WSG - Medal Race

Sylvia Vogl/Carolina Flatscher verpassen Bronze denkbar knapp und müssen sich punktegleich mit den Drittplatzierten mit Blech begnügen

Spannung lag in der Luft, als bei Sonnenschein und leichtem Wind das erste Medalrace vor Neusiedl angeschossen wurde, zahlreiche Zuseher säumten das Ufer, es herrschte Volksfest-Stimmung.
Zuerst ging die Laser-Klasse der Herren auf die Bahn, Gejagter war Tom Slingsby aus Australien, der in der Serie davor einen Vorsprung von 12 Punkten herausgesegelt hatte. Er segelte ein kluges Rennen, ging als sechster durchs Ziel und holte damit seinen ersten Titel. Der 21-jährige ist der Shooting-Star in der Laser-Klasse, derzeit Nummer neun in der Weltrangliste. Er hat heuer zwei von drei großen Events gewonnen und sich mit dieser Goldmedaille endgültig im Kreis der ganz Großen etabliert.

Dann der Höhepunkt aus österreichischer Sicht: 470er Damen mit Sylvia Vogl und Carolina Flatscher an aussichtsreicher dritter Stelle. Nach der ersten Kreuz schien alles auf der sicheren Seite zu sein. Die Österreicherinnen gingen als Sechste um die Tonne, unmittelbar davor lagen das Schweizer sowie das ukrainische Team, die direkten Konkurrentinnen um Bronze. Doch auf dem Vorwindkurs passierte, was nicht hätte passieren dürfen: Vogl/Flatscher fielen auf Rang acht zurück, die Ukrainerinnen Ruslana Taran/Olena Pakholchyk riskierten alles und verholten sich auf Rang zwei. Diese Platzierungen hielten bis ins Ziel, womit folgender Punktestand fixiert war: 53 Punkte für Taran/Pakholchyk, 53 Punkte für Vogl/Flatscher, doch auf Grund der besseren Einzelplatzierung ging Bronze an die Ukrainerinnen, die im Verlauf der Goldflotten-Serie eine Wettfahrt gewonnen hatten. Knapper hätte es nicht kommen können, schlimmer wohl auch nicht. Einziger Trost: Vogl/Flatscher haben die erhoffte Medaille an eine Weltklasse-Seglerin verloren, Ruslana Taran hat drei Olympia-Medaillen in der Tasche, zwei Mal Bronze, ein Mal Silber. Sieg und Titel holten sich ungefährdet die Französinnen Ingrid Petitjean und Nadege Douroux, die regierenden Europameisterinnen waren am Neusiedler See eine Klasse für sich.

Als nächstes waren die Hobie Tiger dran. Rein rechnerisch hätten Thomas Zajac und Thomas Czajka noch eine Chance auf die Bronzemedaille gehabt, doch das Wunder, das dafür geschehen hätte müssen, trat nicht ein. Zajac/Czajka gingen als achte über die Linie und beendeten die World Sailing Games damit als sechste. Hagara/Steinacher wurden achte.
Der Gesamtsieg ging an den Australier Darren Bundock mit Vorschoter Glenn Ashby, und damit an einen Favoriten. Bundock, der in Berkeley Vale an der Central Coast von Autralien lebt, ist 3-facher Europameister und 4-facher Weltmeister im Tornado und holte 2000 in Sydney die Silbermedaille. Der 35-jährige ist seit Jahren Werksfahrer für Hobie und trainiert mindestens 10 Wochen pro Jahr in dieser Klasse. Ein würdiger Weltmeister.
www.worldsailinggames2006.at

Weitere Artikel aus diesem Ressort

Ressort Regatta

Wahl-Freiheit

Regatten 2024: In dieser Tabelle finden Sie alle Regatten, die heuer in Kroatien von heimischen ...

Ressort Regatta
Wer ist der Beste seiner Klasse? Als Antwort wird nicht selten reflexartig der Gewinner der Staats- oder Österreichischen Meisterschaft genannt. In den meisten Bootsklassen wird eine Regatta im Jahr zum Titelkampf erhoben und der Sieger mit der begehrten Goldmedaille von Sport Austria ausgezeichnet. Ja, eine Staatsmeisterschaft zu gewinnen, ist nicht einfach, manchmal kommt es auch zu Überraschungen. Im Regelfall sind jedoch alle mit dem Ergebnis und dem neuen Staatsmeister einverstanden. Einem anderen Konzept folgen die Jahreswertungen. Üblicherweise vier bis sechs Schwerpunktregatten werden von der Klassenvereinigung nominiert und nach den Mindeststandards des OeSV ausgetragen. Dazu zählt zumeist auch die Meisterschaft, nicht selten mit einem höheren Faktor aufgewertet. Für viele ist der Gewinn dieser Jahreswertung mindestens ebenso wertvoll wie ein Sieg bei der Meisterschaft. Einige Klassen, beispielsweise Optimist, errechnen die Rangliste rollierend und nominieren den Jahresbesten zu einem Stichtag. Über die Wertigkeit muss nicht diskutiert werden. ­ Tatsache ist, dass eine Medaille bei der Staatsmeisterschaft nachhaltiger ist, als ein Stockerlplatz in der Rangliste. Die Veröffentlichung aller Ranglisten soll ein Beitrag zur Anerkennung seglerischer Leistung sein. Im nachfolgenden Dokument finden Sie die Bestenlisten 2023.









 

Schaulauf der Sieger

Bestenlisten 2023. Während Meisterschaften eine Momentaufnahme darstellen, spiegeln Jahreswertungen die ...

Ressort Regatta
Schlittenfahrt. Als Entschädigung für Kälte und Nässe bietet der Southern Ocean einen Adrenalinkick bei rasanten Downwind-Surfs. Sicherheit hat dabei oberste Priorität – Rettungsweste und Sicherheitsleine sind Pflicht

Gut gebrüllt

Clipper Race. Eine Regatta über den Southern Ocean ist das Ungemütlichste, das sich ein Hobbysegler antun ...

Ressort Regatta

Winterabenteuer in Punat

Die Winterpause gibt es in der Segelwelt keineswegs – im Gegenteil. Die Schweizer Segelliga und die ...

Ressort Regatta

Malta muss man mögen

Lokalaugenschein. Das Middle Sea Race gilt als eine der ­schönsten Langstrecken-Regatten der Welt. Judith ...

Ressort Regatta
Gut in Form. Nach einer durchwachsenen Saison haben Benjamin Bildstein und David Hussl bei der Europameisterschaft zu alter Stärke zurückgefunden

Jubelstimmung in Portugal

Doppel-Erfolg. Das OeSV-Team kehrte von den EM-Titelkämpfen mit einer Medaille im 49er sowie einem ...