Ein Boot am Limit

Nach dem gestrigen Segeltag hatten wir wieder jede Menge Reparaturen, ab jetzt ist einmal Rhythmus ein Tag Segeln, ein Tag Bootsarbeit angesagt. Zuletzt waren es die Schwerter und wieder am Mast eine Kleinigkeit. Als ich gestern den Ballasttank angefüllt habe (wir haben 1200l im Heck) hat der Deckel gleich zu lecken begonnen und die Badewanne zwischen den Stringern angefüllt, usw.
Wir segeln einen Prototypen und es dauert einfach, bis das Boot bereit ist. Ich muss nur die richtige Balance finden zwischen Segeln und Basteln. All die „Kleinigkeiten“ zeigen aber auch, dass das Boot am Limit gebaut ist und in jedem Teil viel Hirnarbeit steckt, wo das Limit ist. Die Schäden zeigen die Limits auf und ermöglichen uns alles so zu dimensionieren, dass es leicht ist und hält. Kritisch ist es trotzdem genug Segelstunden zusammenzubringen, damit wir alles vor dem Start am 11. Oktober brechen und nicht nachher.

Freien Nachmittag gehabt und auf den Klippen von Portland geklettert, Udo, Sumi, Jane unsere Ernährungswissenschaftlerin und Ben (Koch) waren mit. Lehrstunde durch Sumi gehabt, die im Vorstieg einfach raufgeht, wo ich mich furchtbar abmühe (und scheitere). Sumi kümmert sich im Team um die Physiotherapie und die Bordverpflegung.

Liebe Grüße,
Andreas

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Kurs Richtung Heimat

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Unglaublich, das Rennen spitzt sich am Ende noch einmal zu. Wir haben Green Dragon seit gestern Abend in Sichtweite, kurz vor Sonnenuntergang habe ich sie am Horizont entdeckt, ein kleiner, kaum erkennbarer goldener Fleck. In der Nacht kamen wir näher, verloren dann aber wieder ein paar Meilen. Am Morgen entdeckt Mikey sie zwischen den Schiffen, die vor Kuala Lumpur auf Reede liegen, eine schlanke Segelpyramide, ohne viel Krängung, während wir guten Druck im Code 0 haben. Da waren der Drache sieben Meilen vor dem Orca. Inzwischen hat sich der Vorsprung auf 4 Meilen reduziert, wir sind auf der Jagd, um auf den letzten 130 Meilen noch Punkte gutzumachen. Die Mannschaft um Ian Walker gehören zu den Besten im Feld, umso schärfer sind wir darauf, sie noch zu überholen. Der Schiffsverkehr ist wirklich unglaublich dicht, das Klima sensationell, scheint ein guter Platz zum Überwintern zu sein, wenn man den Schnee und die Kälte nicht so mag. Bin optimistisch am 24. in Österreich zu sein und mit meiner Familie Weihnachten zu feiern. Grüße Andreas









 

Herzschlag-Finale

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Inzwischen sind wir in die Straße von Malakka eingelaufen, haben das „Scoring Gate“ als Siebente passiert und arbeiten daran, Green Dragon und Telefonica Black anzugreifen. Um das Nordkap von Sumatra hat der Wind mehrere Male gedreht, wir haben die Dreher mitgenommen. Zweimal hatten wir Kosatka zum Wenden bereit gemacht, das heißt alle Segel an Deck nach Lee verfrachten und innen die Ausrüstung ebenso, insgesamt 15 Minuten Arbeit für alle, als der Wind wieder geraumt hatte und wir doch nicht wendeten. Da nach weiteren 15 Minuten der Wind nicht wieder geschralt hatte, räumten wir alles wieder nach Luv, also gegen die Schwerkraft, was ungefähr 25 Minuten dauert. Immer noch besser, als zweimal gegen den Dreher zu wenden, auch wenn es nur anstrengende Beschäftigungstherapie ist. Wir haben auch versucht, eine etwas aggressivere Linie zu segeln als die beiden vor uns. Offensichtlich sind beide sehr aufeinander konzentriert, Green Dragon weiß, dass sie bei Leichtwind keine Chance gegen Telefonica Black haben, da sie nur einen schweren Spi und eine schweren C3 an Bord haben und daher in den nächsten 24 Stunden überholen und einen Vorsprung heraussegeln müssen. Telefonica ist bedacht, zwischen Green Dragon und Singapur zu bleiben und keinen Hebel zu erlauben. Wir versuchen das auszunutzen und in kleinen Schritten weiter näher zu kommen. Wir haben für die Leichtwinde später in der Straße einen A1 Spi, der uns schon nach dem Start auf den zweiten Platz gebracht hat, eventuell reicht er um zwei Plätze gutzumachen. Der Wille ist da, das Herz dazu auch. Je nachdem auf welchem Schlag wir gerade sind (Streck- oder Holebug), zeigt der dreistündliche Positionsreport einen Gewinn oder Verlust, abgerechnet wird, wenn wir auf direkten Kurs gehen.









 

In der Straße von Malakka

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Aufregung um Delta Lloyd