Melges 14

Die neueste Solo-Jolle kann Sportgerät, dank unterschiedlicher Riggs aber auch Familienboot sein. Wir baten drei Laser-Staatsmeister ans Steuer und um ihre Experten-Meinung

Melges 14

Die Szene der Solo-Jollen wird nach wie vor vom Laser dominiert, einem Boot, das 1970 von Bruce Kirby gezeichnet und über 210.000 Mal verkauft wurde und seit 1996 zur olympischen Riege zählt.

In den letzten Jahren haben namhafte Hersteller moderne Modelle auf den Markt gebracht, die dem Laser durchaus das Wasser reichen können, etwa Devoti Zero (Fahrbericht: YR 11/14) oder RS Aero. Jüngste Neuerscheinung ist die Melges 14. Um sie genau unter die Lupe zu nehmen, engagierten wir ein äußerst kompetentes Trio: Angelika Stark, Martin Lehner und Christoph Marsano sind mit zahlreichen Laser-Staatsmeistermedaillen dekoriert. Sie segelten die Melges 14 bei prächtigen Windbedingungen, wobei jeweils ein Laser-Standard als Sparringpartner diente.

Ungleiches Paar

Die Werft aus Wisconsin in Amerika hat für die Entwicklung der Melges 14 das renommierte Konstruktionsbüro Reichel/Pugh engagiert und sich knapp zwei Jahre Zeit dafür genommen. Die US-Designer schufen eine Rumpfform, die optisch an ein Skiff erinnert: extrem schlankes Vorschiff, breites, offenes Heck, flaches Unterwasser und Cockpit mit niedrigen, schmalen Seitendecks. Mit einer Rumpflänge von 4,26 m ist die Melges um 3 cm länger als der Laser, wobei der Unterschied hinsichtlich Wasserlinien-Länge aufgrund des steilen Stevens größer ausfällt. Beachtliche 19 cm größer ist die Maximalbreite (1,56 m).

Ein entscheidender, oft unterschätzter Faktor ist das Gewicht: Die aus Epoxy-Sandwich gebaute und mit Karbonrigg ausgestattete Melges 14 bringt es segelfertig auf 52, der Laser auf 65 kg. Ein Unterschied von 25 Prozent – der eine Welt bedeutet, wie sich bei den Testfahrten zeigte. Das Rigg besteht aus einem teilbaren Karbonmast und ist in drei verschiedenen Längen respektive Segelgrößen erhältlich. Serienmäßig wird die Melges mit dem Gold-Rigg sowie einem durchgelatteten Foliensegel (9,1 m2) mit Squaretop ausgeliefert, was im Vergleich zum Laser ein Segelflächen-Plus von 1,5 m2 ergibt. Wie sich diese Kombination – modernes Rigg, mehr Segelfläche und geringeres Gewicht – bei Leichtwind auswirkt, kann man sich unschwer ausmalen. Spannend fanden wir den Vergleich zwischen dem Laser-Standard (7,6 m2) und der Melges 14 mit dem annähernd gleich großen Blue-Rigg (7,8 m2). Im Gegensatz zum Laser, wo für das Radial-Rigg der untere Teil des Mastes getauscht wird, wechselt man auf der Melges das Masttopp. Das gilt auch für das Red-Rigg (5,46 m2), das zumindest hinsichtlich Segelfläche das Pendant zum Radial (5,7 m2) darstellt. Wie sich das in der Realität verhält, sollten die Testfahrten zeigen.

Kritischer Blick

Die Analyse der Laser-Cracks zur Benutzerfreundlichkeit stimmt in weiten Bereichen überein. Bootsergonomie und Deckslayout werden durchwegs positiv beurteilt: Unterliekstrecker sowie Cunningham, jeweils beidseits geführt, sowie der zentral bedienbare Niederholer sind gut erreichbar und arbeiten effizient. Die Großschotführung ist leichtgängig, Klemmen fehlen, können aber auf Wunsch montiert werden. Gewöhnungsbedürftig war für alle drei der im Vergleich zum Laser weit vorne positionierte Traveller, dessen Dreieck sich nicht verstellen lässt.

Den gesamten Fahrbericht mit zahlreichen Zitaten der prominenten Test-Crew lesen Sie in der Yachtrevue 7/2018, am Kiosk ab 6. Juli!

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