Punktejagd im Olympiarevier

Die heimischen Segel-Asse wollen beim Weltcup vor Weymouth wieder gewohnte Stärke demonstrieren

Punktejagd im Olympiarevier

Der ISAF Saling World Cup, in der vorolympischen Saison mit fünf Regatten, limitierten Starterfeldern und neuem Modus ausgeschrieben, gastiert in dieser Woche vor Weymouth. Für die Punktejagd im Olympiarevier von 2012 sind sechs OeSV-Boote qualifiziert, nach dem verletzungsbedingten Ausfall in Hyeres sind auch Lara Vadlau und Jolanta Ogar wieder mit von der Partie.
Die Welt- und Europameisterinnen haben bei ihrem Regattacomeback aufgrund der fehlenden Segeltage eine vergleichsweise geringe Erwartungshaltung, das Ziel ist gut in den Rhythmus zu kommen und mit starken Wettfahrten aufzuzeigen. Für die 470er-Herren liegt die Latte höher, sowohl Matthias Schmid/Florian Reichstädter als auch David Bargehr/Lukas Mähr peilen das Medal Race an, gleiches gilt für Thomas Zajac und Tanja Frank, das Nacra17-Duo hat wie die 470er-Teams zuletzt in Rio trainiert.
Die vierte Hoffnung auf einen Top-Platz sind die 49er-Segler Nico Delle Karth und Niko Resch, die die Weltcuppause mit Training und einer Regatta am Gardasee überbrückt haben. Laura Schöfegger und Elsa Lovrek, die sich das Weltcupticket vergangene Woche in Medemblik sichern konnten, hoffen bei den Damen auf einen Platz im Mittelfeld.
Die Serie wird am Mittwoch gestartet, am 14. Juni folgt das Finale. Die Felder sind in der Vorrunde jeweils 40 Boote stark, um die Medaillen segeln die Top10 nach dem Grunddurchgang. Die einzelnen Sieger sind direkt für das Weltcup-Finale vor Abu Dhabi qualifiziert.

Stimmen:

Georg Fundak/OeSV-Sportdirektor:
„Ein Feld von 40 Booten verlangt eine andere Taktik und Strategie, darauf sollten wir jetzt eingestellt sein. Von Lara und Jola darf man keine Wunderdinge erwarten, das Rio-Training war ansprechend aber natürlich fehlen ihnen noch die Segeltage. Sie sollen Selbstvertrauen tanken und Praxis sammeln. Von unseren 49erFX-Damen erhoffe ich mir, dass sie sich im Mittelfeld festbeißen können, vom Rest, dass sie die Qualifikation für die Medal Race-Entscheidungen packen. Die Mannschaft hat zuletzt sehr gut gearbeitet, wir haben die Qualität um bei der Musik dabei zu sein.“
Thomas Zajac:
„Wir packen in Weymouth wieder die Rümpfe von 2014 aus. Unsere Boote haben Unterschiede im Bereich der Schwert-Winkel, hier gilt es weitere Details herauszuarbeiten. Wir haben die letzten Wochen in Rio sehr gut trainiert und uns ohne Wettkampfstress intensiv mit den Bedingungen, speziell auf den äußeren Kursen, auseinandergesetzt. Es war ein wertvolles und wichtiges Trainingslager. Weymouth werden wir wie gesagt für Materialtests nützen und wir wollen natürlich anschreiben. Unser Ziel ist das Medal Race.“
Nico Delle Karth:
„Wir hatten in Hyeres massive Speed-Probleme und sind bei der anschließenden Materialanalyse auf einige Ungereimtheiten gestossen. Wir werden deshalb in Weymouth auf ein bereits erprobtes Set up zurückgreifen und auf dem Weg nach England einen Zwischenstopp in Mailand einlegen, um ein weiteres Großsegel zu kaufen. Weymouth ist ein Revier das uns taugt und an das wir keine schlechten Erinnerungen haben, das Medal Race ist das Minimalziel. “
Matthias Schmid:
„Wir haben in Rio das Material weiter eingestellt und Abläufe perfektioniert, es war aufschlussreich und sehr positiv. Speziell in der Welle ist eine Menge weitergegangen, die Trainingswettfahrten waren ebenfalls positiv, unterm Strich war es ein super Training. Weymouth liegt uns und wir wissen, dass wir ganz vorne mitfahren können. Wir wollen und müssen anschreiben, das Medal Race ist naturgemäß das Ziel, wir wollen und müssen anschreiben.“

OeSV-Aufgebot/Weymouth:

Nacra17:
Thomas Zajac/Tanja Frank
49er:
Nico Delle Karth/Niko Resch
470er-Herren:
Matthias Schmid/Florian Reichstädter
David Bargehr/Lukas Mähr
470er-Damen:
Lara Vadlau/Jolanta Ogar
49erFX:
Laura Schöfegger/Elsa Lovrek

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