Wohlbehalten angekommen

Zwei Österreicher segelten mit einem Schlauchboot-Kat von Italien nach Afrika

Am 22. August waren sie in Abissola, 30 km westlich von Genua in einem aufblasbaren Reisekatamaran aufgebrochen um das Mittelmeer nonstop zu überqueren, am 29. August trafen die beiden österreichischen Extremsportler Philipp Benda und Christian Redl nach 700 km reiner Segelleistung erschöpft aber gesund in Hammamet (Club Magic Life „Africana“) ein und schlossen damit ihr Projekt (über das in der Print-Ausgabe der Yachtrevue ausführlich berichtet wurde) erfolgreich ab.
Der Katamaran hat eine Rumpflänge von 4,65m und wiegt ganze 68 kg. Das Trampolin verfügt über eine Fläche von 1,90m x 1,50m und war der einzig mögliche Aufenthaltsort für die beiden Extremsportler. Zusätzlich befanden sich am Trampolin sämtliche Lebensmittel, Wasser und alle benötigten Ausrüstungsgegenstände.
Der Reisekatamaran wurde fürs Freizeitsegeln auf einem See konzipiert und ist in keinster Weise mit einer hochseetauglichen Yacht zu vergleichen. Die Navigation erfolgte über GPS, Kompass und Karten. Für Notfälle stand ein Satellitentelefon zur Verfügung.
Die Vorbereitungen zu diesem Projekt wurden am Meer, sowie Podersdorf am Neusiedlersee absolviert. Fachliche Unterstützung erfolgte durch den österreichischen Olympiasegler Andreas Hanakamp, die Besegelung stammt aus der Werkstatt von Christian Binder.

Nach gutem Start vor Abissola folgte eine 3-tägige nervenaufreibende Flaute, Abwechlung brachten lediglich die Begegnungen mit Pottwalen, Delphinen und einem riesigen Mantarochen.
In der Schlussetappe wechselten die Bedingungen, starker Wind mit Böen bis zu 30 Knoten, bis zu 6 m hohe Wellen, permanenter Schlafentzug, Hunger und ständige Nässe waren die größte Herausforderung bei diesem Abenteuer.

„Es war ein ständiger Kampf, sich vom Gefühl der Angst nicht übermannen zu lassen“, so Philipp Benda. „Wir befanden uns zwischen Sardinien und der afrikanische Nordküste mehrmals in Gefahr zu kentern und ich fürchtete um mein Leben“, ergänzt Christian Redl.

Im Mentalbereich wurden beide Athleten von ihrem Mentalcoach und Manager Thomas Tschernitschek mit Hypnose und Meditationsübungen auf die verschiedensten Situationen eingestellt.
Die Extremsportler verbrachten die gesamte Reisezeit auf nicht einmal 4 m\u00B2 Fläche. Keine Chance sich aus dem Weg zu gehen, keine Dusche, keine Toilette an Bord. Geschlafen wurde, wenn überhaupt, abwechselnd und nur stundenweise.

"Wir freuen uns nun auf eine Dusche und ein warmes Bett", meinten die beiden einhellig – man kann es ihnen nicht verdenken …

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