Oyster 625 und Hallberg Rassy 64

Hardcoretest: Oyster 625 & Hallberg Rassy 64 im Sturm

„Vorsicht, brechende Welle,“ brüllt Sören Hansen, der am Süllrand der Hallberg Rassy 64 sitzt und versucht die Großschot zu trimmen. Ich bemühe mich angestrengt die Yacht halbwegs vernünftig durch die aufgewühlte Nordsee zu steuern. „Wahrer Wind 40, 44, 48 Knoten –,“ höre ich den unter dem Hardtop sitzenden Kollegen schreien. Augenblicke später geht die Rassy auf Tauchstation. In Luv fliegt ein Schatten an mir vorbei, ein weiterer folgt in Lee. Als ich wieder einigermaßen sehen kann, hängen Sören und der Genuatrimmer achtern in der Reling.

Passiert ist, abgesehen von ein paar blauen Flecken, nichts. Lernen könnte man daraus, dass man bei derartigen Bedingungen die Winschen nicht auf den Sülls sitzend bedient, sondern vom Cockpit aus; dort herrschte keine Spur von Hektik.
 Firmenchef Magnus Rassy schien die Fahrt sogar zu genießen. Verständlich: Was konnte ihm Besseres passieren, als sein neues Flaggschiff von der EYOTY-Jury unter solchen Bedingungen testen zu lassen? Abgesehen von mehr oder weniger Wasser im Cockpit war unter dem Hardtop alles wunderbar. Kein Wind, kein Spritzwasser, aber fantastische Aussicht auf die tobende See. Alle paar Sekunden wurde der Ausblick allerdings durch eine Art „Waschmaschinen-Fenster-App“ getrübt.

Paarlauf
 Der EYOTY-Test in Ijmuiden war ein besonderer. In der Marina wurden in Böen bis zu 49 Knoten gemessen. Das ist sehr viel Wind, eigentlich viel zu viel zum Segeln. Doch der Gedanke, die Hallberg Rassy 64 und Oyster 625 einem echten Rauwassertest zu unterziehen, erschien der anwesenden Jury und den Werftchefs gleichermaßen reizvoll. Eine Bühne wie diese findet man selten, nichts wie raus.
 Einchecken auf der Oyster 625, von der Marina in den Vorhafen motoren und Rollgroß sowie Kutterstagsegel ein wenig ausrollen. Im riesigen Vorhafen war das Wasser flach, der Wind jedoch bereits enorm. Die ersten Böen über 45 Knoten steckte die Oyster gelassen und ohne nennenswerten Ruderdruck weg. Vor der Ausfahrt aus dem Industrievorhafen, durch die meterhohe Brecher hereinrollten, drehte ich ab. Segelte noch einmal in die Tiefe, um ein besseres Gefühl für die Yacht zu bekommen.

Den kompletten Artikel finden Sie in Ausgabe 11/2011.

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