Starke Ansage

Auf ihrer Langfahrt lernten Gerlinde Sailer und Gunther Redondo eine Reihe beeindruckender Skipperinnen kennen, die alleine oder auf Augenhöhe mit einem Mann eine Blauwasser-Reise in Angriff genommen hatten

Starke Ansage

Seit dreieinhalb Jahren sind wir auf eigenem Kiel unterwegs, und in dieser Zeit haben viele segelnde Frauen unseren Kurs gekreuzt. Solistinnen, Schwestern, Freundinnen, Lebenspartnerinnen, Skipperinnen mit assoziiertem Mann. Liegt es an unserem derzeitigen Fahrtengebiet? Die indigene Bevölkerung der Guna in Panama lebt in einer matriarchalischen Ordnung. Die Frauen prägen das kulturelle Leben. Ihnen gehören das Land, das Geld, die Lebensmittel. Trennen sie sich vom Mann (was nicht selten vorkommt), muss der Mann gehen. Kinder und Besitz bleiben bei der Frau. In diesem Umfeld kann man sich als Seglerin sicher bewegen. Das alleine dürfte aber nicht der Grund sein, dass so viele Frauen das Steuer buchstäblich in die Hand genommen haben. Die Zeiten scheinen sich vielmehr zu ändern ...

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Nike spricht man genau so aus, wie man es schreibt. Nicht Neiki oder Neik. Der Name kommt aus dem Griechischen und bezeichnet die Göttin des Sieges, in unserem Fall eine 37-jährige, selbstbewusste Frau aus der Gegend um Lüneburg. Nike ist gebildet, abenteuerlustig und weiß, was sie will. Blauwassersegeln zum Beispiel. Sich der Herausforderung stellen und darüber berichten. Was sie nicht will: Daheim jahrzehntelang jeden Cent umdrehen – um dann doch nie aufzubrechen. Daher hat Nike ihr Herz und ihre Ersparnisse in die Hand genommen, um 8.000 Euro ein reparaturbedürftiges Boot gekauft und es segelklar gemacht. Arbeiten kann sie von unterwegs; sie ist eine typische digitale Nomadin.

Erstmals begegnet sind wir Nike online auf ihrem Blog (whitespotpirates.com). Im echten Leben verpassten wir sie mehrmals, bis wir eines Tages die Ankerbucht in Panama teilten. Sie hatte nicht viel Zeit, war gerade am Absprung, organisierte aber für uns ein paar Ersatzteile, die wir dringend benötigten, nachdem ein Blitz in unser Schiff eingeschlagen hatte. Danach machte sie sich wieder auf den Weg. Sie schleuste ihren Karl, ein Alu-Schiff vom Typ Reinke, durch den Panamakanal und segelte Richtung Südsee, musste aber aufgrund eines Motorschadens nach Panama zurückkehren. Dort tauschte sie die Maschine – und brachte es nebenbei fertig, eine 90-minütige Dokumentation über ihr Abenteuer zu planen, fertigzustellen und zu präsentieren. Der Titel: „Untie The Lines!“ Wer sich inspirieren lassen und einen realistischen Eindruck über das Lösen der Leinen bekommen möchte, kann den Film herunterladen (www.untiethelines.de) und damit zugleich Nikes Abenteuer unterstützen.

Im Augenblick verdient sich Nike, die eine unfassliche Energie ausstrahlt, etwas dazu, indem sie auf Joana arbeitet (www.sailjoana.com). Die 72 Fuß lange Stahlketsch ist rabenschwarz, hat blutrote Segel und gehört zwei Freundinnen: Cathy (45) hat ihre Börsen-Karriere an den Nagel gehängt, um auf große Fahrt zu gehen, Maria (37) hingegen ist auf einem Segelboot geboren und aufgewachsen. Zwei Drittel ihres Lebens hat sie auf dem Wasser verbracht, entsprechend souverän geht sie mit dem großen Stahlschiff um. Maria sagt, dass sie uns ein wenig um unseren bewussten Aufbruch beneidet. Sie wurde in das Leben am Wasser hineingeboren, konnte sich nicht dafür entscheiden. Dennoch ist sie mit ihrem Schicksal augenscheinlich sehr zufrieden.

Unweit von Joana liegt oft eine knallrote, 30 Fuß lange Sloop namens Salsa. Sie gehört Kirk, Cathys Partner, der auf der alten Lady bereits die Welt umsegelt hat. Wenn er sich nicht gerade als Skipper verdingt hat, begleitet er die beiden Frauen und ihr Schiff. Die Boote gemeinsam am Horizont zu sehen, lässt uns immer schmunzeln – wie ein Hai und sein Schiffshalter.

Wer wagt, gewinnt

Auch eine Skipperin aus Österreich durften wir kennen lernen. Lydia ist in Knittelfeld aufgewachsen und wollte ursprünglich alleine um die Welt segeln. Auf der Suche nach dem richtigen Boot hat sie Christian von der Ostseeküste kennen gelernt, ihn geheiratet und eine Familie gegründet, mit der sie dann auf der Reinke S11 Salana, einem robusten Aluminiumschiff, auf große Fahrt ging (www.team-manthey.com).

Die ganze Story lesen Sie in der Yachtrevue 7/2018, am Kiosk ab 6. Juli!

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