Windlotterie

Roman Hagara und Hans Peter Steinacher mit katastrophalem Auftakt, Sylvia Vogl und Caro Flatscher mit Tagessieg

Die Meteorologen haben geirrt. Zumindest, was die erste Hälfte des Tages anbelangte, denn anstelle der mit bis zu 20 Knoten recht üppig vorhergesagten Windverhältnisse, tat sich bis zum frühen Nachmittag nichts. Als keiner mehr so recht an weitere Wettfahrten dachten, wurde die Flotte doch noch auf die Bahnen geschickt, lediglich die 49er auf morgen vertröstet. In Summe wurden die Klassen 470er, Tornado, Star und Laser zumindest einmal um den Kurs geschickt, für das rot-weiß-rote Erfolgserlebnis sorgten abermals Österreichs 470er Damen.

Sylvia Vogl und Carolina Flatscher feiern in Durchgang sieben ihren zweiten Wettfahrtsieg und setzen ihre Aufholjagd fort. Anfangs Fünfte segelte das heimische Duo auf der zweiten Kreuz der Konkurrenz dank einer taktischen Meisterleistung auf und davon, übernahm die Führung und verteidigte diese bis ins Ziel. Mit drei Punkten Rückstand auf Bronze starteten die amtierenden Europameisterinnen in die darauf folgende Wettfahrt, kamen auf bei der Annäherung zur ersten Luvtonne von der windarmen Seite und mussten neuerlich einem Rückstand nachsegeln. Der Vorwärtsdrang wurde zunächst belohnt, zwischenzeitlich auf Platz elf, folgte auf der riskant angelegten zweiten Kreuz ein kleiner Dämpfer. Mit Platz 13 verlor das OESV-Duo wieder etwas an Boden, bleibt aber für das Finale in Lauerstellung. Maximal drei Wettfahrten sind noch ausständig, der Rückstand auf Bronze ist mit 15 Zählern im Rahmen. „Sie können jeden schlagen, diese Erkenntnis stimmt uns für den Endspurt absolut positiv. Das Ziel für morgen ist jedenfalls den Punkterückstand in Blickrichtung Medal Race zu verringern“, gibt Trainer Alfred Pelinka die Marschrichtung vor.

470er Damen: Zwischenstand nach 8 Wettfahrten/ein Streicher/19 Teams
1. Elise Rechichi/Tessa Parkinson AUS 20 (2, 2, 4, 1, (9), 4, 2, 5)
2. Marcelien De Koning/Lobke Berkhout NED 29 (3, 1, (9), 5, 2, 2, (10), 7)
3. Nike Kornecki/Vered Buskila ISR 36 (8, 13, 1, 2, 8, (19), 3, 1)
4. Fernanda Oliveira/Isabel Swan BRA 47 (11, (16), 5, 10, 7, 6, 6, 2)
5. Sylvia Vogl/Carolina Flatscher AUT 51 (9, 20, 13, 7, 1, 7, 1, 13)
6. Giulia Conti/Giovanna Micol ITA 51 (14, 7, 6, 3, 6, 11, 4, (19)
7. Natalia Via-Dufresne/Laia Tutzo ESP 53 (4, 5, 2, 6, 13, 10, 13, 17)
8. Christina Bassadone/Saskia Clark GBR 54 (20), 8, 3, 4, 15, 13, 8, 3)
9. Stefanie Rothweiler/Vievien Kussatz GER 58 (7, 6, 11, 9, 5, 12, (20), 8 )
10. Lenka Smidova/Lenka Mrzilkova CZE 59 (6, 4, (12), 11, 11, 5, 11, 11)

