Große Kreuzfahrtschiffe im Trend

Jahr der Giganten: 2011 waren mehr Megapötte unterwegs als je zuvor

Nie zuvor fuhren in Europa so viele so große Kreuzfahrtschiffe wie in diesem Jahr. Waren 2010 in europäischen Gewässern zehn Schiffe mit mehr als 3000 Passagieren unterwegs, sind es 2011 sechzehn - ein Zuwachs von 60 Prozent. Weitere 14 Schiffe haben eine Kapazität von 2500 bis 3000 Passagieren.

Nie zuvor war auch die Auswahl an verschiedenartigen Schiffen so groß. Kreuzfahrten nach Nordeuropa, zu den Kanaren und im Mittelmeer bieten Reisebüros inzwischen auf mehr als 100 Kreuzfahrtschiffen an. Vom 68-Passagiere-Luxus-Segelschiff "Sea Cloud" und brandneuen Nobelschiffen wie der "Le Boréal" (264 Passagiere) über Klassiker wie "Albatros" (850 Passagiere) und "MS Deutschland" (520 Passagiere) sowie kleineren, amerikanischen Schiffen wie Holland Americas "Ryndam" mit 1260 Passagieren und Celebritys mondänen Edel-Schiffen der "Solstice-Klasse" (2850 Passagiere) bis hin zu den ganz großen wie "Liberty of the Seas" und "Norwegian Epic" findet sich für jeden das Passende.

Mit den neuen Mega-Schiffen in Europa wird vor allem für jüngere Kreuzfahrer und Familien die Auswahl an Schiffen und unterschiedlichen Bordprogrammen deutlich größer - vom Broadway-Musical über Kinder-Entertainment mit Zeichentrickfiguren wie Spongebob und den Madagaskar-Pinguinen bis hin zu Eislaufbahnen und gigantischen Wasserrutschen am Pooldeck.

Von den zwölf Kreuzfahrtschiffen, die dieses Jahr neu in europäischen Gewässern fahren, stammen übrigens neun von amerikanischen Reedereien, die restlichen drei ("AIDAsol", "Mein Schiff 2" und "Costa Favolosa") haben zumindest amerikanische Mutterkonzerne. Die Massenmarkt-Kreuzfahrt in Europa ist längst fest in der Hand der Amerikaner, auch wenn die Passagiere das oft nicht merken. TUI Cruises gehört zur Hälfte zum Royal-Caribbean-Konzern, AIDA und Costa zu Carnival. Einzig wirklich europäische Reederei mit Schiffen im Massenmarkt ist MSC. MSC fährt mit elf Schiffen in Europa, genauso vielen wie Royal Caribbean. Nur Costa hat 2011 noch mehr Kreuzfahrtschiffe in Europa, nämlich 14.

In Grenzen hält sich bei den ganz großen Schiffen allerdings die Vielfalt bei den Landgängen: Sie konzentrieren sich auf wenige, beliebte und inzwischen oft etwas überlaufene Häfen. Los geht's meist von Barcelona, dem neuen Kreuzfahrt-Mekka in Europa, auch Civitavecchia (Rom), Genua und Savona beheimaten viele große Kreuzfahrtschiffe.

Als Faustregel gilt: Je kleiner das Schiff, desto ungewöhnlicher sind die Fahrtrouten. Wer in den Katalogen der Reedereien blättert, der findet aber auch bei den Mega-Schiffen das eine oder andere Fahrtrouten-Schmankerl. Beispielsweise die 14-Nächte-Fahrten der "Celebrity Solstice" im Mai, Juni und Juli von Southampton aus entlang der portugiesischen Küste und durch die Straße von Gibraltar einschließlich Hafenstopps in selten angelaufenen Häfen wie Toulon, Cagliari und Vigo.

Für Fans der traditionellen Kreuzfahrt gibt es übrigens keinen Grund zur Trauer. Zwar wird die Kreuzfahrt allmählich zum Massengeschäft auf immer größeren Schiffen. Doch die klassischen Schiffe wie "Astor", "Deutschland", "Albatros" und "Princess Daphne" sterben nicht aus. Wer Wind und Wellen, Sonne und Seeluft möglichst hautnah erleben will, der kann dem Gigantismus problemlos trotzen und sich einen Klassiker mit Fahrtroute abseits des Massentourismus aussuchen. Wenn nicht zufällig eines der großen Schiffe am selben Tag im selben Hafen anlegt, ist vom Kreuzfahrtboom in Europa kaum etwas zu spüren.

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