Tornadofinale

Österreichs erfolgreichste Segler verabschieden sich mit Rang neun von der olympischen Bühne

Fernando Echavarri und Anton Paz treten in die Fußstapfen von Roman Hagara & Hans Peter Steinacher und bleiben zumindest bis 2016 Olympiasieger, da der Tornado für London aus dem Programm genommen wurde. Die Spanier, 2007 Weltmeister und Achte der Athen-Spiele, segelten die gesamte Woche über konstant an der Spitze und distanzierten die Australier Darren Bundock & Glenn Ashby um fünf Punkte. Santiago Lange und Carlos Espinola (ARG) sicherten sich zum zweiten Mal in Folge Bronze, für Espinola, der in Sydney zu Silber gesurft war, ist es die bereits dritte Olympia-Medaille.

Roman Hagara und Hans Peter Steinacher überholten mit Rang sieben im abschließenden Medal Race noch die amtierenden Europameister aus Griechenland und beendeten ihren dritten gemeinsamen Olympia-Auftritt auf Platz neun. Beim Abschied aus dem Tornado-Zirkus waren Emotionen eher Mangelware, die Olympia-Pensionierung der Österreicher war schon seit Jahren beschlossene Sache. Warum es trotz akribischer Vorbereitung nicht für eine dritte Medaille gereicht hat, bedarf laut Hagara einer gründlicher Ursachenforschung, dem tückischen Revier die Schuld in die Schuhe zu schieben, wäre aber zu einfach. „Fakt ist, dass wir zu lange mit der Materialfindung beschäftigt waren und dadurch das Regattatraining vernachlässigt haben“, so der 42-jährige Wiener, der bis zum Schluss gehofft hat, „das Blatt noch wenden zu können“.

Endgültiger Knackpunkt sei die achte Wettfahrt gewesen, wo ein Windloch neuerlich einen Spitzenplatz vereitelt und die Aufholjagd endgültig beendet hat. „Von dem Zeitpunkt war klar, dass wir keine Chance mehr auf eine Medaille haben“, so Hagara, der froh ist, „dass es nun vorbei ist. Wir haben viel Zeit und Energie investiert, eine Menge erreicht und wollen uns im Doppelpack künftig auf größeren Booten einen Namen machen. Der America’s Cup wäre reizvoll, muss aber zunächst auf gesunden Beinen stehen. Darüber hinaus gäbe es noch andere Projekte im Big-Boat-Bereich, die wir uns in Ruhe durch den Kopf gehen lassen wollen“, so der Doppel-Olympiasieger, der auch den heimischen
Nachwuchs unterstützen möchte. „Wenn es sich mit unseren Projekten vereinbaren lässt und Sinn macht, stehe ich gerne zur Verfügung.“

Roman Hagara und Hans Peter Steinacher kehren am 25. August nach Österreich zurück.

Tornado: Endstand nach 10 Wettfahrten +MR/ein Streicher/15 Mannschaften
1. Fernando Echavarri/Anton Paz ESP 44 (1, 6, 1, 4, 7, (13), 1, 7, 1, 8, 8 )
2. Darren Bundock/Glenn Ashby AUS 49 (5, 4, 3, 1, 5, (9), 2, 8, 7, 4, 10)
3. Santiago Lange/Carlos Espinola ARG 56 (13, 1, 1, (12), 4, 6, 9, 1, 9, 1, 12)
4. Oskar Johansson/Kevin Stittle CAN 61 (8, 3, 9, 9, 1, (15), 11, 12, 2, 2, 4)
5. Mitch Booth/Pim Nieuwenhuis NED 64 (3, (13), 8, 3, 10, 2, 8, 3, 11, 10, 6)
6. Leigh McMillan/Will Howden GBR 68 (6, 8, 13, 8, (14), 7, 7, 2, 3, 12, 2)
7. Francesco Marcolini/Edoardo Bianchi ITA 74 (15), 9, 4, 2, 8, 4, 6, 11, 8, 6, 16)
8. Johannes Polgar/Florian Spalteholz GER 74 (10, 7, 11, 5, 6, 1, 5, (13), 4, 3, 22)
9. Roman Hagara/Hans Peter Steinacher AUT 82 (12, 10, (14), 10, 11, 3, 3, 9, 5, 5, 14)
10. Iordanis Paschalides/Konstantinos Trigoni GRE 82 (2, 5, 12, 7, 2, 12, 4, 10, 6, (13), 22)

In einem an Spannung kaum zu überbietenden Medal Race sicherten sich die Briten Ian Percy und Andrew Simpson noch die Goldmedaille in der Starboot-Klasse, Silber ging durch Robert Scheidt und Bruno Prada an Brasilien. Frederik Loof und Anders Eckstrom, die als Führende ins Medal Race eingezogen waren, mussten sich mit Bronze zufrieden geben. Hans Spitzauer und Christian Nehammer beendeten die Olympische Starboot-Konkurrenz auf Rang 12.

Englands Flotte war mit sechs Medaillen, darunter vier aus Gold, die erfolgreichste vor Qingdao, Australiens Segler kamen auf zwei Gold- und eine Silbermedaille.

Star: Endstand nach 10 Wettfahrten + MR/ein Streicher/16 Mannschaften
1. Ian Percy/Andrew Simpson GBR 45 (7, (13), 3, 5, 8, 2, 1, 1, 2, 6, 10)
2. Robert Scheidt/Bruno Prada BRA 53 (10, (11), 6, 1, 9, 10, 2, 3, 3, 3, 6)
3. Frederik Loof/Anders Eckstrom SWE 53 (1, 4, (15), 3, 6, 1, 8, 2, 1, 7, 20)
4. Mateusz Kusznierewicz/Dominik Zycki POL 59 (5, 6, 8, 2, 10, 9, 3, 5, 9, (13), 2)
5. Flavio Marazzi/Enrico de Maria SUI 59 (9, 7, 9, 9, 5, 5, 6, (11), 4, 1, 4)
12. Hans Spitzauer/Christian Nehammer AUT 87 (14), 10, 11, 6, 14, 4, 12, 4, 12, 14)

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