Roman Hagara und Hans Peter Steinacher mussten zum Auftakt der Olympischen Tornado-Regatta Federn lassen. Nach einem vorsichtigen Start parkte das gesamte Feld kurzzeitig in der Flaute, Österreichs Doppel-Olympiasieger entschieden sich in Folge für die rechte Seite des Kurses, was sich rückblickend aber als die falsche Taktik erwies. Der frische Wind setzte auf der linken Seite ein, während das Feld in Doppeltrapez davon zog, erreichten Hagara & Steinacher die erste Wendemarke auf Rang 14. Aufgrund der enormen Abstände konnte das heimische Duo lediglich Resultatskosmetik betreiben. Final Zwölfte, sprach Hagara von einem schweren Tag für die Aktiven, aber auch die Wettfahrtleitung, die das Feld trotz unstabiler Windverhältnisse von der Leine ließ. Das US-Team Lovell/Ogletree als einzige mit dem umstrittenen Code-Zero am Start, kam über Rang 14 nicht hinaus, den Sieg sicherten sich die Weltmeister von 2007, Fernando Echavarri und Anton Paz. „Wir haben auf die falsche Seite gesetzt, aufgrund der großen Abstände war das Rennen nach der ersten Kreuz praktisch vorbei“, gesteht Hagara, der natürlich hofft, „das Ergebnis streichen zu können“, und mutmaßt, „dass es aufgrund des bisher Gesehenen noch ordentlich durchmischen wird.“

Tornado: Zwischenstand nach 1 Wettfahrt/15 Mannschaften
1. Fernando Echavarri/Anton Paz ESP 1
2. Iordanis Paschalides/Konstantinos Trigoni GRE 2
3. Mitch Booth/Pim Nieuwenhuis NED 3
4. Pavel Kalinchev/Andriy Shafranyuk UKR 4
5. Darren Bundock/Glenn Ashby AUS 5
6. Leigh McMillan/Will Howden GBR 6
7. Xavier Revil/Christophe Espagnon FRA 7
8. Oskar Johansson/Kevin Stittle CAN 8
9. Youjia Luo/Xiuke Chen CHN 9
10. Johannes Polgar/Florian Spalteholz GER 10
12. Roman Hagara/Hans Peter Steinacher AUT 12

Auch Hans Spitzauer und Christian Nehammer begruben bereits auf der Startkreuz mit der falschen Seitenwahl ihre Chancen auf einen möglichen Spitzenplatz. Anfangs auf Rang 14, segelte das Starboot-Duo unmittelbar hinter den Topfavoriten Robert Scheidt und Bruno Prada (BRA) dem Feld hinterher. Den Sieg in Durchgang eins sicherten sich Vize-Europameister Frederik Loof und Anders Eckstrom aus Schweden, den Österreichern gelang keine Rangverbesserung mehr. „Wir sind nicht schlecht weggekommen, ein 40 Grad starker Winddreher hat aber nach fünf Minuten die Wettfahrt entschieden“, so Spitzauer, der sich gemeinsam mit Vorschoter Christian Nehammer den Brasilianern, Australiern und Italienern anschlossen, die gegen die Wettfahrt Protest einlegten.

Star: Zwischenstand nach 1 Wettfahrt/16 Mannschaften
1. Frederik Loof und Anders Eckstrom SWE 1
2. Marc Pickel/Ingo Borkowski GER 2
3. Afonso Domingos/Bernardo Santos POR 3
4. Hamsih Pepper/Carl Williams NZL 4
5. Mateusz Kusznierewicz/Dominik Zycki POL 5
6. Peter O’Leary/Stephen Milne IRE 6
7. Ian PercyAndrew Simpson GBR 7
8. John Dane/Austin Sperry USA 8
9. Flavio Marazzi/Enrico de Maria SUI 9
10. Robert Scheidt/Bruno Prada BRA 10
14. Hans Spitzauer/Christian Nehammer AUT 14

