Rumspielen

Die meisten von uns steigen nicht auf Boot oder Brett und fahren einfach so übers Wasser. Hand auf’s Herz: Ob im Regattamodus oder beim gemütlichen Herumschippern, stets probieren wir aus, ob sich aus Gutem noch Besseres machen lässt.

Klarerweise kann das ganz unterschiedlich ausschauen. Die Foiling Generation spielt mit unterschiedlichen Formen und Flächen von Foils und ihrer relativen Positionierung, schwört auf bestimmte Kombinationen von Gewicht, Board und Foil, um dann zwei Monate später was Neues auszuprobieren. Der gemeine Sonntagssegler experimentiert auf seiner Manta 16 mit einem komplizierten Geflecht aus Tauen und Blöcken zwecks Herstellung einer Selbststeuerungsanlage, scheitert schlussendlich zwar, erlebt die Versuche aber durchaus als befriedigend. Die Navigatorin der Charter-Crew bastelt stundenlang am Zusammenwirken von Navigationssoftware auf dem eigenen Tablet, den an Bord vorhandenen Navi-Systemen sowie den Apps am Handy, um die verfügbaren Wind- und Wetterinformationen mit der Routingsoftware zu kombinieren – bei geplanten Tagesetappen von 20 Seemeilen ein ehrenwertes, aber nicht unbedingt notwendiges Unterfangen. Der Segelanfänger übt während der ersten Schulungswoche unermüdlich und ohne Rücksicht auf die eigenen Finger, das Großsegel beim Setzen ohne Ruckeln in die Mastnut einzuführen, obwohl es für die Prüfung völlig ohne Bedeutung ist.

Der Mensch scheint darauf gepolt zu sein, Bestehendes spielerisch zu entwickeln und Neues zu entdecken. Hat es unmittelbare funktionale Bedeutung? Manchmal ja, oft auch nicht. Ist es insgesamt wichtig? Jedenfalls! Herumspielen, aus dem Bestehenden das Optimum herausholen, radikal neue Wege einschlagen, wenn es unerwartete oder dramatische Entwicklungen erfordern – all das ist ein wesentlicher Motor für das Weiterkommen. Nicht nur, wie in obigen Beispielen aufgezeigt, für die schönste Nebensache der Welt und unser persönliches Vergnügen, sondern, so machen es die derzeitigen Turbulenzen auf globaler Ebene deutlich, auch für die Zukunft des Planeten. Daher: Lasst uns weiter spielen!

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Esel statt Sack

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Ohne Worte

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Limitierte Auflage. Stück 211/1000, handsigniert, kommt im eleganten Schuber. Die werte Kollegenschaft hat bei meiner turnusmäßigen Wegrotation als Departmentvorstand – wohl aus einer Mischung von Anerkennung und Erleichterung heraus – tief in die Tasche gegriffen und mir „Segelmomente“ geschenkt, einen Bildband des bekannten Segelfotografen Nico Krauss.









 

S/W

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