Vijonara

Das Truly-Classic-Design kombiniert gekonnt klassische Linien mit moderner Technologie sowie heutigem Komfort und wurde deshalb zur besten Super-Segelyacht unter 60 Meter gekürt

Vijonara

Bei vielen Seglern kennt die Liebe zu ihrem Hobby keine Grenzen. Auf das ursprünglich aus der DDR stammende Eignerpaar der Vijonara trifft das sogar im wortwörtlichen Sinn zu. In den 1980ern Jahren erstanden die beiden damaligen Studenten einen Ausbaurumpf aus Polen, den sie in einer Garage fertigstellten. Um mit ihren Boot an die Ostsee zu gelangen, waren jede Menge bürokratische Hürden und mehrere Checkpoints zu überwinden. Die Reise von Berlin an die Küste dauerte eine ganze Woche.
"Segeln gab uns in diesem System das Maximum an Freiheit", erzählt der Eigner, der nicht genannt werden will, dem britischen Magazin BoatInternational. In der DDR hielt es nicht lange: Er kehrte 1987 von einer Geschäftsreise in den Westen nicht mehr zurück, seine Frau folgte ihm zwei Jahre später, indem sie über den Zaun der westdeutschen Botschaft in Prag kletterte.
Dem Segeln blieb das Paar hingegen treu. Die größte Yacht, die es bisher besaß. war eine 17 Meter lange Grand Soleil, zum Bau der 128 Fuß langen Vijonara wurde der Eigner, der viele Jahre beruflich in Asien verbracht hat und mittlerweile in der Schweiz lebt, von einem Artikel über die Superyacht Pumula inspiriert, die mit klassischen Linien beeindruckt und aus dem Hause Spirit of Tradition stammt. Nach einem Chartertörn mit Atalante, der ersten Truly Classic des niederländischen Yachtdesigners Andre Hoek, fiel die Entscheidung für das Hoek-Design.

Unter der Marke Truly Classic hat Hoek mehrere Semi-Custom-Yachten von 15 bis 55 m Länge gezeichnet, die jeweils über ein modernes Unterwasserschiff mit Flossenkiel, aber klassische lange Überhänge und einen traditionellen Look oberhalb der Wasserlinie verfügen. Rumpf, Ruder und Rigg wurden mit Hilfe modernster CDF-Strömungssimulationen berechnet. Die Vorteile der Semi-Custom-Bauweise liegen in der geringen Bauzeit und der Kostenreduktion im Vergleich zu einer ganz individuell gefertigten Yacht. Bis dato liegen fünf Aufträge für eine Truly Classic 128 vor, Vijonara ist das zweite 128-Fuß-Modell, das vom Stapel lief.

Der Aluminium-Rumpf wurde in zehn Monaten von der niederländischen Werft Bloemsma gebaut, mit der Fertigstellung der Yacht, die weitere 14 Monate in Anspruch nahm, die britische Werft Pendennis beauftragt, die eigentlich auf komplexe Refits spezialisiert ist und den letzten Neubau 2011 mit dem Segelkatamaran Hemisphere abgewickelt hatte.

"Trotz ihrer klassischen Linien ist Vijonara eine durch und durch moderne Yacht mit einem sehr leistungsstarken Segelplan. Durch die langen, eleganten Überhänge verliert man allerdings innen stark an Volumen und es war eine große Herausforderung, alles wie gewünscht hineinzubekommen", verrät Nigel Ingram von MCM, der den Eigner beim Bau vertrat.

Schutz der Privatsphäre

Im Gegensatz zur Baunummer 1, Atalante, wurde Vijonara stärker auf Leistung getrimmt. Ein Novum in der Truly-Classic-Serie stellt der Bugspriet dar, der einen Gennaker oder Code 0 trägt; in seinem Netz macht es sich das Eignerpaar gerne gemütlich. Aus Sicherheitsgründen wurden das Schanzkleid und die Reling um zehn Zentimeter erhöht. Außerdem wurde auf Wunsch des Eigners der von zwei Konsolen und elektrischen Winschen flankierte Steuerstand weiter nach vorne in die Schiffsmitte verlegt, wodurch zwei Cockpits entstanden – eines für die Gäste und eines für den Eigner, das zudem einen Zugang zu der über zwei Ebenen laufenden Master Suite bietet. Die Position des Steuerstandes erleichtert die Kommunikation zwischen dem Rudergänger (oft der Eigner selbst) und den Mitseglern.

Die gesamte Story lesen Sie in der Yachtrevue 10/2019, am Kiosk ab 4. Oktober!

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