Auf und ab

Konstante Spitzenleistungen scheinen vor Qingdao aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen mehr Ausnahme denn Regel

Sich und sein Boot bei sehr wenig Wind, viel Welle und noch mehr Strömung einmal um die eigene Achse zu drehen kostet Nerven, ordentlich Meter und noch mehr Plätze. Freiwillig tut sich das keiner an, die 360 Grad Drehung ist als Ersatzstrafe definiert, um sich etwa nach einer verschuldeten Kollision zu entlasten.
Genau die hatte Andreas Geritzer bei der Annäherung zur Luvtonne, wo er der Konkurrenz aus Ungarn zu wenig Raum gab. Nach der Strafrunde verlor der Olympia-Zweite von Athen den Anschluss an die Topten, rutschte zwischenzeitlich auf Rang 33 ab und passierte als 28. die Linie.

In Durchgang zwei behielt der Neusiedler die Nerven, rundete als Elfter die erste Bahnmarke und legte vor dem Wind den Vorwärtsgang ein. Der 30-Jährige passierte das Leegate als Sechster und verteidigte seine Position trotz gelber Flagge wegen unerlaubten Vortriebes und der deshalb verhängten 720 Grad Strafe bis ins Ziel. Nach zwei von zehn Wettfahrten auf Rang 14, sieht sich Geritzer „nun in einer Außenseiterposition“ und will „von Wettfahrt zu Wettfahrt schauen. Ich möchte das sehr gute Gefühl aus dem zweiten Durchgang mitnehmen“, so der Lasercrack, der der Konkurrenz wenig Augenmerk schenkt. „Murdoch ist extrem offensiv gesegelt, das birgt ein gewisses Risiko, ist heute aber aufgegangen. Tom Slingsby aufgrund seines Fehlstarts (derzeit auf Rang 23) frühzeitig abzuschreiben wäre ein großer Fehler.“

Laser: Zwischenstand nach 2 Wettfahrten/43 Starter
1. Andrew Murdoch NZL 7 (2, 5)
2. Diana Daniela Raponi ITA 9 (6, 3)
3. Julio Alsogaray ARG 13 (1, 12)
4. Gustavo Lima POR 13 (5, 8 )
5. Pavlos Kontides CYP 15 (8, 7)
6. Paul Goodison GBR 17 (15, 2)
7. Jean Baptiste Bernaz FRA 20 (19, 1)
8. Kristian Ruth NOR 21 (10, 11)
9. Rasmus Mygren SWE 23 (7, 16)
10. Igor Lisovenko RUS 25 (11, 14)
14. Andreas Geritzer AUT 34 (28, 6)

Sylvia Vogl und Carolina Flatscher verbuchen an ihrem zweiten Arbeitstag zumindest ein Erfolgserlebnis. In der insgesamt dritten Wettfahrt auf Platz 13, segelten die Europameisterinnen auch in Durchgang vier zunächst am Ende des Feldes, ehe sie ihren Rhythmus fanden und innerhalb einer Runde zehn Plätze gut machen konnten. Zwischenzeitlich Achte, verbesserte sich das heimische Duo bis ins Ziel um einen weiteren Platz und rangiert vorläufig auf Rang 13. „Wir haben uns heute in Summe besser zurecht gefunden und trotz des zum Teil ungünstigen Rennverlaufes kühlen Kopf bewahrt. Die Geschwindigkeit passt, wir bleiben guten Mutes“, so Vogl, die von Trainer Alfred Pelinka bestätigt wird. „In der zweiten Wettfahrt sind sie zum Teil exzellent unterwegs gewesen, sie scheinen den Rhythmus endgültig gefunden zu haben, ich bin zuversichtlich, dass es in dieser Tonart weitergeht.“

470er Damen: Zwischenstand nach 4 Wettfahrten/19 Teams
1. Elise Rechichi/Tessa Parkinson AUS 9 (2, 2, 4, 1)
2. Natalia Via-Dufresne/Laia Tutzo ESP 17 (4, 5, 2, 6)
3. Marcelien De Koning/Lobke Berkhout NED 18 (3, 1, 9, 5)
4. Nike Kornecki/Vered Buskila ISR 24 (8, 13, 1, 2)
5. Giulia Conti/Giovanna Micol ITA 30 (14, 7, 6, 3)
6. Lenka Smidova/Lenka Mrzilkova CZE 33 (6, 4, 12, 11)
7. Stefanie Rothweiler/Vievien Kussatz GER 33 (7, 6, 11, 9)
8. Christina Bassadone/Saskia Clark GBR 35 (20, 8, 3, 4)
9. Ingrid Petitjean/Gwendolyn Lemaitre FRA 36 (1, 11, 16, 8 )
10. Fernanda Oliveira/Isabel Swan BRA 42 (11, 16, 5, 10)
13. Sylvia Vogl/Carolina Flatscher AUT 49 (9, 17, 13, 7)

Österreichs 470er Herren blieben auch heute mit zwei 25. Plätzen weit unter ihren Möglichkeiten. Zwar sei wie bereits gestern viel mehr möglich gewesen, „so richtig ist uns der Knopf aber noch nicht aufgegangen. Wir finden nicht die Ideallinie, machen konstant dumme Fehler und sind klarerweise sehr enttäuscht“, gesteht Matthias Schmid, der mit Vorschoter Florian Reichstädter derzeit an 26. Stelle rangiert.

470er Herren: Zwischenstand nach 4 Wettfahrten/29 Mannschaften
1. Nathan Wilmot/Malcolm Page AUS 17 (4, 7, 3, 3)
2. Nicolas Charbonnier/Oliver Bausset FRA 18 (6, 3, 8, 1)
3. Barreiros Onan/Aaron Sarmiento ESP 25 (8, 2, 6, 9)
4. Gabrio Zandona/Andrea Trani ITA 28 (10, 4, 7, 7)
5. Nick Rogers/Joe Glanfield GBR 29 (19, 5, 1, 4)
6. Alvaro Marinho/Miguel Nunes POR 31 (2, 8, 15, 6)
7. Sven Coster/Kalle Coster NED 40 (11, 15, 12, 2)
8. Anton Dahlberg/Sebastian Ostling SWE 41 (16, 18, 2, 5)
9. Karlo Hmeljak/Mitja Nevecny SLO 43 (3, 11, 19, 10)
10. Javier Conte/Juan de la Fuente ARG 43 (14, 14, 4, 11)
26. Matthias Schmid/Florian Reichstädter AUT 93 (24, 19, 25, 25)

Am Mittwoch kehren Nico Delle Karth und Niko Resch auf die Bahn zurück, für die 49er Klasse stehen die Wettfahrten 7 bis 9 auf dem Programm. Die 470er und Laser Konkurrenz wird mit maximal zwei Wettfahrten fortgesetzt.

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