Bretter, die die Welt bedeuten

Die aus Tirol stammende Bootsbauerin Stefanie Bielowski fertigt für die britische Nobelwerft Spirit Yachts wunderschöne Retroklassiker aus Holz

Bretter, die die Welt bedeuten

Das Spiel mit dem Wind ist seit Kindertagen ihre große Leidenschaft. Sie pilotierte eine Jolle über den heimatlichen Achensee, skipperte Fahrtenyachten in Kroatien und meisterte zahlreiche Überstellungstörns; der längste führte sie auf einer Lagoon 420 von Langkawi, Malaysien, über Indonesien bis nach Australien. Doch irgendwann wollte Stefanie Bielowski mehr. Nicht nur Boote bedienen, sondern Boote bauen. Also bewarb sie sich an der Boat Building Academy in Lyme Regis und absolvierte dort 2016 einen zehnmonatigen Lehrgang für Boat Building, Marine Construction, Systems Engineering und Maintenance, wobei der Schwerpunkt auf traditionellem Holzbootbau lag. Die gebürtige Innsbruckerin muss richtig gut gewesen sein, denn noch ehe sie die Ausbildung zur Gänze abgeschlossen hatte, wurde ihr ein Arbeitsplatz angeboten. Und was für einer: Stefanie Bielowski checkte bei Spirit Yachts in Ipswitch, Suffolk ein, einer Edelwerft für Retroklassiker, die weltweites Renommee genießt. Hier, im Südosten Großbritanniens, werden auf einem 1.500 Quadratmeter großen Gelände seit über 25 Jahren in Handarbeit atemberaubend schöne Vollholz-Yachten zwischen 37 und 111 Fuß gebaut. „Ich hab natürlich sofort zugesagt“, erinnert sich Bielowski bestens an diesen Volltreffer, „und zwei Tage nach Kurs-Ende dort angefangen. Meine erste Aufgabe betraf den Rumpfbau eines neuen 72-Fuß-Powerboots.“

Heute zählt sie als eine von nur zwei Frauen zum bewährten 40-köpfigen Bootsbauer-Team der Nobelschmiede. „Ich arbeite mit vier bis zehn Kollegen an einem bestimmten Projekt, wobei wir für den gesamten Bau ab Plan zuständig sind, also Rumpf, Innenausbau und Deck.“ Eine sehr abwechslungsreiche, herausfordernde Tätigkeit, die eine enorme Bandbreite an Werkstoffen, Techniken und handwerklichem Können verlangt.

Lernen von den Besten

„Das Entwicklungs- und Lernpotenzial, das ich hier geboten bekomme, ist enorm“, schwärmt die 33-Jährige, „jede Spirit-Yacht ist eine einzigartige Konstruktion, wir können aus dem Vollen schöpfen und die Kollegen und Vorarbeiter gehören zu den Besten ihres Fachs. Sie verstehen es auch die jeweils richtige Mischung aus Tradition und modernsten Methoden zu finden.“ Dass die Arbeit enorm anstrengend ist, nimmt sie gerne in Kauf.

Das gesamte Porträt über diese außergewöhnliche junge Frau lesen Sie in der Yachtrevue 10(2018, am Kiosk ab 5. Oktober!

Weitere Artikel aus diesem Ressort

Ressort News

Der Staatsanwalt segelt mit

Warum eine Rechtsschutz-Versicherung für Charterskipper und Yacht-Eigner immer wichtiger wird

Ressort News

Grab-Bag für Fahrtensegler

Ein Schiff aufzugeben sollte im Seenotfall immer die letzte Option sein. Bleibt der Crew jedoch nichts ...

Ressort News

Vorsicht, Sprühdosen!

Ein Unsachgemäßer Umgang mit Reinigungs- und Pflegemitteln kann böse Folgen haben

Ressort News

Zwischen den Zeilen

Crew und Skipper sprechen nicht immer Klartext an Bord, sondern verstecken ihr wahres Anliegen gerne ...

Ressort News

Achtung, Kleingedrucktes!

Versicherungsbedingungen? Steht da nicht immer das Gleiche drin? Leider nein!

Ressort News

Schalk im Nacken

Yachtrevue-Kolumnist Jürgen Preusser hat Karriere im Journalismus gemacht, ein nautisches Satire-Buch ...