Biedere Vereinsmeier?

Österreich ist ein Land der Vereine – und das zunehmend. Das entsprechende Register zeigt für 2006 76.436 aktive Vereine und für 2017, ein Plus von fast 15%, 87.330. Wenig überraschend angesichts der dominanten Wanderungsbewegungen: Die absolute Zahl der Vereine nimmt in der Stadt zu und in ländlichen Gebieten – dort allerdings auf Basis einer hohen Vereinsdichte – ab. Bei der Bezeichnung ihrer obersten Leitung wählten die unter dem Dach des OeSV versammelten Vereine biedere bzw. naheliegende Bezeichnungen, i.d.R. Präsident oder Obmann/-frau. Auch die meisten anderen Vereine stellen da keine Ausnahme dar.

Jenseits des Segelsports enthüllt das Vereinsregister allerdings durchaus ein paar originelle (?) Ausreißer, die (abgesehen vom politisch korrekten Obmensch) zu allerlei Gedankenspielen anregen. Begriffe wie Großer Vorsitzender, General, Imperator oder oasa anschaffa legen nahe, dass die Herrschaftsverhältnisse klar sind und – Mao, Breschnew oder Pol Pot dürften erfreut sein – die notwendigen Generalversammlungen kaum mehr als Abnickmaschinen sein dürften. Auch wenn Gedanken frei sein mögen, signalisiert Chefdenker eindeutig, dass selbst Geistesriesen eine hierarchische Anleitung brauchen, um nicht in die Irre zu gehen. Altmeister oder Großmeister machen deutlich, dass es auch unter Meistern Differenzierung gibt und der Zahn der Zeit bei aller Wertschätzung an eben diesen nagt. Damensenior löst jenseits von Studentenverbindungen Assoziationen aus, die zwischen Bewunderung und Bedauern schwanken und über die ich hier den jüngsten Leser/inne/n der YR zuliebe den Mantel des Schweigens breite. Stärker der neumodischen Nachhaltigkeit verpflichtet scheint – strukturkonservativ? wertkonservativ? – der Keeper zu sein. Als Crewcommander ist man schließlich zumindest potenziell wieder relativ nah dran am Nautischen.

Sollten Sie jetzt auf kreative Ideen für Anträge bei der nächsten Generalsversammlung Ihres Yachtclubs gekommen sein – meine Schuld ist das nicht. Eine Warnung darf ich allerdings aussprechen: Wählen Sie nicht Kapitän. Ein Segelverein mit entsprechender Bezeichnung hat 2012 Schiffbruch erlitten und sich freiwillig aufgelöst …

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Rund um meinen 60er mit der besten Ehefrau von allen eine Woche in Israel. Am letzten Tag Abstecher an die Mittelmeerküste, zwei Stunden Strand bei Naharija, etwas nördlich von Akko. Meine déformation professionnelle schlägt durch, daher Blick auf Windrichtung und -stärke sowie Segelaktivitäten: 6–7 Knoten aus rund 300 Grad, zwei Gruppen von Optimisten sowie zwei Laser. Das seglerische Niveau, gemessen an Manövern und Starts, nicht besonders hoch, aber durchaus akzeptabel. Mein Blick schweift nach Norden zur Hügelkette, die zum Meer hin steil zu den weißen Kalkfelsen von Rosch haNikra abfällt und gleichzeitig die Grenze zwischen Israel und dem Libanon an diesem nordwestlichsten Zipfel des Landes bildet. Idyllisch.









 

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Die Neue

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