Unbemannt über den Atlantik

Britische Wissenschaftler wollen einem Trimaran autonom über den großen Teich segeln lassen

Unbemannt über den Atlantik

Das Mayflower Autonomous Research Ship, kurz: Mars, ist ein 32,5 Meter langer Trimaran, der bis zu 20 Knoten schnell sein soll. Entworfen wurde er von Wissenschaftlern aus Plymouth gemeinsam mit dem britischen Yacht-Design-Unternehmen Shuttleworth Design. Es hat zwei Masten, was - je nach Wind - drei Konfigurationen ermöglicht: beide Segel, die zusammen eine Fläche von 159 Quadratmetern haben, oder eines der beiden Segel einzeln.
Bei Flaute übernimmt ein Elektromotor den Antrieb. "Ein Trimaran hat die effizienteste Rumpfform für langsame Fahrt unter Motor", sagen die Jachtdesigner John und Orion Shuttleworth. Mit einer Geschwindigkeit von 5 Knoten, kann das mit einer Solaranlage ausgestattete Boot ohne Reichweitenbeschränkung fahren.
Da das Boot keine Besatzung hat, konnte das Boot stark optimiert werden. So müssen im mittleren Rumpf keine Mannschaftsunterkünfte untergebracht werden. Er ist sehr tief gehalten, damit die Wellen durch das Boot hindurchrollen können. So rollt das Boot weniger. Der Rumpf ist so konstruiert, dass er dem Wind möglichst wenig Widerstand bietet. Die Solaranlage hingegen befindet sich hoch genug über dem Wasser, um die Auswirkungen der Wellen möglichst gering zu halten.
Das Schiff wird sich mit dem Satellitennavigationssystem GPS orientieren. Es soll aber auch neue Navigationssoftware eingesetzt werden. Mars werde als Forschungsplattform eingesetzt und auf seiner Reise viele meteorologische und ozeanographische Experimente durchführen. "Es wird eine Testumgebung für neue Navigationssoftware und alternative Formen der Energieversorgung, die große Fortschritte in der Solar-, Wellen- und Segeltechnik beinhalten", sagt Kevin Jones von der Universität in Plymouth.
Die autonome Mars soll 2020 zu ihrer Atlantiküberquerung starten. Das Projekt erinnert an die Mayflower, die 400 Jahre zuvor, im September 1620, mit 31 Mann Besatzung und 102 Passagieren von Plymouth aus in See stach. In zwei Monaten überquerte das Schiff den Atlantik und landete im November 1620 auf Cape Cod.

Weitere Artikel aus diesem Ressort

Ressort News

Nah am Wasser

Vor 30 Jahren wagte Franz Mittendorfer am Attersee mit einem nautischen Servicebetrieb den Schritt in die ...

Ressort News

Glückliche Wendung

Der Wiener Gerald Martens hat sich mit 50 Jahren aus einem sehr erfolgreichen Berufsleben zurückgezogen ...

Ressort News

Alte Liebe rostet nicht

Der Österreicher Raphael Fichtner erfüllte sich seinen Kindheitstraum, renovierte ein altes Stahlschiff ...

Ressort News

Ohne Wenn und Aber

Michael Guggenberger folgt kompromisslos seinem Traum und will in weniger als einem Jahr als erster ...

Ressort News

Nosferatu, Alberich, Mörderhecht und ...

Nummer 100. Seit Juli 2013 ist in jeder Yachtrevue-Ausgabe eine Abdrift-Kolumne erschienen. Anlässlich ...

Ressort News

Chefsache

Früher baute Solaris in seiner auf Karbonyachten spezialisierten Werft in Forli Wallys aller Art. Nun ...