Reine Freude

Griechenland-Kenner Markus Silbergasser entführt in den Süden des Peloponnes und damit in eines der ursprünglichsten Reviere des gesamten Mittelmeers

Reine Freude

Ruhige Ankerbuchten, kristallklares Wasser, gastfreundliche Einheimische – im Süden der Halbinsel mit ihren vier charakteristischen Fingern, die im Westen vom Ionischen Meer, im Osten von der Ägäis begrenzt wird, kann man es tatsächlich noch finden, das unverfälschte Griechenland, das alle so sehr lieben. Vorausgesetzt man lässt sich auf ein wenig Abenteuer ein, denn Charterbasen gibt es in dieser Gegend nicht. Die Hochburg Lefkas liegt 120 Seemeilen von Pylos entfernt, Lavrion, der beliebte Ausgangshafen für Törns nahe Athen, befindet sich knapp 90 Seemeilen nordöstlich von Kap Malea. Deshalb trifft man selbst im Hochsommer nur selten auf andere Segler.
Allgegenwärtig und ständiger Begleiter ist hingegen die Geschichte der Region: Antike Tempelanlagen, venezianische Festungen und byzantinische Kirchen prägen vielerorts das Landschaftsbild. Ausflüge ins Hinterland sind daher ein Muss und sorgen für Abwechslung.

Pylos

Im Südwesten des Peloponnes wartet mit der nahezu kreisrund in die Küste geschnittenen Ochsenbauchbucht ein landschaftliches Highlight der Region; ihr Strand gilt als einer der schönsten des Landes. Die Öffnung zum Meer ist beidseits von Felsen begrenzt, dahinter erstreckt sich eine beeindruckende Dünenlandschaft mit sanften, von Sträuchern und Gräsern bewachsenen Hügeln.
Gleich daneben findet sich die gut geschützte Naturbucht Navarino. Dort fand 1827 die letzte große Seeschlacht statt, die ausschließlich unter Segeln geführt wurde. Ein Zusammenschluss von englischen, französischen und russischen Schiffen vernichtete in einem vierstündigen heftigen Gefecht die türkische Kriegsflotte – ein historischer Kampf, durch den Griechenland nach jahrelangem Aufstand seine Unabhängigkeit von der Türkei erlangte.

Der Ort Pylos mit seiner nie fertig gestellten Marina eignet sich gut für einen Stopp. Im Stadtkern drängen sich einladende Tavernen, putzige Bäckereien und viele kleine Marktstände, wer sein Golfbag mit an Bord genommen hat, findet in der Gegend auch ansprechende Golfplätze.

Methoni

Kleine Hafenstadt mit imposanter venezianischer Festungsanlage. Die Bucht ist gut geschützt und bietet sichere Ankerplätze, direkt am Sandstrand lockt eine gemütliche Taverne. Am Südende des Kaps steht ein markanter Turm mit Kuppel, Burtzi genannt, der von den Türken erbaut wurde und unter anderem als Gefängnis diente.

Wenn man durch die friedlichen Gässchen der Stadt schlendert, kann man sich kaum vorstellen, dass Methoni einst heftig umkämpft war und als wichtige Drehscheibe für ganz Griechenland diente.

Finikounda

Stimmungsvoller Fischerort, an dessen Wasserfront sich Tavernen, Cafés und Bars aneinander reihen. Die Einheimischen bemühen sich redlich um die Touristen, die von Jahr zu Jahr mehr werden, unzugänglich für Land-Urlauber ist hingegen die 2,5 Seemeilen südöstlich liegende, traumhaft schöne Badebucht mit feinem Sandstrand – mit etwas Glück kann man sie als Yachtie ganz für sich alleine genießen.

Koroni

Die Kleinstadt bietet einen wunderschönen Blick auf den Messinischen Golf sowie eine gut erhaltene, eindrucksvolle venezianische Burg aus dem 13. Jahrhundert, die heute ein aktives Kloster beherbergt.

Alle lohnende Ziele im Süden des Peloponnes finden Sie in der Yachtrevue 7/2018, am Kiosk ab 6. Juli!

Viele weitere Tipps und Törnberichte gibt es auf dem Segel-Blog von Markus Silbergasser unter www.untersegeln.eu

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