PlanetSolar in Kanada

Größter Solar-Kat erreicht den nördlichsten Punkt seiner Expedition

Im Laufe des Nachmittags des 1. August erreichte der riesige Solarkatamaran die Stadt St. John’s (Kanada). Mit dem Verlassen des Hafens von Halifax am 22. Juli, setzten das Schiff und seine Besatzung die wissenschaftliche Expedition „PlanetSolar DeepWater“, eine Messkampagne entlang des Golfstroms, fort.
Dieses wissenschaftliche Abenteuer bietet den Wissenschaftlern der Universität Genf (UNIGE) die einmalige Gelegenheit, die ozeanischen Strömungen zu beobachten und zu analysieren. Mit dem Erreichen von Neufundland, einer Region, die bekannt für ihre schwierigen Navigationsbedingungen und den häufigen Nebel ist, beweist die MS T\u00FBranor PlanetSolar, dass die Solarschifffahrt auch inmitten der Gegenden, in denen die Sonneneinstrahlung nur zeitweilig zur Verfügung steht, möglich ist.
St. John’s stellt den nördlichsten Punkt dar, den das größte Solarboot der Welt jemals erreicht hat. Nach Verlassen des Hafens von Halifax ermöglichte die Strecke, die die beiden Städte trennt, es den Wissenschaftlern der UNIGE, ihre Forschungsarbeiten und Untersuchungen hinsichtlich des Phänomens der ozeanischen Strömungen fortzusetzen. Diese großen Wasserwirbel, die sichvon der Hauptader des Golfstroms trennen, nehmen Einfluss auf den Wärmeaustausch mit der Atmosphäre und auf das Wachstum des Phytoplanktons. Die Daten die zwischen Boston und Halifax erhoben wurden, zeigten einen Anstieg der Aersosolenanzahl, je weiter sich das Schiff dem kanadischen Festland näherte.
Dieses Mal kreuzte die wissenschaftliche Besatzung der UNIGE die Wasserwirbel vor den Küsten von Nova Scotia. „Obwohl sich die Daten, die wir bisher erhoben haben, noch in der Voranalyse- Phase befinden, scheint es bezüglich der Messungen der Aerosole so, als sei die Menge an in der Luft schwebenden Mikropartikeln, die vom Meer ausgestoßen werden, weitaus höher als angenommen. Offen gesagt, sind unsere Kenntnisse bezu?glich der Aerosole ozeanischen Ursprungs sehr lückenhaft. Daher könnten die Daten, die mithilfe der „Biobox“ erhoben wurden, die von der Arbeitsgruppe der Angewandten Physik der Universität Genf entwickelt wurde, ganz neue Ergebnisse liefern und uns so einen neuen Einblick darüber verschaffen, wie die Ozeane das Klima beeinflussen“, erklärte Professor Beniston, Klimatologe und Leiter des Instituts der Umweltwissenschaften der UNIGE. „Diese Überfahrt, die wir im Zickzack-Kurs zuru?ckgelegt haben, stellte sich als schwierig dar und
war eine große Herausforderung fu?r das Solarschiff“, so Gérard d’Aboville, Kapitän der MS
T\u00FBranor PlanetSolar. „Die Gegend um Neufundland ist besonders beru?chtigt fu?r ihren dichten
Nebel, denn hier trifft der Labradorstrom, eine ku?hle Strömung, auf den warmen Golfstrom.Erschwerend hinzu kamen Winde aus nordöstlicher Richtung, die unsere Fahrt verlangsamten“, berichtet d’Aboville weiter.
Der Aufenthalt in St. John’s, der bis zum 5. August vorhergesehen ist, wird einen Wechsel der wissenschaftlichen Besatzung im Rahmen der Expedition „PlanetSolar DeepWater“ ermöglichen. Anschließend wird sich die MS T\u00FBranor PlanetSolar wieder in die Weiten des Nordatlantiks vorwagen und Kurs auf Großbritannien nehmen. Mehr als 3.500 Kilometer liegen vor dem Schiff und seiner Besatzung.

Die wissenschaftliche Expedition „PlanetSolar DeepWater“, die Anfang Juni in Florida begonnen hat, hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Reihe physikalischer und biologischer Messungen, im Wasser und in der Luft, entlang des Golfstroms dank hochmoderner Instrumente und dem Expertenwissen der Wissenschaftler der UNIGE durchzufu?hren. Das Forscherteam, das von dem Professor Martin Beniston, Klimatologe und Leiter des Instituts fu?r Umweltwissenschaften der UNIGE, geleitet wird, untersucht die Schlu?sselparameter der Klimaregulierung, insbesondereAerosole und Phytoplankton, um ein verbessertes Verständnis der komplexen Wechselwirkungen zwischen Ozean und Atmosphäre sowie der Rolle, die diese Wechselwirkung im Klimawandel spielen, zu erlangen.

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