Alterslose Schönheit

Vor hundert Jahren kamen die ersten Sonderklassen an den Wolfgangsee, seither haben sie an Flair und Eleganz nichts verloren. Im Rahmen des alljährlich stattfindenden Cima-Pokals wurde dieses Jubiläum stilvoll begangen

Alterslose Schönheit

Der Startschuss hallt weit übers Wasser, in mehr oder weniger perfektem Timing kreuzen neun Yachten die Linie, nehmen hoch am Wind Fahrt auf und zeichnen mit ihren schlanken Rümpfen weiße Streifen in schimmerndes Blau. Sie segeln um den traditionellen Cima-Pokal, der 2010 von Rikolt von Gagern gestiftet wurde, wobei die Regatta heuer unter einem besonderen Motto steht: Es ist genau hundert Jahre her, dass die ersten Sonderklassen ihren Weg in den UYC Wolfgangsee fanden, und das soll bewusst gefeiert werden. „Was kann es Schöneres geben, als auf einem edlen Schiff gemeinsam mit Freunden gegen Gleichgesinnte in einem so wunderbaren Revier um die Wette zu segeln“, steht auf der Einladung, und was am Papier beinahe theatralisch rüberkommt, trifft in der Realität punktgenau das Empfinden. Bei prachtvollem Wetter können zwei Wettfahrten abgewickelt werden, die Flotte sorgt für magische Szenen; dass der Wind insgesamt nicht so recht mitspielt und es bei zwei Durchgängen bleibt, ist lediglich ein Wermutstropfen, der keinen bitteren Nachgeschmack hinterlässt.
Insgesamt 22 Sonderklassen sind seit 1919 im Yachtregister des UYCWg verzeichnet, manche verfielen und verrotteten, manche verschlug es unter einem neuen Besitzer auf andere Gewässer, sechs davon ziehen heute noch ihre Bahnen unter der Falkensteinwand. Die erste Sonderklassen-Regatta am Wolfgangsee, die im August 1920 über die Bühne ging, stand übrigens unter keinem guten Stern: Bei der zweiten Wettfahrt kam keine einzige der teilnehmenden Yachten ins Ziel, sie mussten im plötzlich aufkommenden Sturm mit zerrissenen Segeln und gebrochenen Masten aufgeben oder endeten gar gestrandet; nachlesen kann man das in der „Zeitenliste“ des Clubs.
Schon damals live dabei war die 1906 vom Stapel gelaufene Freya. Sie hatte sich als allererste Sonderklasse am Wolfgangsee einen Platz in der Vereinsgeschichte gesichert und stand im Eigentum der Familie Peter, die das berühmte Weiße Rössl in St. Wolfgang führte. Aktuell gehört sie Lukas Schwiemann, der sich die Hundert-Jahr-Feierlichkeiten nicht entgehen ließ und seine Yacht im Kampf um den Cima-Pokal persönlich mit sicherer Hand über den Parcours steuerte.

Ebenfalls 1919 nach St. Gilgen kam die ursprünglich für einen preußischen Prinz gebaute Frigg. Sie zählt damit auch zu den Jubilarinnen, auch wenn sie zwischendurch am Ossiacher See als Schulschiff dienen musste. Ihre Rückübersiedelung an den Wolfgangsee verdankt sie Hans-Heinz Mantler, der sie 1981 erwarb und Rumpf wie Rigg restaurieren ließ.

Die gesamte Story lesen Sie in der Yachtrevue 10/2019, am Kiosk ab 4. Oktober!

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