Sea Ray SLX-W 230

Im ersten Wakesurf-Boot von Sea Ray stecken jede Menge technischer Innovationen, zum Beispiel ein Joystick-Steuersystem für Innenborder

Sea Ray SLX-W 230

Das Surfen hinter einer Motorbootwelle ist eine der am schnellsten wachsenden Trendsportarten. In den USA, wo das Wakesurfen erfunden wurde, vergrößert sich das Segment der Wakesurf- und Wakeboardboote seit 2011 jährlich um zehn bis 16 Prozent. Kein Wunder, dass die Branchengrößen diesen Markt nicht länger den Nischenanbietern überlassen wollen. So hat etwa Bayliner 2016 die auf Zugboote spezialisierte Werft Heyday übernommen und Volvo Penta extra für Wakesurfer den Forward Drive entwickelt, einen Z-Antrieb mit nach vorne gerichtetem Propeller.

Nun ist auch die US-Werft Sea Ray auf den Zug aufgesprungen und bietet mit dem SLX-W 230 ein eigenes Wakesurf-Boot an. Das in der Premium-Sparte SLX angesiedelte Modell soll nicht nur Wassersport-Cracks, sondern auch Einsteiger und Familien ansprechen. Damit dieser Spagat gelingen kann, kommt das vom Motorhersteller Mercury entwickelte Joystick-Steuerungssystem JPI zum Einsatz. Da das Surfen hinter einem Außenborder oder Z-Antrieb viel zu gefährlich wäre, werden Zugboote immer mit Wellenantrieb ausgerüstet. Bei einer starren Welle sitzt der Propeller immer in sicherer Entfernung unter dem Boot, im Fall des SLX-W 230 rund 1,80 m weit von der Badeplattform weg. Allerdings führt diese Konstellation zu einem stark ausgeprägten Propellereffekt und der macht ungeübten Bootsführern beim Manövrieren das Leben schwer. Abhilfe schafft das erste Joystick-System für Innenborder: Es kombiniert den Hauptpropeller mit einem elektrischen Bug- sowie Heckstrahlruder und macht das Bootshandling zum Kinderspiel. Der Gashebel in Neutralstellung aktiviert den Joystick, was optisch durch einen grün leuchtenden LED-Ring angezeigt wird. Wechselt man zurück auf den Gashebel, wird der Joystick deaktiviert und das Licht rot. Die Steuerung erfolgt intuitiv – nach einer kurzen Eingewöhnungsphase meistert man selbst komplizierte Manöver. Bewegt man den Joystick zur Seite, wird das Boot seitlich versetzt, was speziell beim längsseits An-und Ablegen extrem praktisch ist. Dreht man den Joystick, beginnt sich auch der Bug bzw. das Heck zu drehen. Eine 180-Drehung am Teller ist mit Joystick viel schneller absolviert als mit Lenkrad und Gashebel, was wiederum den im Wasser wartenden Surfer freut.

Neuentwicklung

Das SLX-W 230 ist nicht einfach ein Bowrider mit Surfpaket, sondern wurde bewusst als Wakesurf-Boot konzipiert; der Markteinführung ging eine zweijährige Entwicklungsarbeit voraus. Anders als konkurrierende Wakeboard-Boote, die meist über einen flachen Rumpf verfügen und wie ein Sportwagen tiefer gelegt sind, hat das Sea Ray einen ausgeprägten V-Rumpf mit 21 Grad Aufkimmung.

Den gesamten Fahrbericht lesen Sie in der Yachtrevue 7/2018, am Kiosk ab 6. Juli!

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