Andreas Geritzer musste heute mit Platz 30 eine bittere Pille schlucken, der Olympia-Zweite von Athen begrub seine Möglichkeiten gleich zu Beginn mit einem schlechten Start. „Ich habe in der Nachstartphase keinen Weg gefunden, musste zum Teil gegen den Dreher segeln um in den frischen Wind zu kommen und bin ständig hinterhergefahren.“ Zwar würfle es in der Laser-Konkurrenz wie in den anderen Klassen auch ordentlich durcheinander, „der heutige Tag hat mein Leben hier aber sich nicht leichter gemacht.“ Zwischenzeitlich auf Rang 14 muss der Neusiedler in den morgigen drei Wettfahrten wohl endgültig „den Turbo zünden.“

Laser: Zwischenstand nach 4 Wettfahrten/43 Starter
1. Paul Goodison GBR 33 (15, 2, 15, 1)
2. Rasmus Mygren SWE 33 (7, 16, 8, 2)
3. Igor Lisovenko RUS 37 (11, 14, 4, 8 )
4. Jean Baptiste Bernaz FRA 41 (19, 1, 12, 9)
5. Gustavo Lima POR 43 (5, 8, 3, 27)
6. Vasilij Zbogar SLO 48 (24, 4, 14, 6)
7. Kristian Ruth NOR 48 (10, 11, 17, 10)
8. Diego Romero ITA 50 (6, 3, 5, 36)
9. Julio Alsogaray ARG 51 (1, 12, 10, 28 )
10. Pavlos Kontides CYP 53 (8, 7, 24, 14)
14. Andreas Geritzer AUT 66 (28, 6, 2, 30)

Bei den 470er Herren wurde eine, die insgesamt siebente Wettfahrt absolviert, Matthias Schmid und Florian Reichstädter erreichten als 24. die Ziellinie und rangieren drei Wettfahrten vor Ende auf Platz 27.

470er Herren: Zwischenstand nach 7 Wettfahrten/ein Streicher/29 Mannschaften
1. Nathan Wilmot/Malcolm Page AUS 22 (4, (7), 3, 3, 3, 4, 5)
2. Nicolas Charbonnier/Oliver Bausset FRA 27 (6, 3, 8, 1, 6, (18), 3)
3. Alvaro Marinho/Miguel Nunes POR 43 (2, 8, (15), 6, 11, 7, 9)
4. Nick Rogers/Joe Glanfield GBR 44 (19), 5, 1, 4, 9, 6, (20)
5. Gabrio Zandona/Andrea Trani ITA 49 (10, 4, 7, 7, 2, (21), 19)
27. Matthias Schmid/Florian Reichstädter AUT 105 (129, 19, (25), 24, 14, 24, 24)

Im 49er wurde heute keine Wettfahrt gesegelt.

49er: Zwischenstand nach 9 von 16 Wettfahrten/ein Streicher/19 Mannschaften:
1. Nathan Outteridge/Ben Austin AUS 29 (20), 1, 7, 3, 1, 1, 6, 4, 6)
2. Jonas Warrer/Martin Kirketerp Ibsen DEN 30 (2, 4, (10), 4, 2, 3, 4, 2, 9)
3. Pietro Sibello/Gianfranco Sibello ITA 40 (3, 9, 1, 1, 6, 9, 3, 8, (12)
4. Jan-Peter Peckolt/Hannes Peckolt GER 46 (15), 6, 11, 6, 3, 2, 2, 12, 4)
5. Tim Wadlow/Christopher Rast USA 52 (5, 14, 15, (16), 5, 10, 1, 1, 1)
6. Iker Martinez/Xabier Fernadez ESP 55 (1, 10, 17, 2, (20), 5, 7, 10, 3)
7. Nico Delle Karth/Niko Resch AUT 58 (9, 2, (14), 8, 13, 7, 5, 7, 7)
8. Stephen Morrison/Ben Rhodes GBR 60 (3, 4, 5, 14, 15, 15, (20), 3, 2)
9. Andre Fonseca/Rodrigo Duarte BRA 61 (10, 5, 8, 9, 9, 4, (12), 5, 11)
10. Jorge Lima/Francisco Andrade POR 64 (12, 7, 9, 11, 4, (20), 10, 6, 5)

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