Marian M 800

Die Bowrider-Version Flaggschiffs von Marian ist gleichermaßen elegant wie sportlich und bietet darüberhinaus deutlich mehr Personen Platz. Wir durften mit dem Prototypen probefahren

 Marian M 800

Bei der am Wolfgangsee ansässigen Werft Boote Marian setzte man von Anfang an auf das Thema E-Mobilität. Vorläufiger Höhepunkt der Entwicklung war das 2019 vorgestellte Flaggschiff Marian M 800, das die bislang aus fünf Modellen bestehende Palette nicht nur ergänzte, sondern für ein vollkommen neues Publikum interessant machte. Maßgeblichen Anteil am Erfolg des Projektes hatte Alexander Marian, der nach Abschluss eines Wirtschaftsstudiums in London 2015 in den elterlichen Betrieb eingestiegen war, und mit jugendlichem Elan sowie erfrischender Innovationsfreude die Marschrichtung bei diesem Projekt vorgab.

Alternativprogramm

Nun hat Marian mit einer Weiterentwicklung nachgelegt – erstmals in der Geschichte der Werft wurde ein Bowrider präsentiert. Wie beim M 800 stammt das Design von Gerald Kiska, dessen jüngsten Yachtentwürfe zeigen, dass er es blendend versteht, eigenständiges Styling, Funktionalität und Ergonomie unter einen Hut zu bringen. Das Bowrider-Konzept hat seine Wurzeln in den USA, wo man die Vorzüge dieser Konstruktion seit Jahrzehnten schätzt. Hierzulande ist die Liebe zum Bowrider noch ein vergleichsweise zartes Pflänzchen, weshalb Marian zuerst den Daycruiser M 800 herausbrachte und die offene Version Spyder in einem späteren Schritt folgen ließ.

Rumpf, Sonnenliege und achtere Bank sind ident mit der M 800, der vordere Bereich, von den Sitzen über die Armaturenlandschaft bis hin zur Bugsektion, wurde neu gestaltet. Eyecatcher ist das zweigeteilte Armaturenbrett, das beidseits frei tragend ins Boot ragt – eine technisch sehr anspruchsvolle Konstruktion, weil die Flügel enorme Kräfte aushalten müssen. Da ist einerseits das Lenkrad, an dem der Fahrer in sportiven Fahrsituationen mitunter kräftig zieht, andererseits befinden sich im Durchgang zum Vorschiff auf der Acrylglas-Windschutzscheibe massive Niro-Haltegriffe. Die Belastung auf Flügel und Scheiben kann also beträchtlich sein, das System wirkt aber ausgesprochen solide.
Funktion und Styling, das sind zwei Paar Schuhe. Kiska hat bei Motorbooten beides auf ein Niveau gehoben, wie man es aus der Autobranche kennt: weiße Tapezierung, sichtbare Nähte, in Karbon eingelassene Rundinstrumente mit Chromringen, Sportlenkrad, riesiger Info-Screen. Die gefederten Shock-Schalensitze sind schick, bequem, bieten guten Halt und können im vorderen Bereich aufgeklappt werden, damit man auch im Stehen oder halb angelehnt steuern kann.

Beim Prototypen stellte sich heraus, dass der Winkel der Windschutzscheibe noch nicht optimiert ist. „Genau deshalb gibt es einen Prototypen“, betonte Alexander Marian im Rahmen des Tests. Die formschöne, großteils rahmenlose Scheibe wird übrigens in einem Einbrennofen auf 190 Grad erhitzt und danach auf einer Form angepasst.
Herzstück des Spyder ist das Vorschiff, wo man es sich so richtig bequem machen kann.

Den ganzen Fahrbericht lesen Sie in der Yachtrevue 10/2021, am Kiosk ab 1. Oktober!

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