen Farbklecks in der Landschaft. Zum Glück gibt es einen wetterfesten Innensteuerstand und eine Klimaanlage, die auch heizen kann und im Salon für wohlige Wärme sorgt.

Die F430 ist die sechste Sealine "Made in Germany“. 2013 schlitterte die britische Traditionswerft Sealine in die Insolvenz und wurde von der Hanse Gruppe gekauft; die Produktion übersiedelte von Kidderminster nach Greifswald. Um die Stammkundschaft von Sealine bei Laune zu halten, hat sich Hanse bemüht, die DNA der Marke zu erhalten.

Sealine steht damals wie heute für klassische Sportcruiser mit praktischen Lösungen, viel Volumen und einer schnörkellosen, zurückhaltenden Designsprache. Dass der Spagat zwischen Kontinuität und Weiterentwicklung gelang, hat unter anderem mit dem Engagement des britischen Designers Bill Dixon zu tun, der einerseits das Erbe bewahrt, andererseits aber auch neue Wege geht.
Der Rumpf der F430 entspricht jenem der 2017 vorgestellten C430, einem Coupé mit Hardtop. Er weist einen senkrechten Steven und ein tiefes V mit 14 Grad Aufkimmung auf. Die kurzen, steilen Wellen auf dem Greifswalder Bodden meistert die F430 mit Bravour – ohne zu stampfen oder in das Wellental zu krachen. Die Beschleunigung mit der empfehlenswerten Maximalmotorisierung von 2 x 600 PS erfolgt kraftvoll. Vor dem Übergang in die Gleitphase steigt der Bug kurzfristig auf, was die Sicht vom Innensteuerstand etwas behindert. Das ist vermutlich der geringen Wassertiefe, durch die das Heck angesaugt wird, sowie den leeren Wassertanks geschuldet – in tiefem Wasser und mit mehr Gewicht im Vorschiff dürfte die Welt anders aussehen –, zudem war auf der Baunummer 1 das optionale automatische Trimmsystem noch nicht perfekt abgestimmt.

Kurvendiskussion

Bei der Testfahrt erreichten wir eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten, bei flacher See sollen laut Werft 33 Knoten möglich sein. Beeindruckend ist das Fahrverhalten der Flybridge-Yacht, die sich fast so spritzig wie ein Sportboot fährt. Sie legt sich eng in die Kurve und klebt am Wasser wie ein Kaugummi am Schuh. Die Geschwindigkeit wird dabei kaum merklich heruntergedrosselt. Antriebsbedingt fallen die Kurvenradien bei Vollspeed größer aus.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Anordnung von Gashebel und Joystick beim Innensteuerstand. Rechts vom Lenkrad befindet sich der Joystick, was beim An- und Ablegen superpraktisch ist, da sich der Skipper durch die Seitentüre bis auf das Deck bewegen und trotzdem noch mit der linken Hand den Joystick bedienen kann.

Den gesamten Testbericht lesen Sie in der Yachtrevue 2/2019, am Kiosk ab 1. Februar!

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