a27

Die Brenta 30 sollte eine Nachfolgerin namens B27 bekommen. Nach juristischem Hickhack wurde aus dem großen B ein kleines A, ansonsten blieb alles beim Alten

a27

Rückblick: Im Jänner feierte die B27 (sic) auf der boot in Düsseldorf viel beachtete Weltpremiere und wurde dort als Nachfolgerin der 14 Jahre alten Brenta 30 präsentiert. Die Mutter aller Edel-Daysailer war aus einer Kooperation zwischen Luca Brenta, Lorenzo Argento sowie den beiden Österreichern Michael Gilhofer und Konstrukteur Harry Miesbauer entstanden, wobei Letzterer damals noch für Brenta-Yacht-Design arbeitete. Im Stil der 30er folgten Brenta 38 und 42. Vor sieben Jahren erkrankte Luca Brenta schwer, woraufhin Lorenzo Argento fortan die Geschicke der Firma leitete; unter seiner Führung entstanden Brenta 80 und B33.

Dann kam es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den Familien Brenta und Argento und in Folge zur Stilllegung der italienischen Firma B-Yachts. Mit Luca Brenta Srl. wurde ein neues Unternehmen aufgezogen, das die Formen der B-Yacht-Serie (30, 38 und 42) erwarb.
Michael Gilhofer, der mit Lorenzo Argento die Vermarktungsfirma B-Yachts gegründet hat und die B33 sowie B27 realisierte, ersetzte nach einer außergerichtlichen Einigung das B im Firmenwortlaut durch ein A, im selben Atemzug wurden aus B33 und B27 die Modelle a33 und a27. Pikantes Detail: A-Yachts vertritt in fünf Ländern die bestehende B-Yacht-Linie und die Luca Brenta Srl. vertreibt in Italien die Modelle a33 und a27. Verwirrend und kompliziert, aber nicht uninteressant.

Der Vergleich lohnt

Beim Test im UYC Attersee lagen Brenta 30 und a27 unmittelbar nebeneinander in der Box. Obwohl seit dem Stapellauf der 30er über ein Jahrzehnt verstrichen ist, kann die Verwandtschaft nicht geleugnet werden: Seitlich unter dem Kajütdach geführte Fockschot, Fallen und Strecker, Großschotsystem, Klarheit der Linien – alles wie gehabt. Trotzdem wirkt die 30er im Vergleich zur jüngeren Schwester ein wenig altbacken. Hauptverantwortlich dafür ist der Rumpf der a27, der an der breitesten Stelle um acht Zentimeter breiter, aber mit 2,40 Meter immer noch schlank geblieben ist. Der gravierende Unterschied zwischen Jung und Alt ergibt sich aus der Linienführung mit dem nahezu unverjüngten Heck und dem voluminösen Vorschiff – so sehen moderne Yachten aus und im Fall der a27 generiert das zudem folgende Vorteile: Das Cockpit bietet wesentlich mehr Platz, die Sitzbänke sind breiter und gemütlicher, der Rumpf gleitet schneller an und man ist raumschots insgesamt leichtfüßiger unterwegs.

Damit das leistungsorientiert ausgerichtete Design in der Praxis funktioniert, hat man an allen Ecken und Enden Gewicht gespart: Der Sandwich-Rumpf wird im Infusionsverfahren mit Vinylester und einem Kohlfaseranteil von 80 Prozent hergestellt, Deck, Innenschale und Schotten bestehen aus Kohlfaser und in der Standardversion wird auf den Innenausbau verzichtet. Gefertigt wird die a27 in der auf sportliche Yachten spezialisierten slowenischen Werft Oceantec.

Solistin

Ein wesentlicher Aspekt bei der Konzeption war die Einhandtauglichkeit, wobei die a27noch stärker als die Brenta 30 in diese Richtung getrimmt wurde. Gilhofer und Argento haben damit auf einen immer stärker werdenden Trend reagiert: Eigner wollen heutzutage jederzeit und mit geringem Aufwand auch alleine segeln gehen. Das funktioniert auf der a27 in der Tat hervorragend, denn der Kompromiss, auf dem so eine Ausrichtung immer basiert, wurde sehr gut in die Praxis umgesetzt. Dem ausgezeichneten Regattasegler Gilhofer waren exzellente Segeleigenschaften naturgemäß wichtig, er wusste dank seiner langjährigen Erfahrung aber auch, dass ein Daysailer wie die a27 nur erfolgreich sein kann, wenn ihr der Spagat zwischen Segelleistung, Komfort und Sicherheit gelingt.

Weitere Eckpfeiler des Systems sind der strömungsoptimierte T-Kiel mit einem Ballastanteil von 50 Prozent – da kann kommen, was will – und ein Zweisalingsrigg, das ohne Achter- und Backstagen auskommt.

Den gesamten Fahrbericht lesen Sie in der Yachtrevue 11/2019, am Kiosk ab 2. November!

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