Zeitensprung

16 Männer und eine Frau wandeln beim Golden Globe Race auf den Spuren der legendären Regatta vor 50 Jahren und segeln mit den Mitteln von damals solo und nonstop um die Welt

Zeitensprung

So einen Wettbewerb hatte es noch nie gegeben: Die Londoner Zeitung Sunday Times initiierte 1968 ein Rennen, das Solo-Segler nonstop um die Welt führen sollte. Die Startzeit durfte jeder Teilnehmer in einem Fenster zwischen 1. Juni und 31. Oktober selbst wählen, als Startplatz war jeder britische Hafen zugelassen. Der erste Heimkehrer sollte eine Trophäe, der Schnellste einen Geldpreis von 5.000 Pfund bekommen, was heute einer Summe von rund 90.000 Euro entsprechen würde. Die Regatta nannte sich Golden Globe und ging in mehrfacher Hinsicht in die Geschichte ein. Favorit Bernard Moitessier kehrte nach 40.000 erfolgreich zurückgelegten Seemeilen nicht zu seinem Ausgangshafen Plymouth zurück, drehte stattdessen mitten im Atlantik ab, segelte mit seiner roten 12-Meter-Yacht Joshua nach Polynesien und schrieb über seine einsame Entscheidung ein legendäres Buch (“Der verschenkte Sieg“), das heute zu den Klassikern der Maritimliteratur zählt. Der im Hochsee-Segeln völlig unerfahrene Donald Crewhurst, der hoffte mit dem Preisgeld sein bankrottes Unternehmen zu retten, fälschte Positionsmeldungen sowie Logbuch und nahm sich auf See das Leben, als klar wurde, dass der Schwindel auffliegen würde. Und Robin Knox-Johnston, ein 29-jähriger Offizier der britischen Handelsmarine, kam nach 312 Tagen auf seiner nur 8,4 Meter langen Holzketch Suhaili als einziger der neun ursprünglich angetretenen Teilnehmer ins Ziel und war damit der erste Mensch, der die Welt solo und nonstop umsegelt hatte. Die 5.000 Pfund spendete er übrigens der Witwe des unglücklichen Donald Crewhurst.

Knox-Johnstons Aufbruch ins Ungewisse jährte sich heuer am 14. Juni zum 50. Mal. Anlässlich dieses Jubiläums wurde wieder eine Solo-Nonstop-Regatta um die Welt namens Golden Globe ausgeschrieben, mit der man dem historischen Vorbild so nah wie möglich kommen wollte. Zugelassen sind nur Langkieler zwischen 32 und 36 Fuß, deren Riss vor 1987 gezeichnet wurde; exakte Replikas aus Original-Materialien können ebenfalls mitmachen. Und: Es dürfen keine modernen elektronischen Hilfsmittel verwendet werden. Also Karte und Sextant statt Plotter und GPS, Funkgerät statt Smartphone, mechanischer Autopilot und sehr begrenzte Stromversorgung. Die Logbücher werden per Hand geschrieben, Wetterinformationen von außen sind nicht verfügbar. Die Teilnehmer sind allerdings alle gemeinsam am 1. Juli gestartet und das nicht wie ursprünglich geplant von Plymouth, sondern vom französischen Les Sables d’Olonnes aus.

Die gesamte Story lesen Sie in der Yachtrevue 7/2018, am Kiosk ab 6. Juli!

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